BLKÖ:Bianchi, Friedrich Freiherr von

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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
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Bianchi, Heliodor
Band: 1 (1856), ab Seite: 376. (Quelle)
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Bianchi, Friedrich Freiherr von[BN 1][BN 2] (k. k. Generalmajor, Ritter des Mar. Theresienordens, geb. zu Preßburg 1812). Der Sohn des vorigen, Friedrich Freiherrn von Bianchi Duca di Casalanza; trat im J. 1829 als Unterlieut. in das Inf.-Reg. Wimpfen Nr. 13, und ward ein Jahr darnach Oberlieut. bei dem Inf.-Reg. Máriássy Nr. 37 in Lemberg. Er machte sich in dieser Eigenschaft bei Gelegenheit eines aus Anlaß der Cholera entstandenen Judencrawalls vortheilhaft bemerkbar. Vom J. 1831 bis 1846 avancirte er durch alle Stufen vom Hauptmann zum Oberst und Regimentscommandanten. Die Revolution des J. 1848 führte ihn nach Italien, wo er sich unter FZM. Nugent bei Sona, Custozza und Volta bis vor Mailand so sehr auszeichnete, daß er in besonderer Anerkennung das Ritterkreuz des Leopoldordens erhielt. Im J. 1849 stand er an der Spitze einer Brigade beim 2. Armeecorps, und entschied in der Schlacht von Novara, als bei dem Dorfe Olengo eine wichtige Stellung verloren zu gehen drohte, durch persönlichen Muth und Entschlossenheit das Gefecht an diesem Puncte in so weit, daß die weiteren zum Siege dieses großen Tages führenden Operationen ihren ganzen Erfolg hatten. Das Ritterkreuz des Mar. Theresienordens war der Lohn dieser Heldenthat. Im April 1849 ward B. auf die Schlachtfelder nach Ungarn berufen, und erhielt als Gen.-Maj. eine Brigade, die am rechten Donauufer Vorpostendienste that. Er zeichnete sich in dieser Stellung bei Raab, Acs u. Komorn wiederholt aus. Außer den schon erwähnten Orden schmücken seine Brust noch das Militär-Verdienstkreuz, und der kais. russische St. Stanislausorden I. Classe. Und als der Vater starb, übertrug Se. Majestät der Kaiser Franz Joseph das Regiment Nr. 55, welches des greisen Helden Namen seit 1811 führte, auf den Sohn, der sich die Nachfolge in diese oberste Soldatenwürde bereits würdig errungen hat. Als der neue Inhaber im April (1856) das Regiment zum ersten Male in Ibraila besuchte, wurden am 19., 20. u. 21. große Feste veranstaltet, in denen Vater und Sohn, beide ruhmvolle Helden und das Regiment selbst, das in so vielen Schlachten heldenmüthig gefochten, in herzerhebender Weise ausgezeichnet wurden.

Oestr. Militär-Konversations-Lexikon. Herausg. von Hirtenfeld u. Dr. Meynert (Wien 1851) I. Bd. S. 404 (Nr. 2) (Artikel von Stk. und Mt.). – Militärische Zeitung [vormals: Soldatenfreund] (Wien, 4°.) 1856, Nr. 37, S. 299.

Berichtigungen und Nachträge

  1. Bianchi, Friedrich Freiherr [s. d. Bd. I, S. 376], gestorben im Bade Ems 28. September 1865.
    Wiener Zeitung 1865, Nr. 229, S. 56. [Bd. 14, S. 403.]
  2. E Bianchi, Friedrich Freiherr, k. k. Feldmarschall-Lieutenant [Bd. I, S. 376; Bd. XIV, S. 403], gest. zu Ems 28. September 1865).
    Tagespost (Gratzer polit. Blatt) 1865, Nr. 230. – Hermannstädter Zeitung und Siebenbürger Bote 1865, Nr. 240. – Kamerad (Wiener Soldatenblatt, 4°.) 1865, Nr. 80. – Oesterreichischer Volks- und Wirthschafts-Kalender (Wien, gr. 8°.) Jahrg. 1867, in Herrn J. Ritter von Hoffinger’s „Ehrenhalle“. [Bd. 22, S. 483.]