BLKÖ:Augustin, Vincenz Freiherr

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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
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Band: 1 (1856), ab Seite: 90. (Quelle)
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Augustin, Vincenz Freiherr[BN 1][BN 2][BN 3] (Feldzeugmeister u. General-Artillerie-Director, geb. zu Pesth in Ungarn 27. März 1780). Trat mit 14 Jahren (1794) als Cadet ins Inftr.-Reh. d’Alton (s. d.) Nr. 15, und machte 1799 die Feldzüge am Rhein mit. In diesem Jahre wurde er Lieutenant und war bei der Unternehmung auf den Luciensteig am 14. Mai, wo er sich auszeichnete und verwundet wurde. Im Nov. kam er nach Italien, zeichnete sich bei Riviera di Genua aus, wo er bei der Bestürmung der Mezzaluna mit seiner Abtheilung der Erste eindrang und den feindlichen General Cravier gefangen nahm. 1800 wurde er Oberlieutenant beim leichten Bataillon Siegenfeld. Nach dem Frieden 1801 erbat er sich von Sr. kais. Hoheit dem Erzherzog Karl die Zutheilung in eine Bildungsanstalt. In Folge dessen kam er in die Neust. Akademie und hörte daselbst die mathematischen Vorträge mit solchem Erfolge, daß er im J. 1803 die Stelle eines assistirenden Professors in diesem Fache versah. 1806, 8, 10 und 11 wurde er bei der Triangulirung verwendet, und 1809 befand er sich als Hauptmann im Generalstabe im Hauptquartiere des Erzh. Karl, der ihn in der Relation über die Schlacht bei Wagram rühmlichst erwähnt. 1813 als Gen.-Stabs-Officier bei Fürst Schwarzenberg zeichnete er sich in der Schlacht bei Culm aus; wurde Major, ging mit einer wichtigen Sendung in’s Hauptquartier des Kronprinzen von Schweden und leitete bei der Belagerung der Festung Friedrichsort die Geniearbeiten mit so glücklichem Erfolge, daß die Festung in wenigen Tagen fiel. Nach London begab er sich nur, um eine genaue Kenntniß der englischen Raketengeschütze zu erlangen, die er in der östr. Armee zu einem hohen Grade von Vollkommenheit brachte. 1814 errichtete er das östr. Raketencorps, und war bis 1838 dessen Commandant, und unablässig mit dessen Ausbildung und Vervollkommnung beschäftigt. Mittlerweile war A. 1817 Oberstlieutenant, 1821 Oberst, 1831 Generalmajor, 1838 Feldmarschallieutenant geworden. Auch widmete er sich der Verbesserung des Infanterie-Feuergewehrs. Die neuen Percussionsgewehre, die neuartigen Kammerbüchsen sind nach seinen Angaben [91] gearbeitet, und eine zweckmäßige Abänderung des Delavigne-Pontcharra-Systems. Zugleich organisirte er bei der Inftr. die Waffeninspectoren und Waffenmeister, welche er selbst über die Behandlung und Conservation dieser Waffen unterrichtete. 1848 erhielt er den Bau des Artilleriearsenals in Wien vor dem Südbahnhofe, 1849 wurde er Feldzeugmeister und General-Artillerie-Director. Die in neuester Zeit erfolgte Organisation der Artillerie ist vorzugsweise A.’s Werk. Der Monarch zeichnete solche Verdienste außerdem durch Verleihung des eisernen Kronen- und Leopoldordens, des Militär-Verdienstkreuzes und Ertheilung der Inhaberwürde des 3. Artill.-Regimentes aus. Sein Bildniß in Oel gem. schmückt den Ehrensaal der Wiener-Neustädter Militär-Akademie.

Leitner von Leitentreu (Th. Ig.), Geschichte der Wiener-Neustädter Militärakademie (Hermannstadt 1852 und Kronstadt 1853. 2 Bde.) II. Bd. S. 201. – Oestr. Militär-Konversations-Lexikon. Herausg. von Hirtenfeld u. Dr. Meynert (Wien 1851) I. Bd. S. 179. – Sein Porträt von Kriehuber lith. (Wien 1850. L. Th. Neumann, in Folio und in 4°.).

Berichtigungen und Nachträge

  1. Augustin, Vincenz Freiherr von, k. k. Feldmarschall-Lieutenant (Bd. I, S. 90), gest. 6. März 1859. [Bd. 9, S. 470.]
  2. Augustin, Vincenz Freiherr von, k. k. Feldmarschall-Lieutenant [s. d. Bd. I, S. 90], gest. 6. März 1859.
    Oesterreichische illustrirte Zeitung (Wien, 4°.) IV. Jahrg. (1854), Nr. 212 [mit Porträt im Holzschnitt). – Illustrirte Zeitung (Leipzig, J. J. Weber, Fol.) 1854, Nr. vom 8. Juli [mit Porträt im Holzschnitt]. – Tagesbote aus Böhmen (Prager polit. Zeitung) 1859, Nr. 71. – Brünner Zeitung 1859, Nr. 58. – Wiener Zeitung 1859, Nr. 57, S. 1116. – Militär-Zeitung, herausgegeben von J. Hirtenfeld (Wien, 4°.) 1859, S. 157. – Oesterreichischer Militär-Kalender, herausgegeben von J. Hirtenfeld (Wien, 8°.) XI. Jahrg. (1860), S. 177. [Bd. 11, S. 363.]
  3. E Augustin, Vincenz Freiherr [Bd. I, S. 90; Bd. XI, S. 363].
    Wiener Sonn- und Montags-Zeitung 1866, Nr. 93, im Feuilleton: „Zur Geschichte der Brandrakete in Oesterreich“. [Bd. 22, S. 469.]