BLKÖ:Baróczy, Alexander von

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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
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Baron, Bernard
Band: 1 (1856), ab Seite: 160. (Quelle)
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Baróczy, Alexander von (Schriftsteller, geb. zu Ispanlanka in Siebenbürgen 2. April 1736, nach Andern 11. April 1737, gest. in Wien 24. Dec. 1809). Nach beendeten Studien erhielt er eine Anstellung bei der siebenbürgischen [161] Kanzlei in Hermannstadt. Als die glorreiche Maria Theresia die ungarische Leibgarde begründete und die Comitate beider Schwesterländer aufforderte, von den Jünglingen, die hiezu Lust hätten, die vorzüglichsten und wohlgestaltetsten auszuwählen, bewarb sich B. um den Eintritt in die Garde, und nur dem Einflusse des Grafen Stefan Mikes gelang es, seine Wahl durchzusetzen. Am 20. Sept. 1760 trat nun Baróczy ein. Zu dieser Zeit begann in der deutschen Literatur mit Lessing, Klopstock, Wieland neues Leben, und ein Sonnenfels und Denis rissen auch Wien aus dem Geistesschlafe, in welchem es lange genug lag. Baróczy, Barcsay und Bessenyei, welche in Wien das neue Leben sahen, wurden durch dieses Beispiel begeistert, und begannen in gleicher Weise für die ung. Literatur zu wirken. Den Reigen eröffnete (1772) Bessenyei; ihm folgte Baróczy (1774) mit seiner „Kassandra“ nach Calprenede, und (1775) mit „Erkölcsi mesék és levelek,“ d. i. Moralische Fabeln und Briefe nach Dusch. Diese Werke Baróczy’s erweckten der magyar. Literatur glänzende Hoffnungen, die aber nicht in Erfüllung gingen. B.’s Arzt fachte in ihm die Vorliebe zur Alchymie an, Baróczy warf sich auf dieses Studium, und sein fernerer Antheil an der ung. Literatur war nur mehr ein anregender. Erst 25 J. nach dem Erscheinen der moralischen Fabeln und Briefe erschien von ihm wieder ein Werk: „A védelmeztetett magyar nyelv,“ d. i. Die in Schutz genommene magyarische Sprache (Wien 1790) und später: „Az uj Adeptus és Rózsikának titkai,“ d. i. Des neuen Adepten und Röschens Geheimnisse. Er sah Siebenbürgen nie wieder nach seiner Abreise nach Wien, wo er im Alter von 72 Jahren als pensionirter Obrist der ung. Leibgarde starb. Mit ihm erlosch auch sein Geschlecht, dessen Zierde er war. B. machte sich wirklich verdient um die ung. Sprache und Literatur, in seinen Arbeiten beurkundet er deutlich die Kenntniß der Classiker, doch wirft man ihm Uncorrektheit des Styls vor. Seine Schriften wurden (1813 u. 14) von Kazinczy herausgeg.

(De Luca) Das gelehrte Oesterreich. Ein Versuch (Wien 1776, 8°.) I. Bdes. 1. Stück. S. 16. – Allgem. Liter.-Ztg. Intelligenzbl. 1810. Nr. 85. S. 680. – Baur (Samuel), Allgem. histor.-biograph.-literarisches Handwörterbuch aller merkwürdigen Personen, die im 1. Jahrzehend des 19. Jahrh. gestorben sind. I. Bd. S. 70. – Magyar irók. Életrajz-gyüjtemény. Gyüjték Ferenczy Jakab és Danielik József, d. i. Ungar. Schriftsteller. Sammlung von Lebensbeschr. Von Jakob Ferenczy und Josef Danielik (Pesth 1856, Gustav Emich). S. 25. – Annalen der Liter. und Kunst des In- und Auslandes (Wien, 8°.) Jahrg. 1810, II. Bd. S. 515. – Sein Bild von Czetter gestochen 1802. Nicht ganz gelungen.