BLKÖ:Armbruster, Johann Michael

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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
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Band: 1 (1856), ab Seite: 65. (Quelle)
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Armbruster, Johann Michael (Jugend- und Volksschriftsteller, geb. zu Sulz am Neckar in Württemberg 1. Nov. 1761, gab sich am 14. Jänner 1814 aus Lebensüberdruß selbst den Tod). Studirte auf der Karlsschule zu Stuttgart. [66] Wurde 1782 Secretär bei Lavater in Zürch und gab dessen physiognomische Fragmente im Auszuge heraus. 1786 begab er sich nach Constanz am Bodensee, wo er kümmerlich von der Schriftstellerei lebte. Seine Volksschriften, worin er energisch die franz. Revolution bekämpfte, erregten die Aufmerksamkeit des Freihern v. Sommerau, damaligen Präsidenten der vorderöstr. Provinz, und A. gab auf dessen Verwendung den „redlichen Schwabenboten,“ ein gutes Volksblatt, heraus. Im nämlichen J. wurde er prov. Pol.-Commissär zu Freiburg im Breisgau. Als durch die Invasion der Franzosen die vorderöstr. Regierung 1801 nach Wien verlegt wurde, kam auch A. dahin und wurde als Pol.-Commissär zur Hofstelle zugetheilt. 1802 war er beim Censurgeschäfte thätig, 1805 wurde er Hofsecretär. 1809 gründete er das Volksblatt den „Wanderer,“ der jetzt noch als politisches Blatt besteht. Die „Vaterländischen Blätter“ redigirte er von 1809 bis 1813, und weckte den Sinn für ernste und nützliche Lectüre in Oesterreich. Kränklichkeit und andere Bekümmernisse reiften in seinem Gemüthe den unheilvollem Entschluß, durch Selbstmord seine Leiden zu endigen. Von seinen zahlreichen Schriften, welche Kaisers „Bücherlexikon“ I. Theil S. 106 aufzählt, sind außer den für ihre Zeit sehr schätzenswerthen Jugendschriften noch erwähnenswerth: „Joseph II. ein Denkmal“ (Wien 1790, 4°.); – „Sündenregister der Franzosen während ihres Aufenthaltes in Schwaben und Vorderösterreich,“ (Constanz 1798); – „Wer ist ein österreichischer Krieger im Geiste und in der Wahrheit?“ (Wien 1813.) – Einer seiner Söhne Karl A. war ein kenntnißreicher, gebildeter und thätiger Buchhändler Wiens, der auch daselbst die erste Leihbibliothek errichtete.

Biographie des hommes vivants (Paris, 1816) I. Bd. S. 109. – Oestr. National-Encyklopädie (von Gräffer u. Czikann) I. Bd. S. 106.