BLKÖ:Ens, Faustin

aus Wikisource, der freien Quellensammlung
Zur Navigation springen Zur Suche springen
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
korrigiert
<<<Vorheriger
Ennemoser, Joseph
Band: 4 (1858), ab Seite: 53. (Quelle)
[[| bei Wikisource]]
Faustin Ens in der Wikipedia
GND-Eintrag: 116506083, SeeAlso
Dieser Text wurde anhand der angegebenen Quelle einmal Korrektur gelesen. Die Schreibweise sollte dem Originaltext folgen. Es ist noch ein weiterer Korrekturdurchgang nötig.
Linkvorlage für Wikipedia 
* {{BLKÖ|Ens, Faustin|4|53|}}

Ens, Faustin (Topograph und Musealcustos zu Troppau, geb. im Dorfe Rothweil bei Breisach im Breisgau im Febr. 1782, gest. zu Bregenz 5. März 1858). Sohn eines Schullehrers, studirte zuerst in Breisach, trat 1799 ins Corps der Breisgauer Freiwilligen und wurde bei einem Ausfalle gefangen, aber nach 14 Tagen über Verwendung des Generals Grafen Giulay in Freiheit gesetzt. Nun trat er in den Benedictiner-Orden, verließ aber denselben nach beendetem Noviciat und studirte die Philosophie und Rechte zu Freiburg. Später begab er sich nach Oesterreich und wurde 1808 Erzieher im Hause des Herrn von Badenfeld zu Troppau. 1812 u. 1813 supplirte er am Troppauer Gymnasium Mathematik und Naturgeschichte, 1814 wurde er wirklicher Lehrer daselbst. E. ist Mitbegründer des Troppauer Gymnasial-Museums und wurde 1822 dessen Custos. Nach 30jähr. Dienstzeit trat er 1844 in den Ruhestand, und übersiedelte, um seiner Heimat näher zu sein, zuerst nach Bregenz, dann nach Constanz, kehrte aber ein Paar Jahre später nach Bregenz zurück, wo er im angekauften eigenen Häuschen bis an sein Lebensende, welches im Alter von 74 Jahren erfolgte, mit literarischen Arbeiten beschäftigt war. Seine Bücher und Schriften vermachte er dem Bregenzer Museum. Von ihm erschien: „Abriss der physischen Geographie“ (Troppau 1818, 8°.); – „Das Oppaland“, 4 Bde. (Wien 1835–37), enthaltend die Geschichte des Herzogthums und der Stadt Troppau, die Topographie des Oppalandes, der Fürstenthümer Jägerndorf, Neisse östr. Antheils und der mährischen Enclaven. Mit einem ehemaligen Collegen, P. Rosmann, Stadtpfarrer zu Altbreisach, arbeitete er die „Geschichte der Stadt Breisach“, welche mit einer Vorrede von Dr. Weiß zu Freiburg (Breisgau 1851) erschien. Mehrere Arbeiten sind im „Hesperus“, Sartori’s „Maler. Almanach“, in der „Monatschrift des kön. böhm. Museums“ u. i. a. Zeitschriften enthalten, darunter „Der Bregenzer Wald“, in Jurende’s „Wanderer“ vom J. 1847, S. 383 u. f. Mittheilungen der k. k. Central-Commission zur [54] Erforschung und Erhaltung der Baudenkmale (Wien, 4°.) III. Jahrg. (1858) S. 133: „Nekrolog“ von Joseph Bergmann [nach diesem geb. 15. Februar 1782, gibt aber an, daß Andere den 19. Februar als Todesdatum ansetzen]. – Nowack (Karl Gabr.), Schlesisches Schriftsteller-Lexikon (Breslau 1840, Korn) IV. Hft. S. 15 [nach diesem geb. 15. Febr. 1782]. – Troppauer Zeitung vom 21. März 1858.