Abendlandschaft von der Bellevüe am Genfersee, vor dem Gervaisthore

aus Wikisource, der freien Quellensammlung
Zur Navigation springen Zur Suche springen
« Mittagslandschaft am Ufer der Rhone, nahe bey Genf Gedichte (Friederike Brun) Opfer an Hygiea »
Für eine seitenweise Ansicht und den Vergleich mit den zugrundegelegten Scans, klicke bitte auf die entsprechende Seitenzahl (in eckigen Klammern) am linken Seitenrand.
Textdaten
Autor: Friederike Brun
Illustrator: {{{ILLUSTRATOR}}}
Titel: Abendlandschaft von der Bellevüe am Genfersee, vor dem Gervaisthore
Untertitel:
aus: Gedichte, S. 14–17
Herausgeber: Friedrich von Matthisson
Auflage:
Entstehungsdatum:
Erscheinungsdatum: 1795
Verlag: Orell, Gessner, Füssli & Comp.
Drucker: {{{DRUCKER}}}
Erscheinungsort: Zürich
Übersetzer:
Originaltitel:
Originalsubtitel:
Originalherkunft:
Quelle: Scans auf Commons
Kurzbeschreibung:
Wikipedia-logo-v2.svg Artikel in der Wikipedia
Eintrag in der GND: {{{GND}}}
Bild
De Gedichte (Brun) 031.jpg
Bearbeitungsstand
fertig
Fertig! Dieser Text wurde zweimal anhand der Quelle Korrektur gelesen. Die Schreibweise folgt dem Originaltext.
Um eine Seite zu bearbeiten, brauchst du nur auf die entsprechende [Seitenzahl] zu klicken. Weitere Informationen findest du hier: Hilfe
[[index:|Indexseite]]


[14]
Abendlandschaft von der Bellevüe am Genfersee, vor dem Gervaisthore.


     Spiegelnd ruht
     Hier die Flut.
Kreiselnd seh’ ich Fischlein blinken,
Aus dem Busche steigen Finkena.
 

5
     Still im Thau

     Ruht die Au.
Süsse Dämmrung hüllt die Wipfel,
Deckt der runden Hügel Gipfel.

     [15] Veilchenduft

10
     Füllt die Luft;

Grünlich knospen junge Bäume,
Und der Hain treibt braune Keime.
 
     Purpurn blinkt,
     Traulich sinkt

15
Dort am Jura hin die Sonne,

Und im Thal lacht Abendwonne.
 
     Hoch verschwebt,
     Gold umbebt,
Ragt weit in des Aethers Grenzen,

20
Weisser Berg[1]! dein reines Glänzen.

 
     Nächtlich schwer,
     Um mich her,
[16] Stehn Savoiens Felsenmauern[2],
Ueberwallt mit Nebelsschauern.
 

25
     Weit und breit,

     Blaß verstreut,
Starren Zacken, Häupter, Trümmer[3];
Nur den Dom[4] kränzt Rosenschimmer.
 
     Stets zurück

30
     Kehrt mein Blick.

Süsser Anblick! O ich sehe
Tief im See die Strahlenhöhe[5].

     [17] Ruhig wallt
     Mild umstralt

35
Jezt der Mond am Azurhimmel;

Um ihn her das Sterngewimmel.



  1. *) Mont-Blanc. In der deutschen Schweiz der Weisse Berg vom Volke, und vor Alters allgemein so genannt.
  2. *) Die nahe um Genf aufsteigenden Felsen des Saleve, des Pithon, der Voirons, u. a. m.
  3. **) Die aufragenden Spitzen der höchsten Schneeberge, Aiguilles in Savoien, Dents in Wallis, und Horn in der deutschen Schweiz genannt; als Schreckhorn, Wetterhorn, u. s. f.
  4. ***) Der höchste unter den drei Gipfeln des Mont-Blanc.
  5. †) Dieser entzückende Anblick wird bei jedem heitern Sonnenuntergange an den Ufern des Sees erneut. Ich entlehne die 37. Strophe aus dem bekannten Gedichte: Der Genfersee von Matthisson, um diese der höchsten Naturschönheit entzauberte Szene darzustellen.
    Mit höhrer Lust sieht auf des Lemans Flut,
    Wenn Thal und Hügel schon in Dämmrung sinken,
    Der hohen Eiswelt reine Purpurglut,
    Mein Aug’ aus dunkler Klarheit wiederblinken.

Anmerkungen (Wikisource)

a Gemäß den Verbesserungen aus dem Anhang: steigen, sinken → steigen Finken