BLKÖ:Csató, Paul

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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
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Band: 3 (1858), ab Seite: 49. (Quelle)
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Csató, Paul[BN 1] (Schriftsteller, geb. zu Großwardein im Biharer Comitat 1804, gest. zu Preßburg 15. Februar 1841). Kam, nachdem er die Mittelschulen beendet, in’s Erlauer Seminar, wo er die Philosophie, später nach Pesth, wo er die Theologie studirte. Kurz vor Beendigung des Studiums mußte er die Anstalt einer satirischen Schrift wegen, die er verfaßte, verlassen. Nun fand er zuerst in Wien, dann in Graz und Ofen als Erzieher sein Fortkommen. Als solcher begann er die Ausarbeitung des Werkes: „Mire kell a gyermeket kilenc, tiz esztendős korában tanitani“, d. i. Worin muß man das Kind in seinem neunten und zehnten Lebensjahre unterrichten, welches jedoch unvollendet geblieben. Seit dem Bestand der ungar. gel. Gesellschaft (1831) wurde er durch den Grafen Joseph Teleki zu deren Secretär ernannt. 1832 war er Mitarbeiter des eben in’s Leben gerufenen politischen Blattes: „Jelenkor“, d. i. Gegenwart, und correspondirendes Mitglied der ungar. Akademie. Zu dieser Zeit beschäftigte er sich auch mit philologischen Arbeiten und erhielt von den Preisen, welche die ungar. Akademie für 1833 ausgeschrieben hatte, den der ersten Classe für die Abhandlung: „A nyelvünkbeni ragasztékokról és szóképzőkről“, d. i. Von den Anhängesylben und den Wortbildungen in der magyarischen Sprache. Diese Arbeit lenkte die Aufmerksamkeit des Publicums auf ihn. Der im J. 1833 begründete Theater-Ausschuß, dessen Mitglied er war, ernannte ihn zum Notar; aber auch diese Stellung gab er bald auf und arbeitete für die von Munkácsi im J. 1835 begründete „Rajzolatok“, d. i. Zeichnungen, worauf er 1836 zur Redaction des „Tudománytár“, d. i. Magazin für Wissenschaft, berufen wurde. C.’s Arbeiten machten sich immer mehr bemerkbar und zeichneten sich durch didactische Deutlichkeit, Präcision und poetische Schönheit aus. 1837 übernahm in Preßburg Jos. Orosz die Redaction des „Hirnök“, d. i. Bote. C. begab sich nun nach Preßburg, um daran als Mitredacteur zu wirken. Nun begann er, vergessend die ehemaligen Freundschaftsverhältnisse, gegen mehrere seiner einstigen Collegen, insbesondere aber gegen die Herausgeber und den Redacteur [50] des „Athenäum“, einen erbitterten Kampf, den nach langwieriger Krankheit, – in welcher er von allen beleidigten Freunden verlassen war, – und nach erlittenem großem Elende der Tod (1841) endete. Dem Todten wurde Alles verziehen und seine Verehrer haben sein Grab mit einem Denkmal geschmückt. Seine in periodischen Schriften erschienenen Arbeiten sind im „Társalkodó“:„Értekezés a vaudevilleről és két eredeti vaudville“, d. i. Abhandlung über das Vaudeville und zwei Original-Vaudevilles (1833); – „A phantasta“, d. i. Der Phantast (1835). In der „Aurora“: „Egy nap Szliácson“, d. i. Ein Tag in Szliacs (1834); – in den „Rajzolatok“, d. i. Zeichnungen: „Három pohár“, d. i. Drei Becher (1835); – im „Regélő“: „Fiatal házasok“, d. i. Ein junges Ehepaar, Lustspiel in 3 Acten; „A tolvaj“, d. i. Der Räuber, Lustspiel in 1 Act; – „Nehány komoly szó a budai j átékszin ügyében“, d. i. Einige ernste Worte in der Angelegenheit des Ofner Theaters; – „Levelek Nagyváadról“, d. i. Briefe aus Großwardein, und die „Aufzeichnungen einer Reise über Gran, Tyrnau, Pannonhalma und Bakonybél“ (1835); – im „Athenäum“: „Nőkeresés“, d. i. Bewerbung um ein Weib (1837); – im „Hajnal“, d. i. Morgenröthe: „A fiatal sziv“, d. i. Das junge Herz (1837); – „A szerelemmel nem jó játszani“, d. i. Mit der Liebe ist nicht gut spielen (1838); im „Emlény“: „Boldog szerető“, d. i. Ein glücklich Liebender (1840). Im Dramenmagazin der ungar. gel. Gesellschaft erschienen die Uebersetzungen der Stücke: „Der Thurm von Nesle, Drama“; – „Ewig, ein Lustspiel“; – „Angelo, der Tyrann von Padua, Drama“; – „Garrick in Bristol, Lustspiel“ und: „Die Waldburg, dramatische Tändelei“. – Außerdem gab er verschiedene periodische Schriften heraus; die berühmte ungarische Journalrevue im Hirnök 1838–1840, floß aus seiner Feder. Seine sprachlichen Werke sind: „Magyar és német beszélgetések a két nyelvet beszélni kezdők számára“, d. i. Ungarisch-deutsche Gespräche für Anfänger in beiden Sprachen; nach Levraults französisch-deutschen Gesprächen (Pesth 1834); – ferner: „Der kleine Ungar, für Kinder“, nach Ife (Pesth 1834). C. war, wie dies seine Werke bezeugen, vorzugsweise Feuilletonist, er besaß eine lebhafte und leichte Auffassung, einen fließenden Vortrag, wozu sich logische, ästhetische und sprachliche Bildung und vielseitige Belesenheit gesellten. Er besaß das rechte Feuilletongeheimniß: über alle Gegenstände etwas Interessantes interessant zu sagen. Dabei hatte er die Sprache vollkommen in seiner Gewalt, sein Styl war schwungvoll, mannigfaltig und charakteristisch, wie es eben der Gegenstand erforderte. Er hätte ein besseres Loos verdient. Die Polemik mit dem „Athenäum“ sprang nach Veröffentlichung seiner Briefe, ein schlecht gezielter Pfeil auf ihn selbst zurück und schlug ihm in der öffentlichen Meinung tiefe Wunden.

Magyar irók. Életrajz-gyüjtemény. Gyüjték Ferenczy Jakab és Danielik József, d. i. Ungar. Schriftsteller. Sammlung von Lebensbeschreibungen. Von Jakob Ferenczy und Joseph Danielik (Pesth 1856, Gust. Emich) S. 80. – Ujabb kori ismeretek tára, d. i. ungar. Conversations-Lexikon (Pesth 1860, Heckenast) II. Bd. S. 236.

Berichtigungen und Nachträge

  1. E Csató, Paul [Bd. III, S. 49].
    Danielik, Magyar irók u. s. w. Zweiter, den ersten ergänzender Theil, S. 399. [Bd. 23, S. 379.]