BLKÖ:Eyssen, Vincenz von

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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
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Eyerel, Joseph
Band: 4 (1858), ab Seite: 122. (Quelle)
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Eyssen, Vincenz von (Kunstsammler, geb. um das Jahr 1760, gest. in Wien 28. Febr. 1844). Trat im Dec. 1780 bei der allgemeinen Hofkammer in Staatsdienste und kam im September 1782 zur vereinigten Hofkanzlei, wo er die Rangstufen eines Accessisten (1785), Registranten (1792), Adjunkten (1804) durchmachte und im März 1820 zum Archivs-, im Juni 1827 zum Registraturs-Director vorrückte. In der Eigenschaft als kaiserl. Beamter hat E. um die Ausbildung der Registratursbeamten, um die Organisirung des Archivs der vereinigten Hofkanzlei (jetzt Ministerium des Innern) und um die Ordnung der Registratur ebenda wesentliche Verdienste. Nach 55jähriger Dienstzeit trat E. Ende 1836 als kaiserl. Rath in den erbetenen Ruhestand. Seit früher Zeit wendete er der Kunst seine Aufmerksamkeit zu und sammelte in dieser Richtung mit Wahl und Geschmack Kunstblätter, Kupferstiche, Holzschnitte u. d. m. So hatte er eine Sammlung von 17,000 Blättern zu Stande gebracht, in welcher sich werthvolle Stücke von Schongauer, Dürer, Mark Ant., Rembrandt u. A. befanden. In der Besorgniß: dieses Ergebniß jahrelangen Sammlerfleißes könnte nach seinem Tode zersplittert werden, vermachte E. (1844) seine vollständige Sammlung der kaiserl. Akademie der bildenden Künste in Wien. Da die Sammlung der Akademie nach Gegenständen der Darstellung geordnet ist, so wurde die Eyssen’sche Collection zerrissen, doch aber jedes Blatt durch die Bezeichnung mit dem Namen des Spenders kenntlich gemacht und dadurch sein Andenken als Wohlthäter der Kunstakademie erhalten. Als ein Beweis der besonderen Achtung, die er von Seite der Hofstelle, bei welcher er diente, und aller seiner Mitbeamten genoß, mag die auf Veranlassung der Letzteren zu Stande gebrachte Porträtirung E.’s gelten. Sie erfolgte im Jahre 1826, bei Gelegenheit seiner Vorrückung zum Registraturs-Director. Ein Abdruck des Porträts wurde selbst dem Kaiser von einer eigenen Deputation der Beamten überreicht, und Höchstselber nahm es nicht nur sehr günstig auf, sondern dankte auch in einer besonderen Zuschrift für die Uebersendung des Bildes und die Illustrirung eines so verdienten, ausgezeichneten Staatsbeamten. Der Zeichner des Porträts war der bekannte Künstler Teltscher.

Schmidl (Ad. Dr.), Oestr. Blätter für Literatur [123] und Kunst. I. Jahrg. (Wien 1844, 4°.) III. Quartal. Nr. 33, S. 263: „E.’s Kupferstich-Sammlung.“ – Archivs-Acten.