BLKÖ:Biamonti, Joseph Ludwig

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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
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Band: 1 (1856), ab Seite: 371. (Quelle)
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Biamonti, Joseph Ludwig (Dichter und Philosoph, geb. [nach der Nouv. Biographie générale zu Ventimiglia 1730, gest. zu Mailand 13. Oct. 1824). Nachdem er seine theologischen Studien vollendet, trat er als Erzieher in die Häuser vornehmer Familien, und seine Zöglinge, die ihm später ihren besondern Schutz gewährten, gaben ihm häufig Anlaß, seine Kenntnisse zu erweitern. Fürst Khevenhiller vertraute ihm die Aufsicht seiner Bibliothek an. Diesen Posten gab B. auf, um die Lehrkanzel der Beredsamkeit an der Universität zu Bologna zu übernehmen, später folgte er einem Rufe in gleicher Eigenschaft nach Turin. Als ihn Alter und Gebrechlichkeit außer Stand setzten, sein Lehramt noch ferner auszuüben, zog er sich nach Mailand zurück, dessen Institut ihn zum Ehrenmitglied ernannte, wie ihn auch die Akademie der Wissenschaften zu Turin zu ihren Mitgliedern zählte. Außer mehreren bei festlichen Anlässen gehaltenen Vorträgen, anderen poetischen und prosaischen Fragmenten, schrieb er eine „Grammatik der italienischen Sprache“, eine „Abhandlung über die Redekunst“, ein heroisches Gedicht „Il Camillo“ (Mailand 1814 u. 1817); zwei Tragödien „Iphigenie auf Tauris“ und „Sophonisba“, erstere in einem Alter von 23 Jahren; die Idylle: „Addio a Boboli“, welche zu seinen besten Arbeiten zählt; insbesondere ist er aber als Uebersetzer der griechischen Classiker, die er in italienische Prosa übertrug, bekannt. Außer einigen Bruchstücken des Aeschylus übersetzte er alle Werke des Sophokles, die Poetik des Aristoteles, die Illias des Homer und die Oden des Pindar. Eine Uebertragung des Buches Job blieb unvollendet.

Tipaldo, Biografia degli Italiani illustri. – Nuovissimo Dizionario degli uomini illustri d’ogni età ec. (Milano 1854, G. Pozzoli, 16°.) I. Bd. S. 480 [gibt das Jahr 1762 als B.’s Geburtsjahr an und nach diesem Werke starb er zu Turin 1812]. – Nouvelle Biographie générale ... publiée sous la direction de M. le Dr. Hoffer (Paris 1853) V. Bd. Sp. 908.