BLKÖ:Bergler, Stephan

aus Wikisource, der freien Quellensammlung
Zur Navigation springen Zur Suche springen
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
korrigiert
<<<Vorheriger
Bergler, Joseph II.
Nächster>>>
Bergmann, Joseph
Band: 1 (1856), ab Seite: 312. (Quelle)
[[| bei Wikisource]]
in der Wikipedia
GND-Eintrag: 100750230, SeeAlso
Dieser Text wurde anhand der angegebenen Quelle einmal Korrektur gelesen. Die Schreibweise sollte dem Originaltext folgen. Es ist noch ein weiterer Korrekturdurchgang nötig.
Linkvorlage für Wikipedia 
* {{BLKÖ|Bergler, Stephan|1|312|}}

Bergler, Stephan[BN 1] (Philolog, geb. in Blumenaue, einer Vorstadt Kronstadts in Siebenbürgen um das Jahr 1680, gest. in Bukarest gegen Ende [313] der ersten Hälfte des vorigen Jahrhunderts). Sein Vater war Bäckermeister, und B. besuchte das Gymnasium zu Kronstadt, wo er mit Auszeichnung studirte. Später unterrichtete ihn der gelehrte Helzdorfer Pfarrer Markus Fronius. Dann besuchte er die Hochschule zu Leipzig, wo er durch seine philologischen Kenntnisse auf sich aufmerksam machte, und ihn der Buchhändler Fritsch bei seinen Ausgaben der Classiker verwendete. Von Leipzig begab sich Bergler auf Fritschens Empfehlung nach Amsterdam und besorgte daselbst in Wetsteins Druckerei die Ausgabe mehrerer classischen Werke. Von da ging er nach Hamburg und unterstützte den berühmten Fabrizius bei seiner „Bibliotheca graeca“ und der Ausgabe des „Sextus Empiricus 1718.“ Wieder berief ihn Fritsch zu sich, da er Küsters Ausgabe des Aristophanes vorhatte. Endlich nahm er eine Stelle als Secretär des Fürsten Alex. Maurokordato in der Wallachei an, und blieb bei demselben bis an sein Lebensende, vor welchem er noch zur katholischen Religion übertrat. B. war ein großer Cyniker, und von seiner unordentlichen, ungeselligen, unreinen Lebensweise geben mehrere seiner Zeitgenossen Nachricht. Seine Schriften und von ihm besorgten Ausgaben sind: Homeri Opera graece et latine“ (Amstelod. Wetstein 1707, 2 Bde., 12°.) [Ebert, Bibl. Lex. Nr. 9971]; – „Alciphronis Rhetoris Epistolae piscatoriae, rusticae, amatoriae et parasiticae cum notis, graece et lat.“ (Lipsiae 1715, 8°.) [Ebert Nr. 377); 116 Briefe, die B. größtentheils zum ersten Male mit einer Uebersetzung und gelehrten Anmerkungen herausgegeben hat; – Περι των καθεκοντων βιβλος, Liber de officiis conscriptus a Ioanne Nicolao Alexandro Maurocordato Voivoda editione secunda latine conversus“ (Lipsiae 1722, 4°.) [Ebert Nr. 18436]; diese Ausgabe mit dem Porträt des Hospodars ist sehr schön; – „Jos. Genesius de Rebus Constantinopolitanis Libr. IV. gr. et lat.“ (Venetiis 1733, fol.) [Ebert Nr. 3221, 29]. Die erste Ausgabe dieses griech. Historikers mit B.’s latein. Uebersetzung und Anmerkungen; Genesius erzählt die Geschichte der griech. Kaiser von 813–889; und „Aristophanis Comediae gr. et lat. a Berglero“ (Amstelod. 1760, 4°., 2 Bde.) [Ebert Nr. 1093]. Bergler hat sich durch seine Ausgaben griechischer Schriftsteller wesentliche Verdienste erworben, und wurden dieselben ehedem sehr geschätzt. – In den Actis eruditorum (Lipsiae) 1812 und 1813 befinden sich von B. „Animadversiones quaedam ad Jac. Gronovii Emendationes in Suidam conjunctim edit. cum Decretis romanis Asiaticis et Animadversio in noram editionem Herodoti a Cl. Gronovio curatam“.

Seivert (Johann), Nachrichten von Siebenbürgischen Gelehrten und ihren Schriften (Preßburg 1785) S. 25. – Sax, Onomasticon. – Nouvelle Biographie générale ... publiée sous la direction de M. le Dr. Hoffer (Paris 1853) V. Bd. Sp. 517. – Allgem. Encyklopädie der Wissensch. und Künste. Herausgeg. von J. S. Ersch und J. G. Gruber (Leipzig 1822, Gleditsch, 4°.) I. Sect. 9. Thl. S. 125, von Benigni. – Gesner (J. Mathias), Prael. Isagog. in Eruditatem universalem S. 524. – Struvii, Bibliotheca Historiae Litter. S. 2263.

Berichtigungen und Nachträge

  1. E Bergler, Stephan (Philolog, geb. zu Kronstadt im Jahre 1680, gest. zu Bukarest um das Jahre 1738).
    Trausch (Jos.), Schriftsteller-Lexikon u. s. w. (wie bei Ballmann). Bd. I, S. 114–129. [Bd. 22, S. 481.]