BLKÖ:Bezerédj, Amalia

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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
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Bezerédj, Stephan
Band: 1 (1856), ab Seite: 366. (Quelle)
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Bezerédj, Amalia (Jugendschriftstellerin, geb. zu Sz. Ivánfa im Eisenburger Comitat 1804, gest. 1837). Gattin des Folgenden. Zählt zu den wenigen Auserwählten, die in ganz eigenthümlicher Weise sich nur durch sich selbst entwickeln und bilden, und bei denen die Fähigkeit sich sogleich zur That gestaltet. Schon in ihrem Kindesalter, sowie auch später nach ihrer Verehelichung im Jahre 1821 mit Stephan Bezerédj trat das geistige Uebergewicht, womit sie insbesondere auf ihre nächste Umgebung in so wohlthuender Weise wirkte, recht merklich hervor. Für das größere Publicum machte sie sich durch ihre in deutscher Sprache verfaßten „Novellen und Erzählungen“ (Pesth 1840, 2 Bde.), sogar in Deutschland bekannt. Bei der politischen Thätigkeit ihres Gatten behauptete das geistreiche Weib einen so mächtigen Einfluß, daß es gerade in dieser Hinsicht seines Gatten wahre Hälfte genannt werden konnte. Mit der Geburt der einzigen Tochter Flora (1834) wurde sich aber das edle Weib seines eigentlichen Berufes bewußt, und dieser war die Kindererziehung. Leider ereilte sie frühzeitig (1837) der Tod. Im Alter von 33 Jahren, im 16. einer glücklichen Ehe, wurde sie ihrem Gatten, und, wie man in Anbetracht ihrer human. Bestrebungen sagen kann, auch dem Vaterlande entrissen. In der Literatur errichtete sie sich durch das beste bis heute vorhandene Kinderbuch, durch ihr „Flóri könyve“, d. i. Flora’s Buch (Pesth 1836), welches viele Auflagen erlebte, ein bleibendes Denkmal. Auch wurde dieser trefflichen Kinderschrift das anerkennende Urtheil des Athenäums zu Theil. Noch schrieb sie die leider durch ihren Tod zu früh unterbrochenen „Földesi esték“, d. i. Földeser Abende. Amalie Bezerédj nahm auch an der Errichtung und Verbreitung nützlicher Anstalten thätigen Antheil. Die kleine Schule zu Hidján im Tolnauer Comitat richtete sie nach ihrer eigenen Weise ein, und brachte daselbst den größten Theil ihrer freien Tage sammt ihrer Schwester Etelka (Adelheide) zu, welche später diese Schule im Geiste der verstorbenen Schwester fortsetzte, und sie für viele arme Kinder zur Heimat besserer, glücklicherer Tage machte. Ueberhaupt ist das Leben beider Schwestern so innig verflochten – Etelka reichte ihrem Schwager kurz vor Ausbruch der Revolution die Hand – daß, wenn man der Einen gedenkt, sich auch unwillkürlich[WS 1] die Andere der Erinnerung aufdrängt; beide, in geistiger Liebe verschmolzen und einander ergänzend, wirkten anspruchslos auf der segensvollen Bahn der Kindererziehung, wo das Verdienst so zart und so erhaben ist, daß es dafür keinen irdischen Lohn gibt.

Ujabb kori ismeretek tára, d. i. ung. Conversations-Lexikon der neueren Zeit (Pesth 1850, G. Heckenast) I. Bd. S. 566. – Kertbény (K. M.), Album hundert ungarischer Dichter (Dresden und Pesth 1854, 16°.) S. 103 u. 492. – Nouvelle Biographie générale ... publiée sous la direction de M. [367] le Dr. Hoffer (Paris 1853) V. Bd. Sp. 901. – (Brockhaus) Conversat.-Lexikon (10. Aufl.) Leipzig 1851) II. Bd. S. 635.

Anmerkungen (Wikisource)

  1. Vorlage: unwillkührlich.