BLKÖ:Heider, Gustav Adolph

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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
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Band: 8 (1862), ab Seite: 208. (Quelle)
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Heider, Gustav Adolph (Archäolog, geb. zu Wien 15. October 1819). Beendete die juridischen Studien an der Wiener Hochschule, trat im Jahre 1842 als Adjunct in die Bibliothek der kais. Akademie der bildenden Künste, wurde im Jahre 1850 als Concipist in die Bausection des Handelsministeriums und wenige Wochen hierauf in gleicher Eigenschaft in das nunmehr aufgelöste und mit dem Staatsministerium vereinte Ministerium für Cultus und Unterricht versetzt, in welchem er zur Zeit die Stelle eines k. k. Secretärs bekleidet. Seine wissenschaftliche Thätigkeit ist der Erforschung der vaterländischen Kunstdenkmale und archäologischen Studien des Mittelalters zugewendet. Die von ihm bisher veröffentlichten Werke, Abhandlungen und größeren Aufsätze sind folgende: „Kapelle der h. drei Könige zu Tuln“ (Wien 1847); – „Ueber Thiersymbolik und das Symbol des Löwen in der christlichen Kunst“ (Wien 1849, gr. 8°.); – „Die romanische Kirche zu Schöngrabern. Ein Beitrag zur christlichen Kunstarchäologie“ (Wien 1855, Gerold, mit Holzschn. im Texte u. 3 lith. Taf., 4°.); – „Mittelalterliche Kunstdenkmale des österreichischen Kaiserstaates, herausgegeben von G. A. Heider und Rud. Eitelberger“. 2 Bde. (Stuttgart 1855–1860, 4°.); in diesem Werke stammen nachfolgende Aufsätze aus seiner Feder: „Baubeschreibung des Stiftes Heil. Kreutz“ (I, 42–52); – „Gothische Monstranze zu Sedlitz in Böhmen“ (I, 55); – „Entwicklungsgang der Eisenarbeiten an Thüren“ (I, 146); – „Der romanische Krumstab zu Salzburg“ (II, 35); – „Der Reliquienschrein im Prager Dome“ (II, 58); – „Die Abtei Trebitsch in Mähren“ (II, 66); – „Der Altaraufsatz zu Klosterneuburg“ (II, 143); – „Der Altaraufsatz im Stifte Klosterneuburg, ein Emailwerk des XII. Jahrhunderts, beschrieben und erläutert“ (Wien 1860, 4°.) (bildet den 4. Band der „Berichte und Mittheilungen des Wiener Alterthumsvereins“); – Heider redigirt auch vom 2. Bande an das „Jahrbuch der k. k. Centralkommission zur Erforschung und Erhaltung der Baudenkmale“ (Wien 1857–1861, 5 Bde., 4°.), ist daran zugleich als Mitarbeiter betheiligt und sind daraus nachfolgende Abhandlungen seiner Feder in Separatabdrücken erschienen: „Mittelalterliche Kunstdenkmale in Salzburg“ (Bd. II u. f.); – „Liturgische Gemeinden aus dem Stifte St. Blasien im Schwarzwalde“ (Bd. IV); – „Beiträge zur christlichen Typologie aus Bilderhandschriften des Mittelalters“ (Bd. V); – ferner enthalten die von der k. k. Centralcommission zur Erforschung und Erhaltung der Baudenkmale herausgegebenen „Mittheilungen“ nachfolgende Aufsätze von Heider: „Die symbolischen Darstellungen in der Klosterkirche zu Neuberg in Steiermark“ (I, 3); – „Ueber die Bestimmung der romanischen Rundbauten mit Bezug auf die Rundcapelle zu Hartberg in Steiermark“ (I, 53); – „Die Restauration des St. Stephansdomes in Wien“ (II, 1); – „Inventarium der Preßburger Domkirche vom Jahre 1425“ (II, 151); – „Neu entdeckte Wandgemälde in der Pankratiuscapelle bei Sieding“ (III, 221); – „Emails aus dem Dome St. Stephan in Wien“ (III, 281, 309); – „Rotula aus dem Stifte Kremsmünster“ (IV); – in dem von der kais. Akademie der Wissenschaften herausgegebenen „Archiv für Kunde österreichischer Geschichtsquellen“ veröffentlichte er in Gemeinschaft mit J. V. Häufler [s. d. Bd. VII, S. 185] den größeren Aufsatz: „Archäologische Notizen, gesammelt auf einem Ausfluge nach Herzogenburg, Göttweih, Melk und Seitenstetten“ (Bd. II, Heft 1, Bd. III) [209] Heft 2) – und in letzterer Zeit erschien: „Die topologischen Bilderkreise des Mittelalters. Vortrag, gehalten im Wiener Alterthumsvereine“ (Wien 1860, 4°.); – außerdem enthalten mehrere wissenschaftliche und Kunstblätter Aufsätze von Heider, u. a. A. Schmidl’s „Oesterreichische Blätter für Literatur und Kunst“ (Wien, 4°.) 1844, Kunstblatt Nr. 3: „Ueber Schnitzwerke von Albrecht Dürer“; – die polygraphische Zeitschrift „Faust“ (Wien, gr. 4°.) II. Jahrgang (1855): „Das Brautthor der St. Sebalduskirche zu Nürnberg“.

Wurzbach von Tannenberg (Constant Dr.), Bibliographisch-statistische Uebersicht der Literatur des österreichischen Kaiserstaates (Wien, Staatsdruckerei, 8°.) II. Bericht (1854), S. 235, Marg. 7247; III. Bericht (1855), S. 249, Marg. 7475; S. 1118, Marg. 36.419. – Oesterreichische Blätter für Literatur und Kunst (Beiblatt der Wiener Zeitung) 1854, Nr. 48. – Zeitschrift für die gesammte katholische Theologie. Herausgegeben von der theologischen Facultät in Wien. VII. Band. Enthält eine ausführliche Beschreibung von H.’s Werk: Die Kirche von Schöngrabern von Dr. Scala.