BLKÖ:Bowitsch, Ludwig

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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
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Band: 2 (1857), ab Seite: 101. (Quelle)
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Bowitsch, Ludwig (Schriftsteller, geb. zu Döbling bei Wien 24. Aug. 1818). Unter mißlichen Verhältnissen – er ist der Sohn eines k. k. Staatsbeamten – aufgewachsen, mußte er um früher zu Brod zu kommen, die Fortsetzung seiner Studien aufgeben und 1839 in einen k. k. Kanzleidienst treten. Er diente als Praktikant bei der k. k. Hofkammerprocuratur, seit 1842 bei der k. k. Hofkanzlei, bei welcher er 1844 zum Registraturs-Accessisten avancirte. Im J. 1850 übernahm er die Leitung der damals im Entstehen begriffenen Registratur der Gen’sdarmerie-General-Inspection, bei welcher er 1851 Registrant wurde. Frühzeitig – schon in den Jahren 1836 u. 1837 – veröffentlichte B. theils anonym, theils pseudonym als „Ludwig Bisthow“ poetische Arbeiten in mehreren Wiener Blättern, z. B. „Wanderer“ u. „Sammler“, später haben die meisten bekanntern belletrist. Journale und Almanache der Monarchie Arbeiten von ihm aufzuweisen. Selbstständig sind bisher erschienen: „Poetische Versuche“ (Wien 1839); – „Nordlichter“ (Ebend. 1841); – „Romanzen“ (Wien 1844, neue Afl. 1851); – „Gedichte“ (2. Afl. 1846); – „Lebensbilder und Novellen“ (Wien 1848); – „Servet“ (Wien 1849); – „Epheuranken“ [neue Romanzenfolge] (Wien 1854); [102] – „Romantische Dichtungen“ (Wien 1854); – „Blumenromanzen“ (Neutitschein 1855). In letzterer Zeit arbeitet B. besonders fleißig an der in Neutitschein erscheinenden period. Unterhaltungsschrift „Die Biene“. Ferner gab er einen Almanach „Rosenblätter“ (Neutitschein 1855), und in Verbindung mit Alexander Gigl (s. d.) das „Oestr. Balladenbuch“, eine Sammlung Balladen von ausschließlich österreichischen Poeten heraus. In der kleinen Skizze, Novellete, versteht B. den richtigen Ton zu treffen, und beurkundet in dergleichen, bisher nur den Franzosen eigenen und gelungenen Bluetten ein glückliches Talent.

Huldigung. Prämien. Album in Wort u. Bild. Herausgegeben von Johann von Hradisch [pseud. für J. N. Enders] (Neutitschein 1856, J. N. Enders, kl. 4°.) S. 117 [daselbst auch B.’s sprechend ähnliches Porträt. Unterschrift: Das Facsimile des Namens (Artist. Anstalt von Reiffenstein und Rauh in Wien, kl. 4°.)]. – Frankl (L. A. Dr.), Sonntagsblätter (Wien, 8°.) 1845, S. 184.