BLKÖ:Fürstenwärther, Friedrich Karl

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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
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Band: 5 (1859), ab Seite: 24. (Quelle)
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Fürstenwärther, Friedrich Karl (Feldmarschall-Lieutenant, geb. zu Meißenheim in der Pfalz 17. Juli 1769, gest. zu Baden nächst Wien 4. Juni 1856). Stammt in gerader Linie von den Herzogen von Pfalz-Zweibrücken (siehe in den Quellen). Friedrich Karl Ludwig bezog, 8 Jahre alt, die berühmte Karlsschule in Stuttgart, wo er bis 1782 blieb. 1783 erhielt er von dem Herzog von Nassau-Saarbrücken in dem nach ihm benannten Inf.-Reg., welches in französischen Diensten stand, eine überzählige Lieutenantsstelle, wurde 1785 Lieutenant in des Herzogs berittener Garde und kam zu Hof. Später trat er in die Garde des Fürsten Nassau-Weilburg, bis er 1788 in Folge einiger Verdrüßlichkeiten seine Entlassung nahm und mit Empfehlungen des Erbprinzen von Reuß nach Wien ging, wo er im Inf.-Reg. Baron Brentano Nr. 35 eine Fähnrichsstelle erhielt. Im Juni 1789 wurde er Lieutenant, 1790 Oberlieutenant im Inf.-Reg. Baron Terzi Nr. 16 und 1792 Adjutant bei dem Feldzeugmeister Grafen Ferraris (s. d. IV. Bd. S. 198), zugleich von Kaiser Franz I. zum Hauptmann ernannt; er zählte damals 23 Jahre. In dieser Stellung zeichnete er sich in den Niederlanden aus, insbesondere in der Schlacht bei Famars (26. Juli 1793), und bei der Belagerung und Einnahme von Valenciennes. Als Ferraris sich in den Ruhestand zurückzog, übernahm F. das Commando einer Division seines Regimentes, das damals in Tyrol stand. Er wohnte nun dem Angriffe von Montebaldo (13. Jänner 1797) und Tags darauf dem Treffen bei Rivoli bei, wo er verwundet aus dem Gefecht gebracht werden mußte. Kaum genesen, wurde F. Adjutant des Feldzeugmeisters Baron Terzi und Ende 1799 Major. Nov. 1800 fungirte F. im Hauptquartier des Armee-General-Commando’s in Vicenza, gab mehrfache Beweise seiner Tüchtigkeit und rückte im Mai 1806 zum Oberstlieutenant im Inf.-Reg. Erzherzog Ludwig vor. Im Feldzuge 1809 commandirte er in Erkrankung des Obersten das Regiment und focht bei Aspern (21. und 22. Mai) mit solcher Bravour, daß ihm zwei Pferde unterm Leibe erschossen wurden, und er beim dritten Sturme in Eßlingen in Brust und Lunge gefährlich verwundet vom Schlachtfeld getragen werden mußte. Noch auf dem Schlachtfeld wurde er Oberst. [25] Von der schweren Verwundung geheilt, stand F. 1812 mit seinem Regimente in Polen, später in Böhmen und wohnte der Schlacht von Dresden bei. Nach der Schlacht von Kulm rückte F. zum Generalmajor vor (2. Sept. 1812), nahm am Kampfe bei Leipzig Theil, und marschirte dann mit seiner Brigade durch die Schweiz nach Frankreich, dessen Boden er 4. Jänner 1814 betrat. Als die österr. Truppen am 10. März Maçon besetzten, erfolgte am 11. der Angriff der Franzosen auf die Stadt. Obwohl mit Uebermacht unternommen, scheiterte er an der Tapferkeit der österr. Truppen, und hatte F. an den siegreichen Erfolgen dieses Tages wesentlichen Antheil. Nach geschlossenem Pariser Frieden kam F. als Brigadier nach St. Pölten und, als 1815 neuerdings der Krieg ausbrach, als Militärgouverneur nach Lyon, dann nach Italien. Im J. 1825 erhielt er das Regiment Nr. 56, im Dec. 1827 wurde er Feldmarschall-Lieutenant und Divisionär zuerst in Mailand, dann in Verona, 1836 Festungscommandant in Mantua, 1839 Unterlieutenant in der Arcieren-Leibgarde, 1840 Oberlieutenant, 1841 Capitän derselben, 1847 erhielt er die geh. Rathswürde. Er blieb bis an seinen Tod im Dienste, und starb, 87 Jahre alt, nachdem er unter fünf Monarchen durch 67 Jahre mit Auszeichnung gedient und alle Feldzüge der denkwürdigen Epochen 1792–1821 mitgekämpft hatte. Nach der Schlacht von Maçon trat F., jedoch vergeblich, als Bewerber des Mar. Theresien-Ordens auf.

Militärische Zeitung (ehemaliger „Oesterr. Soldatenfreund“), herausgeg. von Hirtenfeld (Wien, 4°.) 1856, Nr. 47, S. 378. – Oestr. Militär-Kalender für 1857. Herausgeg. von Dr. J. Hirtenfeld (Wien, 8°.) VIII. Jhrg S. 187 u. f. – Hopf (Karl Dr.), Histor.-genealogischer Atlas seit Christi Geburt bis auf unsere Zeit. Abtheilung I. Deutschland (Gotha 1853, Perthes, kl. Fol.) S. 64, Nr. 118. –