BLKÖ:Ensch, Franz Freiherr von

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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
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Ens, Faustin
Band: 4 (1858), ab Seite: 54. (Quelle)
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Ensch, Franz Freiherr von[BN 1][BN 2] (Generalmajor, Ritter des Mar. Theresien-Ordens, geb. zu Luxemburg 1778). Trat, 14 Jahre alt, am 17. Juli 1792 als Cadet in’s Inf.-Reg. Hohenlohe-Bartenstein Nr. 26, machte die Feldzüge am Rhein und in Italien mit, wurde 1800 Oberlieutenant und 1801 in das von FML. Chasteler (s. d.) errichtete Tyroler Jäger-Corps eingetheilt. Das Ritterkreuz des Mar. Theresien-Ordens erwarb er sich am 11. October 1805, als die Franzosen bei Ulm die Vorposten des Obersten Civalart (s. d.) angriffen. Mit seinen Jägern gegen Haslach detachirt, vertheidigte E. seinen Stand auf das hartnäckigste. Bereits durch eine Flintenkugel verwundet, verband er in Eile die Wunde und wirkte durch sein Beispiel so ermunternd auf seine Leute, daß die zaghaft gewordenen dem mit erneuertem Ungestüm vordringenden Feinde tapfern Widerstand leisteten. Dadurch gewann die Armee Zeit, von Ulm aus vorzurücken und sich in Schlachtordnung aufzustellen. Eine zweite noch schwerere Wunde hatte den tapfern Ensch nunmehr kampfunfähig gemacht, er wurde für todt gehalten und nach Ulm gebracht. 1807 wurde E. Hauptmann, kam nach Auflösung des Chasteler’schen Jäger-Corps 1808 in’s 3. Jäger-Bataillon und gab 1809 neue Beweise seines Muthes. 1813 wurde E. Major des 11. Jägerbataillons, um dessen Organisirung er sich wesentliche Verdienste erwarb. 1821 rückte er zum Oberstlieutenant, 1831 zum Obersten im Bataillon vor und trat nach 44jährigen Diensten als Generalmajor in den Ruhestand. Im Mai 1813 wurde E. in den Freiherrnstand erhoben, auch ist er Mitglied der Elisabeth-Theresienstiftung u. lebt gegenwärtig, ein 80jähriger Greis, zu Oedenburg.

Hirtenfeld (Dr. J.), Der Militär-Maria Theresien-Orden und seine Mitglieder. Nach authentischen Quellen (Wien 1857, Staatsdruckerei, 8°.) II. Abth. S. 816 u. 1745. – Tapferkeits-Zeugniß ddo. Brandeis 4. Juli 1806, gefertigt von Oberst Gfn. Civalart – und vom 17. Mai 1806, gefertigt von Officieren und Mannschaft des Jägercorps, in welchem E. diente. – Freiherrnstands-Diplom vom 22. Mai 1813. Wappen. Aufrechtstehender oblonger, unten in eine Spitze zusammenlaufender, durch einen rechtsschrägen silbernen Ballen in Roth und Blau getheilter Schild. Der Balken ist mit einem blauen Stern belegt; im linken oberen Schildeswinkel erscheint auf dem Balken ein zum Streit gerichteter goldener Löwe mit vorgeworfener Pranke und über den Rücken hingestrecktem doppelten Schweife; im unteren rechten Winkel ist ein Pelikan auf seinem Neste mit drei Jungen zu sehen.

Berichtigungen und Nachträge

  1. Ensch, Franz Freiherr, General-Major und Ritter des Maria Theresien-Ordens [s. d. Bd. IV, S. 54], gestorben 15. März 1861.
    Hirtenfeld (J.), Oesterreichischer Militär-Kalender (Wien, kl. 8°.) Jahrg. 1862, S. 152. [Bd. 11, S. 402.]
  2. Ensch, Franz Freiherr [Bd. IV, S. 54; Bd. XI, S. 402], gest. 15. März 1861.
    Streffleur, Oesterreich. militär-Zeitschrift, II. Jahrg. (1861), 2. Bd. S. 244: Nekrolog. [Bd. 24, S. 404.]