BLKÖ:Arming, Friedrich Wilhelm

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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
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d’Arnal, Johann
Band: 1 (1856), ab Seite: 66. (Quelle)
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Arming, Friedrich Wilhelm[BN 1] (Arzt und Schriftsteller, geb. zu Wels in Oberösterr. 25. Oct. 1805). In Wien studirte A. das Gymnasium und die Chirurgie, kam als k. k. Kreiswundarzt nach Bregenz und 1832 in gleicher Eigenschaft nach Steyer. Während seiner Studien in Wien kam er mit den Notabilitäten der schöngeistigen Literatur Wiens in Berührung und A. versuchte es nun selbst mit kleinen Arbeiten. Unter dem Pseudonym: William Fitz-Berth schrieb A. mehrere Novellen und andere belletristische Aufsätze, welche in Journalen und Taschenbüchern herauskamen, auch übersetzte er vieles aus dem Französischen und Englischen und schrieb für die Wiener Musik-Zeitung einen Cyklus biographische Skizzen einiger wenig gekannter Musiker. Im J. 1843 gab er im Vereine mit Kaltenbrunner (s. d.) das „Album aus Österreich ob der Enns“ heraus, eine jener wenigen Unternehmungen, womit, wie in Klars „Libussa,“ durch Verbindung von Geschichte und Poesie eine reellere Gattung von Taschenbüchern begründet werden sollte. Da A. nur die Chirurgie studirt hatte, begann er im J. 1850 mit einem Male das Studium der Medicin; machte das Doctorat und wanderte 1854 im Unmuth über die Ereignisse der Neuzeit mit seiner ganzen Familie nach Amerika aus, wo er sich gegenwärtig, wie die Nachrichten lauten, in sehr glücklichen Verhältnissen befindet. Von größeren schöngeistigen Arbeiten A.’s sind zu nennen: „Novellen und Erzählungen“ (Wien 1843, 2 Bde. ps. Fitz-Berth.) Die historischen Romane „die Wiellinger“ (Leipzig 1848, 3 Bde.) und „Stephan Fadinger“ (Leipzig 1851, 4 Bde.), worin die Zeiten des Obderennsischen Bauernkrieges geschildert werden; und „Kreuz und Halbmond“ (Wien 1843, 2 Bde.). Aber auch auf dem wissenschaftlichen Felde seines Berufes war A. thätig, und außer mehreren in medicinischen Journalen [67] enthaltenen Aufsätzen, erschienen von ihm: die „Jod- und lithionhaltige Salzquelle zu Hall bei Kremsmünster in Oberösterreich“ (Wien 1843) und „Leitfaden zum Unterrichte chirurg. Lehrlinge und zur Bildung chirurg. Gehilfen“ (Ebenda 1839), und seit Jahren arbeitete er an einem größeren, auf praktischen Forschungen und Erfahrungen beruhenden Werke über „Frauen- und Kinderkrankheiten.“

Bermann (Mor.), Oestr. biogr. Lexikon (Wien 1851) 2. Heft. S. 237. – Engelmann: Bibliotheca medico chirurgica (Leipzig 1848, 6. Aufl.).

Berichtigungen und Nachträge

  1. Arming, Friedrich Wilhelm [s. d. Bd. I. S. 66], gestorben zu Brooklyn bei New-York in Amerika 4. März 1864. A. lebte als praktischer Arzt in Brooklyn, wohin er im Jahre 1851 mit seiner Familie übersiedelt war, nachdem er durch mehr denn 20 Jahre als k. k. Kreisarzt, Anfangs in Bregenz, dann zu Stadt Steyr in Oberösterreich thätig gewesen. Bis zu seinem Tode war er Mitarbeiter mehrerer belletristischer Journale in Amerika und die amerikanischen Blätter widmeten ihm einen ehrenvollen Nachruf als Mensch, Arzt und Schriftsteller.
    Wiener Zeitung 1864, Nr. 83, S. 4. – Constitutionelle österreichische Zeitung (Wien, Fol.) 1864, Abendbl. Nr. 94. [Bd. 14, S. 382.]