BLKÖ:Cerroni, Johann Peter Maria

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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
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Cerva, Seraphin
Band: 2 (1857), ab Seite: 324. (Quelle)
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Cerroni, Johann Peter Maria[BN 1] (Geschichtforscher und Archivar, geb. zu Hradisch in Mähren 15. Mai 1753, gest. 3. Sept. 1826). Ist der Sohn eines wohlhabenden Kaufmannes aus der Lombardie, der sich in Mähren ansäßig gemacht. Er besuchte das Gymnasium in seiner Vaterstadt, studirte die Philosophie in Olmütz, die Rechte in Wien, war dann bei der Robotablösung unter Hofrath von Raab in Böhmen und Mähren, 1785 bei der Grundsteuer-Regulirung thätig, und wurde Cameral-Secretär bei der Administration der Staatsgüter in Mähren und Schlesien. Im J. 1789 berief ihn ein Handbillet des Kaisers Joseph II. als Secretär zum Gubernium nach Brünn. In jene Zeit fiel die Aufhebung der Ordens-Stifte und Klöster. C., der in seiner Berufsthätigkeit sich eine seltene Kenntniß in alten Urkunden und in der Diplomatik überhaupt angeeignet, brachte beim öffentlichen Verkaufe ganzer Bibliotheken eine große Anzahl alter merkwürdiger Handschriften und alter Druckdenkmäler aus seinem ererbten väterlichen Vermögen, und mit bedeutendem Kostenaufwande an sich. C.’s gründliche Kenntnisse in der böhmisch-mährischen Literatur wurden vielfach für den öffentlichen Dienst benützt. Seine Mußestunden widmete er wissenschaftlichen Arbeiten und gelehrten Forschungen; er hinterließ 100 Bände seiner eigenen Hand, darunter die „Bohemia literata“ in 20 Quart-Bänden und eine genealogische Geschichte des landsässigen mährischen Adels in 6 Folio-Bänden. Ueber seine Bibliothek und Kupferstichsammlung sind nach seinem Tode geschätzte Cataloge erschienen.

Oestr. National-Encyklopädie (von Gräffer und Czikann), (Wien 1835, 6 Bde.) I. Bd. S. 495.

Berichtigungen und Nachträge

  1. E Cerroni, Johann Peter [Bd. II, S. 324].
    d’Elvert (Christian Ritt. v.), Geschichte der k. k. mähr. schles. Gesellschaft u. s. w. (wie bei André), in den Beilagen S. 147, Nr. 22. – Slovník naučný, Bd. II, S. 104. [Bd. 23, S. 373.]