Auf ein Soldatenbild

aus Wikisource, der freien Quellensammlung
Zur Navigation springen Zur Suche springen
Textdaten
<<< >>>
Autor: Kurt Tucholsky
Illustrator: {{{ILLUSTRATOR}}}
Titel: Auf ein Soldatenbild
Untertitel:
aus: Das Lächeln der Mona Lisa, S. 380-381
Herausgeber:
Auflage:
Entstehungsdatum:
Erscheinungsdatum: 1929
Verlag: Rowohlt
Drucker: {{{DRUCKER}}}
Erscheinungsort: Berlin
Übersetzer:
Originaltitel:
Originalsubtitel:
Originalherkunft:
Quelle: ULB Düsseldorf und Scans auf Commons
Kurzbeschreibung:
Erstdruck in: Weltbühne, 4. August 1925
Wikipedia-logo-v2.svg Artikel in der Wikipedia
Eintrag in der GND: {{{GND}}}
Bild
[[Bild:|250px]]
Bearbeitungsstand
fertig
Fertig! Dieser Text wurde zweimal anhand der Quelle Korrektur gelesen. Die Schreibweise folgt dem Originaltext.
Um eine Seite zu bearbeiten, brauchst du nur auf die entsprechende [Seitenzahl] zu klicken. Weitere Informationen findest du hier: Hilfe
[[index:|Indexseite]]


[380]
Auf ein Soldatenbild


Hoher Kragen, eingezwängt
in die Affenjacke;
der Zivilleib, angestrengt,
weicht dem Zeitgeschmacke.

5
     Fremd und leer blickt dein Gesicht.

     Du verstehst das Ganze nicht.

Letztes Bild und letzter Klang –
du bist weggegangen.
Und ich muß nun lebenslang

10
mich nach beiden bangen.

     Um dich pflügt der Bauernpflug.
     Du bist Lehm und hast genug.

[381]
Lieber, seh ich heut dich an,

häßlich und verkleidet,

15
hab ich oft dich toten Mann

grüßend sehr beneidet.
     Läuse, Leutnant, blutiges Gras –
     Sage, wofür tatst du das?

Auf uns sieht derselbe Mond,

20
sehn dieselben Sterne –

Deutschland, ewig knechtgewohnt,
lechzt nach der Kaserne.
     Qual, vier Jahr, gestohlnes Fressen
     sind vergessen – sind vergessen…

25
     Brüllend rufen Rottenlieder:

     „Morgen wieder! morgen wieder!“
Gruß dir –!
 Du bist dran zerschellt:
an dem letzten Dreck der Welt.