BLKÖ:Burian, Thomas

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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
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Band: 14 (1865), ab Seite: 409. (Quelle)
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* Burian, Thomas (Sprachforscher, geb. zu Prag 5. Juni 1802). Besuchte die Schule bei St. Stephan in Prag. Erst 8 Jahre alt, verlor er seinen Vater. Im Jahre 1812 kam er auf das Gymnasium und schon 3 Jahre später verlor er auch seine Mutter. Da ihm die Mittel fehlten, die Studien fortzusetzen, sollte er ein Handwerk erlernen, aber 1816 trat er freiwillig in das 5. Artillerie-Regiment. Während seines zweijährigen Aufenthaltes in Prag benützte er die Muße seines Soldatenberufes zu genaueren Studien seiner Muttersprache, der čechischen. Er kam nun in andere Garnisonen, 1819 nach Pesth, wo er in der Regimentsschule Arithmetik und Geometrie erlernte. 1821 wurde er Bombardier und kam als solcher nach Wien. Da war ihm Gelegenheit gegeben die höhere Mathematik, Mechanik, Physik, Chemie, und überhaupt jene Fächer, die er zu seinem Stande brauchte, zu studiren. Im Jahre 1825 rückte er zum Feuerwerker vor. Im Jahre 1828 kam er wieder nach Pesth, aber von dort bald nach Wien zurück, wo er als Lehrer des geometrischen Zeichnens in der Schule des 2. Artillerie-Regiments verwendet wurde. Im J. 1830 berief ihn die Direction der Wiener-Neustädter Militär-Akademie als Professor der čechischen Sprache an derselben, mit deren Uebernahme er auch zum Lieutenant im Infanterie-Regimente Erzherzog Rainer Nr. 11 befördert wurde. 1837 wurde er Oberlieutenant im Infanterie-Regimente Felix Fürst Schwarzenberg Nr. 21 (nicht Nr. 11, wie es bei Jungmann heißt) und 1843 Hauptmann im Infanterie-Regimente Kaiser Franz Joseph Nr. 1. Viele Jahre verrichtete seinen Dienst in der Akademie. Endlich aber trat er, im J. 1857, mittlerweile zum Major befördert, in den Ruhestand, und wurde sein Abschied aus der Akademie, in welcher er durch 26 Jahre gewirkt, von den Zöglingen und Officieren auf eine, den Scheidenden ehrende Weise begangen. Er hat folgende Werke herausgegeben: „Ausführliches theoretisch-praktisches Lehrbuch der böhmischen Sprache für Deutsche“ (Prag und Königgrätz 1839, Pospisil, 2. Aufl. 1844, 3. Aufl. 1850, gr. 8°.); – „Malá chrestomatie. Od rozlicnych spišovatelů“, d. i. Kleine Chrestomathie aus verschiedenen Schriftstellern u. s. w. (Prag 1844, 8°.); – „Služebný předpiš pro sprostého wojáka, swobodníka a bubeníka c. k. pěchoty“, d. i. Dienst-Reglement für den gemeinen Soldaten, Gefreiten und Tambour der Infanterie [410] (Prag 1834, 12°.); – „Cwičeni se we zbrani jednotlivých wojáku“, d. i. Die Uebung mit den Waffen für den einzelnen Soldaten (ebd. 1836, 8°.); – „Předpiš služby sprostého wojáka, desátníka sedláře, kowáře etc.“, d. i. Dienstes-Vorschrift für den Gemeinen, Corporal, Sattler, Schmid u. s. w. bei der Cavallerie (ebd. 1836, 8°.). Auch hat B. Mehreres in den čechischen Journalen erscheinen lassen, u. z. in den „Kwěty“ und im „Časopis“, in diesem letzteren: „Objasněni zastaralých názwů we walečném uměni Čechůw XV. stol“, d. i. Beleuchtung einiger alten Ausdrücke in der Kriegskunst der Čechen im 15. Jahrhunderte (1836, I, 4°.); – „Český jazyk we wojenské Akademii w Nowém Městě za Widni“, d. i. Die čechische Sprache in der k. k. Militär-Akademie zu Wiener-Neustadt (1844, S. 515).

Jungmann (Josef), Historie literatury české, d. i. Geschichte der böhmischen Literatur (Prag 1849, Řiwnáč, 4°.) Zweite, von W. W. Tomek besorgte Ausgabe, S. 538. – Militär-Zeitung, herausg. von J. Hirtenfeld (Wien, gr. 4°.) Jahrg. 1857, S. 302.