An Denis

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Textdaten
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Autor: Johann Baptist von Alxinger
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Titel: An Denis
Untertitel:
aus: Gedichte S. 28-31
Herausgeber: Friedrich Just Riedel
Auflage: 1. Auflage
Entstehungsdatum:
Erscheinungsdatum: 1780
Verlag: Johann Jacob Gebauer
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Erscheinungsort: Halle
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Quelle: Scans auf Commons
Kurzbeschreibung:
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[28] An Denis.

Du edler Mann, und schallt’ im Vaterlande
     Auch nicht ein einzig Lied von dir,
Und sähst du nicht das Reich der Wissenschaften
     Mit einem Blicke durch:

5
Und hättest du die Lehrer jedes Alters,

     Dir Weisen jedes Volks auch nicht,
Sie all umglänzt mit Ruhm, in hellen Reihen
     Vor uns vorbeygeführt:

Und tönete der Nachhall deines Ruhmes

10
     Nicht bis zum fernsten Norden hin,

Mein Denis! doch nicht minder würd' ich ehren,
     Nicht minder lieben dich.

Denn was ist Macht des Liebs, weitkreisend Wissen,
     Und dringen in der Dinge Mark?

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Ein zweifelhaft Geschenk, deß Werth und Unwerth

     Stets unser Herz bestimmt.

[29] Ein Herz, wie deines, Freund, das immer offen
     Für jedes himmlische Gefühl,
Sich selber gleich bleibt, nie durch niedre Wünsche

20
     Sich abgewürdigt hat;


Das dich ermahnt, dein Wissen unterm Schleyer
     Der lächelnden Bescheidenheit
Zu bergen, leichter Ansprach’ heitrer Blicke,
     Und frohen Muths zu seyn;

25
Das eiferend für Gott, und Recht und Tugend,

     Doch duldsam auch und nachsichtsvoll
Den Irrenden nicht richtet, jedem Edlen
     Sich mittheilt brüderlich,

Sich gern ergießt, wenn rings die Heldenjugend

30
     Um dich versammelt horcht, und du

Hold, wie ihr Schutzgeist stehst, und freundlichlispelnd
     In ihre Seelen sprichst.

Ja so ein Herz, erhöht durch Geistesgaben
     Und ausgegossen in ein Lied,

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Lockt nach Jahrhunderten noch Dankeszähren

     In eines Frommen Aug.

[30] Dein Alxinger, o wie wird er vergessen
     Des Wonnetags, als er zuerst
Dein holdes Antlitz sah, doch noch nicht wagte

40
     Zu weiden sich daran;


Halbstammelnd, Haupt und Blick gesenkt zur Erde,
     Ein unbekannter Jüngling stand,
Und du ihn Dichter grüßtest, ihm die Rechte
     Mt sanften Blicken bothst;

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Da kehrte feine Schüchternheit in Freude,

     Und sanft hub seine Seele sich.
So wie, beglänzt von milder Abendsonne,
     Das Haupt ein Veilchen hebt.

Freund, nimm dies Herz, von Laster unbeflecket,

50
     Für deine Huld ein kleiner Lohn!

Nimm dieses Lied, zum Denkmal bey dem Enkel,
     Daß ich dich ganz gekannt.

Doch würden ja (zwo heisse Thränen fallen
     Bey dem Gedanken auf mein Spiel)

55
Und würden alle Töne dieses Spieles

     Vom Sturm der Zeit verweht,

[31] So sey mein Trost, daß unter deinen Freunden
     Auch ich genennet, daß mein Grab,
Obgleich schon längst mit ernstem Moss bewachsen,

60
     Nicht ganz vergessen sey,


Und einst darauf der fromme Pilger rastend
     Mir flüstre seinen Wunsch hinab:
„O ruhe sanft, du warst der Bessern Einer,
     „Denn Denis liebte dich.“