BLKÖ:Draškovič von Trakoštian, Joseph Kasimir Graf

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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
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Band: 3 (1858), ab Seite: 379. (Quelle)
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Draškovič von Trakoštian, Joseph Kasimir Graf (Feldzeugmeister, Commandeur des Mar. Theresienordens und Commandirender in Siebenbürgen, geb. 4. März 1714, gest 9. Nov. 1765). Er trat 1734 in Kriegsdienste, war schon im J. 1745 Oberstlieutenant im Infanterie-Regiment Nr. 32, focht in Italien, führte sein Bataillon im Treffen bei Col Assieta ruhmvoll an und vertheidigte den Posten bei Campo freddo (17. Febr. 1748) mit großer Unerschrockenheit. 1749 wurde er Oberst im Inf.-Reg. Nr. 37, im Oct. 1750 General-Major und zeichnete sich im 7jährigen Kriege aus. Im Treffen bei Görlitz drang er der Erste in die Verschanzungen am Maysberge und wurde verwundet. In demselben Jahre erstürmte er mit 500 Banalisten, 200 Hußaren und 2 Kanonen das befestigte Schloß Schreckenstein, nahm den Commandanten, 7 Officiere und 260 Mann gefangen und erbeutete 2 Kanonen und 2 Fahnen. Bald darauf setzte D. über die Elbe und beunruhigte den Rückzug des Generals Keith in der Art, daß dieser über 2000 Mann Todte, Verwundete und Vermißte zählte. Ebenso zeichnete er sich bei der Belagerung von Olmüz aus. Für diese Waffenthaten. wurde er mit dem Ritterkreuze des Mar. Theresien-Ordens belohnt. Im J. 1760 erhielt er das Commando über sämmtliche zur Belagerung der Festung Glatz bestimmte Infanterie. Eine Bewegung der Preußen wahrnehmend, in Folge welcher einen Sturm zu wagen er für gerathen hielt, unternahm er denselben am 15. Juli, was den Fall der Festung zur Folge hatte. Im J. 1761 commandirte er ein Corps in Oberschlesien, um Mähren zu decken. General Ziethen stand ihm gegenüber und nahm seine Stellung in Jägerndorf, welche D. hatte aufgeben müssen. D. traf nun solche Dispositionen und machte mit seinem Corps so treffliche Bewegungen, daß die Preußen bald Jägerndorf zu räumen und sich zurückzuziehen genöthigt wurden. Als die Preußen 1762 gegen Schweidnitz vorrückten, hatte D. das Unglück, gefangen zu werden. Am 26. Februar 1763 rückte D. zum Feldzeugmeister vor, wurde commandirender General in Siebenbürgen und erhielt das Commandeurkreuz des Mar. Theresien-Ordens. Doch schon im zweiten Jahre darauf ereilte ihn der Tod.

Hirtenfeld (J. Dr.), Der Militär-Maria-Theresien-Orden und seine Mitglieder. Nach authentischen Quellen bearbeitet (Wien 1857, Staatsdruckerei, Lex. 8°.) S. 209 [nach diesem gest. 9. Nov. 1765]. – Oestr. Militär-Konversations-Lexikon. Herausg. v. Hirtenfeld und Dr. Meynert (Wien 1851) II. Bd. S. 106 [nach diesem geb. 4. März 1714, gest. 1766]. – Ersch (J. S.) u. Gruber (J. G.), Allg. Encyklopädie der Wissensch. u. Künste (Leipzig 1822 u. f., Gleditsch, 4°.) I. Sect. 27. Bd. S. 349 [nach dieser wie den beiden folgenden geb. 4. März 1716, gest. im Oct. 1765]. – (Kneschke (Ernst Heinrich Prof.) Deutsche Grafenhäuser (Leipzig 1852, Weigel, 8°.) III. Bd. S. 88 [dieser nennt ihn irrig [380] Johann Kasimir statt Joseph Kasimir). – Meyer (J.), Das große Conversations-Lexikon (Hildburghausen 1845, Bibl. Inst., Lex. 8°.) VII. Bd. 4. Abth. S. 1131.