BLKÖ:Chorinski Freiherr von Ledske, Ignaz Karl

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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
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Band: 2 (1857), ab Seite: 358. (Quelle)
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Chorinski Freiherr von Ledske, Ignaz Karl (Staatsmann, geb. zu Brünn 24. März 1770, gest. 14. April 1823). Entstammt einem alten ursprünglich polnischen Geschlechte, welches im 15. Jahrh. nach Mähren kam. Ist ein Sohn des Grafen Ignaz Dominik und der Maria Josephina Gräfin von Arco. Mit 20 Jahren betrat er die öffentliche Laufbahn. Vielseitige Kenntnisse, seltene Liebe für seinen Beruf, verbunden mit hohem Pflichtgefühle, bewirkten nach wenigen Jahren (1796) seine Beförderung zum Gubernialrath und Kreishauptmann in West-Galizien. 1798 wurde er nach Böhmen als Gubernialrath übersetzt, 1807 zum wirkl. Hofrathe bei der n. ö. Landesregierung befördert, wo er die Stelle eines Vice-Präsidenten zu versehen hatte. In der schwierigen Epoche während und nach der feindlichen Besetzung der Hauptstadt 1805 hatte C.’s Takt, Umsicht und Energie bei der ihm mittlerweile übertragenen Leitung der n. ö. Landesregierung die Aufmerksamkeit des Kaisers in dem Grade auf sich gezogen, daß ihn derselbe 1807 als wirkl. Staats- und Conferenzrath in den Staatsrath berief. Von 1811–15 wurde C. zuerst zum Vice-Präsidenten bei der allg. Hofkammer, dann zum Vice-Kanzler bei der vereinigten Hofkanzlei, zum bevollm. Hofcommissär in Mähren und Schlesien und endlich zum Präsidenten der n. ö. Landesregierung ernannt. Seine rühmliche Mitwirkung bei den Vertheidigungsmaßregeln, welche in den von ihm verwalteten Provinzen 1813 und 1814 ergriffen werden mußten, wurde durch die Verleihung des dafür gestifteten Civil-Ehrenkreuzes I. Classe belohnt. Im J. 1816 zum Präsidenten der allg. Hofkammer ernannt, bekleidete er dieses Amt bis Ende 1822. Die Periode, in welcher C. zu seiner Bestimmung berufen wurde, war mit zahlreichen Schwierigkeiten verbunden. C. widmete sich der Ausführung der ihm zugewiesenen Aufgabe mit Feuereifer und Muth ohne Rücksicht auf seine Person, mit Außerachtlassung des Maßes der eigenen Kräfte. Der Last solcher Anstrengungen war wohl sein Geist, aber nicht sein Körper gewachsen. Als er endlich mit der gänzlich zerrütteten Gesundheit um die Enthebung von seinem Amte bitten mußte, erhob ihn der Kaiser in Anerkennung seiner großen Verdienste um den Staat mit einem Ruhegehalte zu der Ehrenwürde eines Staatsministers; aber schon nach wenigen Monaten war C. ein Opfer seiner Pflichttreue geworden.Gustav Ignaz (k. k. Statthalter des Herzogthums Krain, geb. am 27. Jänner 1806). Sohn des Vorigen; zählt zu jenen Staatsmännern der Gegenwart, welche durch ihre Energie, Umsicht und Thätigkeit in schwieriger Zeit an der Neugestaltung des Kaiserstaates wesentlichen Antheil genommen haben. Das seiner Leitung anvertraute Kronland entfaltet aber, seit er an der Spitze der Verwaltung desselben steht, eine harmonische Rührigkeit in allen Zweigen des geistigen und socialen Lebens, und wirken insbesondere der praktische Blick und die seltene Humanität dieses Staatsmannes an dem Gedeihen der Provinz und ihrer Hauptstadt.

Oestr. National-Encyklopädie (von Gräffer und Czikann), (Wien 1835) I. Bd. S. 537. VI. Bd. Suppl. S. 401. – (Kneschke Ernst H. Prof.), Deutsche Grafenhäuser der Gegenwart (Leipzig 1852, Weigel, 8°.) I. Bd. S. 154. – Wappen: In Gold zwei aufrecht neben einander gestellte Elephantenrüssel, der rechte schwarz mit drei silbernen, der linke silbern [359] mit drei schwarzen Krebsscheeren auswärts besetzt. Den Schild umgibt statt der Decken ein mantelförmig ausgebreitetes Bärenfell. Schildhalter: Zwei laubumgürtete wilde Männer, die freie Hand nach hinten legend.