BLKÖ:Böckh, Franz Heinrich

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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
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Böck, Julius
Band: 2 (1857), ab Seite: 14. (Quelle)
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Böckh, Franz Heinrich (Schriftsteller, lebte zu Ende des vorigen, und in den ersten 3 Dezennien dieses Jahrhunderts in Wien). „Böckh ist ein Mann, der nicht vergessen werden sollte. Es ist [15] unmöglich, sich einen Begriff zu machen von seiner Bienenemsigkeit, Geduld, Unverdrossenheit und Ausdauer, von seinem wahrhaft deutschen, eisernen Fleiße, von seiner rastlosen Thätigkeit, von seinem glühenden Eifer für Alles, was er einmal erfaßt, von seinem in die feinsten Details eingehenden gründlichen Sinn“. Mit diesen Worten leitet Franz Gräffer im unten bezeichneten Werke seine Erinnerung an diesen Mann ein. Böckh arbeitete lange in der Bauer’schen, später in der Hirschfeld’schen Officin. Die Brauchbarkeit seiner compilatorischen Arbeiten wird insbesondere durch ihre Genauigkeit und Gründlichkeit erhöht. Ein Buch wie Böckh’s „Wiens lebende Schriftsteller, Künstler und Dilettanten im Kunstfache. Dann Bücher-, Kunst- und Naturschätze und andere Sehenswürdigkeiten dieser Haupt- und Residenzstadt“ (Wien 1821, B. Ph. Bauer, kl. 8°., 551 S.) ist durch kein späteres über diesen Gegenstand ersetzt worden, hat für den Forscher noch heute Werth und wird dem Kunsthistoriker unentbehrlich bleiben. Auch verfaßte er die „Geschichte der Kirche Maria Stiegen in Wien. Nebst Lebensnachrichten des Bischofs Alphonsus Liguori“ (Wien, Selbstverlag 1821, mit 2 K. K. und 2 Vignetten, 8°.) – „Finette Aschenbrödel. Eine romantische Geschichte der Vorzeit“ (Wien, Selbstverlag, 8°. mit K.). Der seit 1825 erschienene „Geschichts- und Erinnerungskalender“ (Wien, Druck und Verlag bei Sollinger, 4°.) ist von Böckh begründet und bis incl. 1832 herausgegeben, von 1833 aber von Karl August Schimmer fortgesetzt worden. – Böckh hatte schon in diesem Jahrbuch eine höhere Tendenz angestrebt, und durch die jedem Bande beigegebenen vortrefflichen Indices die Brauchbarkeit und Benützbarkeit dieses für biographische Arbeiten, seiner Geburts- und Sterbe- und auch anderer Daten wegen noch heute brauchbaren Buches bedeutend erhöht; im gesteigerten Maße hat aber sein Nachfolger diesen Zweck verwirklicht; leider hörten die guten biographischen Inhaltsübersichten und Daten schon nach ein paar Jahren auf.

Gräffer (Franz), Wiener Dosenstücke (Wien 1852, J. F. Greß, 2. Ausgabe, 8°.) II. Bd. S. 89.