BLKÖ:Beck, Wilhelm

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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
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Berg, O. F.
Band: 11 (1864), ab Seite: 367. (Quelle)
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* Beck, Wilhelm, bekannter unter dem Namen Willi Beck (Zeichner und Poet, geb. zu Baja in Ungarn, 17. Mai 1822, nach Anderen 1824, gest. zu Pesth 24. September 1862). Zeigte in frühester Jugend ein schönes Talent für das Zeichnen, welches so entschieden hervortrat, daß der Vater die Idee, ihn Kaufmann werden zu lassen, aufgab, und ihn 1837 nach Wien schickte, wo er anfänglich bei dem Maler Alcoriere, später bei Eibel sich in der Kunst ausbildete. Nach mehrjährigem Aufenthalte in Wien sollte B. das Ausland besuchen, aber die Liebe der Eltern konnte es nicht über sich bringen, ihn so weit von sich zu lassen. Er kehrte also nach Pesth zurück, wo er 1846 die Herausgabe des illustrirten Witzblattes „Der Zeitgeist“, des ersten dieser Art in der Monarchie, begann. Im Jahre 1848 begab er sich nach Wien, wo er im Vereine mit S. Engländer den „Charivari“ redigirte. Hier war B. in seinem eigensten Elemente und thatsächlich zog ihm die Zügellosigkeit, mit welcher er sich in diesem Spottblatte ohne Gleichen gehen ließ, eine zweimonatliche Haft zu, aus der er erst am 17. Februar 1849 entlassen und in Pesth internirt wurde. In Pesth lebte er nun, schon damals leidend, als Mitarbeiter des Morgenblattes „Der Eulenspiegel“, redigirte die „Laczikonyha“ und war Mitarbeiter der meisten in Deutschland und Oesterreich erscheinenden Witzblätter und illustrirten Zeitschriften. Ueberdieß schrieb er einige Novellen, Fachartikel für mehrere Handelszeitungen, und besorgte das Geschäft seines seit Jahren krank darniederliegenden Vaters. Beck’s künstlerische Arbeiten, als Gemälde, Stillleben und Aquarelle, verrathen, was Composition und Ausführung betrifft, ein nicht gewöhnliches Talent; sein Genre – um sich eines geistreichen Ausspruches zu bedienen – war klein, aber in diesem kleinen Genre war er groß. Er war seit 1860 mit einer jungen Kaufmannswitwe Julie Gerson verheirathet, aber schon nach zwei Jahren raffte ihn der Tod nach 14jährigem Leiden im Alter von erst 40 Jahren dahin.

Magyar Vidékiek lapja, d. i. Ungarisches Fremdenblatt (Pesth, 4°.) 1863, Nr. 41: „Erinnerung an Willi Beck“, von K. Horschetzky.