BLKÖ:Eichhorn, Michael Ambros

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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
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Einsle, Anton
Band: 4 (1858), ab Seite: 14. (Quelle)
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Eichhorn, Michael Ambros (Geschichtforscher und Bibliothekar, geb. zu Mitlekofen im Großherzogthum Baden 6. Sept. 1758, gest. zu St. Paul in Kärnten 21. Marz 1820). Sohn eines Schullehrers, besuchte er die lateinischen Schulen in Rottweil, kam, um Rhetorik zu studiren, nach St. Blasien, und ward in dieses Stift, das so ausgezeichnete Männer unter dem Fürstabte Martin II. Gerbert zählte, auf seine Bitte aufgenommen. Am 8. November 1779 legte E. das Ordensgelübde ab und erhielt 25. September 1783 die heil. Weihen und zugleich die Pfarre zu Urberg. Vorher schon betrieb er fleißig das Studium der Geschichte und ihrer Hilfswissenschaften. Als im Jahr 1784 Abt Gerbert das Programm seiner „Germania sacra“ veröffentlichte, woran sich die bedeutendsten Forscher jener Zeit [15] betheiligten, und welches leider in den Kriegswirren jener Tage nicht verwirklicht wurde, übernahm E. das rhätische Bisthum Chur, unternahm zum Zwecke seiner Forschungen 1787 eine Reise dahin und sammelte fleißig, was ihm für seine Arbeit dienlich erschien. Nach Gerberts Tode wurde E. von dessen Nachfolger zum Pfarrer von Bernau ernannt und hier vollendete er das Werk: „Episcopatus Curiensis in Rhaetia sub Metropoli Moguntino chronologice ac diplomatice illustratus cum codice probationum 161 Documenta praecipua complectente“ (St. Blasii 1797, 4°.). 1798 erhielt er die Bibliothekarsstelle im Stifte. Nun ordnete er die Bibliothek, verfaßte neue treffliche Kataloge, wurde dann Archivar und 1806 Prior des Filial-Stiftes Ober-Riedt. Nach Aufhebung des Stiftes St. Blasien begab sich E. 1807 zugleich mit Trudbert Neugart (s. d.) nach Oesterreich und wurde Gymnasial–Präfect in Klagenfurt. Auf diesem Posten bewährte er sich als ausgezeichneter Pädagog und schrieb als solcher das Andachtsbuch: „Libellus precum in usum studiosae juventutis“ (Klagenfurt 1811). Die Mußestunden benützte er zu historischen und chorographischen Forschungen. Es erschienen von ihm: „Beiträge zur ältesten Geschichte und Topographie des Herzogthums Kärnten“, 1. und 2. Sammlung (Klagenfurt 1817 und 19, Leon); ferner durchforschte er die Archive von Wolfsberg und St. Andreä im Lavantthale und arbeitete fleißig an einem Diplomatarium Carinthiae, als ihn der Tod der Wissenschaft und der Jugend entriß. Die Ergebnisse seiner Forschungen erschienen theils während er noch lebte, theils nach seinem Tode in der Carinthia und in Hormayrs Archiv, in letzterem unter dem Titel: „Diplomatar zur Geschichte Carentaniens“, Jahrg. 1819 Nr. 136, 137, 140–143, 150, 152, 154; Jahrgang 1820 Nr. 12, 15, 19, 22, 57, 66–69, 73, 79, 80, 83, 92, 93, 112,128, 129,136; Jahrg. 1821 Nr. 20, 32, 77 und Jahrg. 1826 Nr. 70. Auch hat die anonym erschienene Schrift: „Gedanken über die Freiheit für den deutschen Landmann“ (St. Blasien 1793) ihn zum Verfasser.

Archiv für Geographie, Historie, Staats- und Kriegskunst (Wien, 4°.) XI. Jahrg. (1820) Nr. 68 u. 69, S. 285. Biographie von Leop. Scheichenberger. – Oestr. National-Encyklopädie (von Gräffer u. Czikann), (Wien 1835, 6 Bde.) II. Bd. S. 27.