BLKÖ:Žalkowský von Žalkowitz, die

aus Wikisource, der freien Quellensammlung
Zur Navigation springen Zur Suche springen
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
korrigiert
<<<Vorheriger
Zálka, Ladislaus
Band: 59 (1890), ab Seite: 111. (Quelle)
[[| bei Wikisource]]
in der Wikipedia
GND-Eintrag: {{{GND}}}, SeeAlso
Dieser Text wurde anhand der angegebenen Quelle einmal Korrektur gelesen. Die Schreibweise sollte dem Originaltext folgen. Es ist noch ein weiterer Korrekturdurchgang nötig.
Linkvorlage für Wikipedia 
* {{BLKÖ|Žalkowský von Žalkowitz, die|59|111|}}

Žalkowský von Žalkowitz, die. Eines der angesehensten mährischen Adelsgeschlechter, dessen Ursprung in die Mitte des 16. Jahrhunderts zurückzuführen ist, in welchem 1. Matthias, Kammerprocurator in Mähren, 1593 von Kaiser Ferdinand I. in den Adelstand erhoben wurde. Die Žalkowský bekleideten ansehnliche Landesämter und betheiligten sich an der Rebellion des protestantischen mährischen Adels. – 2. So war Heinrich (Hynek) einer der Kommissäre, welche zur Sequestrirung und Abschätzung der geistlichen Güter ernannt wurden, ein grausamer Wütherich, der dem Märtyrer und Dekan von Holeschau, Sarkander, in Person die Pech- und Schwefelpflaster bereitete und zur Steigerung der Schmerzen auf die Brandwunden legen ließ! Dieser Unhold lebte Ende des 16. und in der ersten Hälfte des 17. Jahrhunderts. Er setzte im October 1619 einen akatholischen Rath in Olmütz ein und brachte die Bürgerschaft dahin, sich demselben zu unterwerfen. Er wie seine gleichfalls an der Empörung betheiligt gewesenen Brüder Hans und Zdenek verfielen der Strafe des Rebellen, wodurch die Familie einen ansehnlichen Theil ihrer Güter verlor. – 3. Heinrich Ladislaus ist 1667 kaiserlicher Rath, Landrechtsbeisitzer und einer der ständischen Commissäre, welche das Land behufs des neuen Contributionssystems nach Lahnen und Häusern zu bereisen und zu beschreiben hatten. Er starb am 31. December 1701. – 4. Georg Protivis, mit Juliana von Cygan und Slubska verheiratet, trat nach deren Tode im hohen Alter in den Priesterstand und starb am 21. September 1704. Er war ein besonderer Wohlthäter des Augustinerklosters Gewitsch, in welchem er auch begraben wurde. Im Gegensatze zu seinem Vorfahr Heinrich, der den h. Sarkander grausam gemartert hatte, schrieb er eine Lobschrift auf denselben, welche lateinisch (Olmütz 1689), deutsch (ebd. 1702) erschien. – 5. Ein Zeitgenoß des Genannten ist Franz Friedrich, der nach seinen in čechischer Sprache herausgegebenen Andachtsschriften [Jungmann: Historie literatury česke(1849) S. 659] dem geistlichen Stande angehört haben mochte. – 6. Georg Friedrich war kaiserlicher Rath. Landrechtsbeisitzer, seit 1723 Landesunterkämmerer, seit 1746 Obristhofrichter von Mähren und der Letzte, der das Amt eines solchen versah, da es nach seinem am 15. September 1748 erfolgten Tode nicht wieder besetzt wurde. – 7. Ein Franz Žalkowský Ritter von Žalkowitz, Verfasser des Buches „Fidelis Romanae Ecclesiae Moraviae“, das irrthümlich dem Jesuiten P. Provin zugeschrieben wird, war Kreishauptmann des Hradischer Kreises und starb 1767. – 8. Franz Venanz, Olmützer bischöflicher Rath, Lehenschreiber, Kämmerling der mährischen [111] Landtafel, starb als der Letzte seines Geschlechtes zu Ende des 18. oder zu Anfang des 19. Jahrhunderts.

d’Elvert (Christian Ritter), Notizenblatt der historisch-statistischen Section der k. k. mährisch-schlesischen Gesellschaft für Beförderung des Ackerbaues u s. w. (Brünn, 4°.) Jahrg. 1877, Nr. 6: „Die Žalkowský von Žalkowitz“ und Nr. 9, S. 71: „Zur Geschichte der Žalkowský“.