BLKÖ:Exter, Friedrich von

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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
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Exner, Franz
Band: 4 (1858), ab Seite: 116. (Quelle)
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Exter, Friedrich von[BN 1][BN 2] (Maler und Leiter der xylographischen Abtheilung der k. k. Staatsdruckerei, geb. zu Theresienfeld in Niederösterreich 6. März 1820). [117] Besuchte das Gymnasium zu Wiener Neustadt, trat später in die von Professor Bl. Höfel (s. d.) gegründete Holzschneideschule in Wien ein, ging 1837 nach München, wo er im Atelier von Caspar Braun thätig war und eine hervorragende Stellung in dieser Anstalt einnahm, kehrte aber 1846 nach Wien zurück, wo er noch im nämlichen Jahre in die kaiserl. Staatsdruckerei eintrat, welche unter Leitung ihres Directors Al. Auer (s. d. I. Bd. S. 85) einen großartigen Aufschwung nahm. In diesem Institute organisirte E. die xylographische Abtheilung und ist gegenwärtig Leiter derselben. Als selbstschaffender Künstler trieb E. einige Zeit die Landschaftsmalerei; seine „Fernsicht vom Leopoldsberge bei Wien“ (östr. Kstv. 1851, 800 fl., gegenwärtig im Besitz der Staatsdruckerei) gibt einen Beweis seines schönen Talents, dem er jedoch zu Gunsten seines eigentlichen Berufes als Holzschneider und Zeichner entsagen mußte. Der tägliche Verkehr mit der Typenpresse ließ E. die großen Vortheile erblicken, welche dieselbe auch im Gebiete der Kunst zu bieten vermöchte. Bisher besaß für Gegenstände der Kunst die Lithographie den Vorzug vor der Buchdruckerpresse, welche die Weichheit, das Verschmelzen der Farbentöne der ersteren nicht zu erreichen im Stande, hingegen im gleichen Zeitraum das Dreifache des Kupfer- und Steindrucks erzeugt und eine unendlich größere Anzahl von Abdrücken mit derselben Platte gestattet. E.’s sorgfältigsten Bemühungen ist es endlich gelungen, auf typographischem Wege Malerei oder Zeichnung rein, wahr, ohne die mindeste Härte mit dem vollen Ausdruck des Originals wiederzugeben. Durch E.’s Erfindung ist die Lithographie in Schwarz- und Farbendruck ersetzt, in der Genauigkeit der Reproduction übertroffen und das Auftragen der Farben auf fertige Kupferstiche und Lithographien mittelst der Buchdruckerpresse ermöglicht. Das Ergebniß dieser Erfindung überraschte, und die chromotypischen Arbeiten der Staatsdruckerei ragten auf der Pariser Ausstellung hervor. Von den bisher bekannt gewordenen Blättern E.’s in dieser neuen Methode nennen wir: „Die Stubeygletscher-Partie“; – „Die Polignote von Delphis“, eine Reihe griechischer Gruppen von Riepenhausen in Rom in Kupfer gestochen und von E. durch die Buchdruckerpresse mit zehn Tonplatten in Farben ausgeführt; – „Landschaft aus dem Salzkammergute“, nach Fr. Schindler in Aquarellmanier; – „Das Brautthor der Sebalduskirche in Nürnberg“, im 2. Jahrgang von M. Auers Faust; – „Fenster in Heiligenkreuz“; – „Bischofstab von Salzburg“; – „Reliquienschrein in Prag“, in Dr. Heiders und Prof. Eitelbergers „Mittelalterliche Baudenkmale in Oesterreich“. E.’s Erfindung ist durch ein Privilegium geschützt. Von andern Arbeiten dieses Künstlers waren ausgestellt: „Umgebung von Possenhofen“ (östr. Kstv. 1854, Sept., Bleistiftzeichnung, 60 fl.); – „Der Schlurn bei Botzen“ (Ebenda 1855, Febr., Bleistiftzeichnung, 60 fl.); – und „Kaiser Joseph an der Druckerpresse“, nach Leander Ruß in Holzschnitt ausgeführt, großes schönes Blatt im Wiener Künstler-Album. Viele Bleistiftzeichnungen befinden sich in Privathänden.

Müller (Fr. Prof.), Die Künstler aller Zeiten u. Völker (Stuttgart 1857, Ebner u. Seubert, Lex. 8°.) I. Bd. S. 587. – Presse (Wiener Blatt, Folio) 1855 vom 6. Dec.: „Exters typographischer Farbendruck.“ – Dieselbe, 1858, Nr. 146: „Eingesendet.“

Berichtigungen und Nachträge

  1. Exter, Friedrich von, Maler [s. d. Bd. IV, S. 116], gest. zu Wien 27. Juni 1860. Der Künstler ist im Jahre 1860 in Anerkennung seiner Verdienste um die Xylographie in Oesterreich und um diese Kunst überhaupt mit dem goldenen Verdienstkreuze mit der Krone ausgezeichnet worden. Nicht lange sollte er sich dieser Auszeichnung freuen, denn schon wenige Tage darnach entriß ihn der Tod im Alter von 40 Jahren seiner Kunst, für deren Förderung er so Verdienstliches gewirkt.
    Wiener Zeitung 1860, Nr. 145 u. 154. – Fremden-Blatt 1860, Nr. 171. [Bd. 11, S. 402.]
  2. E Exter, Friedrich von [Bd. IV, S. 116; Bd. XI, S. 402], gest. zu Wien 27. Juni 1860.
    Illustrirte Zeitung (Leipzig, J. J. Weber, kl. Fol.) 1861, Nr. 922, Artikel: „Kaiser Karl V. im Kloster zu St. Just“ [Exter’s letzte Arbeit]. [Bd. 24, S. 407.]