BLKÖ:Amadei, Karl Freiherr von

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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
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Aman, Johann
Band: 1 (1856), ab Seite: 24. (Quelle)
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Amadei, Karl Freiherr von (Feldmarschalllieutenant und Mar. Theresien-Ordensritter, geb. zu Brüssel 1723, gest. zu Mailand 27. Jänner 1796). A. trat mit 12 Jahren ins östr. Infanterieregiment Markgraf Ludwig Georg von Baden Nr. 23, wo sein Vater als Hauptmann diente, wohnte dem Türkenkriege 1737–1739 bei, zeichnete sich als Fähnrich im östr. Erbfolgekriege in der Schlacht bei Mollwitz und später als Hauptmann bei der Erstürmung von Vilshofen aus. Im J. 1752 wurde er Major, 1753 Oberstlieutenant. Nach der Schlacht bei Kolin, beim Angriff der festen Stellung der Preußen auf dem weißen Berge bei Prag, 20. Juni 1757, erbat sich A. vom FML. Macquire die Erlaubniß die feindliche Linie zu stürmen. Diese Waffenthat, unter furchtbarem Geschützfeuer des Feindes ausgeführt, gelang A. so, daß die Feinde ihre Waffen wegwarfen, die Kanonen stehen ließen und flohen. Die Oesterreicher wurden Herrn der Position. Für diese Heldenthat wurde A. am 5. Juli d. J. Oberst. Beim Sturm auf die Außenwerke der Festung Schweidnitz 11. Nov. d. J. erhielt A. den Oberbefehl der Angriffscolonne und beim zweiten Sturm war der Fall der Festung entschieden. 1758 wurde A. der Mar. Theresien-Ord. verliehen. In der Schlacht bei Hochkirch eroberte A. die größte feindliche Redoute mit 39 Kanonen und trug dadurch wesentlich zum glänzenden Siege bei. 1760 wurde A. Generalmajor. Am 1. Oct. 1761 bei der wiederholten Erstürmung von Schweidnitz übertrug FZM. Laudon dem bewährten Helden die Führung der 4 Angriffscolonnen; heldenmüthig [25] löste A. seine Aufgabe, focht überall, wo der Kampf am stärksten wüthete, in Person mit und hatte wesentlichen Antheil an der Ehre des Tages. 1795 wurde A. zum FML. befördert und starb nach 62jährigen Diensten, die er vier Monarchen mit Auszeichnung geleistet, als Commandant des Castells zu Mailand.

Oestr. militär. Zeitschrift. Jahrg. 1836. IV. Bd. S. 325. – Oestr. Militär-Konversations-Lex. Herausg. von Hirtenfeld u. Dr. Meynert (Wien 1851). I. Bd. S. 66, von M(eynert).