BLKÖ:Terzi (Terzy), Ludwig Freiherr

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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
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Terzi, Caspar
Band: 44 (1882), ab Seite: 17. (Quelle)
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Terzi, auch Terzy geschrieben, Ludwig Freiherr (k. k. Feldzeugmeister und Commandeur des Maria Theresien-Ordens, geb. zu Görz im Jahre 1730, gest. zu Wien 8. Februar 1800). Bald wird Mantua, bald Görz als sein Geburtsort angegeben. Gewiß ist, daß in Istrien eine Familie Terzi vorkommt, welcher der berühmte Staatsmann Caspar Terzi [s. d. S. 18 in den Quellen], angehört. Im Alter von siebzehn Jahren trat Ludwig als Fähnrich in das 57., damals Freiherr von Andlau’sche Regiment, in welchem er sich in den italienischen Kriegen bei Guastalla, Castell S. Lazzaro, Piacenza und Roddofreddo[WS 1] durch tapferes Verhalten bemerkbar machte. Bei Beginn des siebenjährigen Krieges (1756) bereits Hauptmann, rückte er während desselben zum Oberstlieutenant vor. Er wohnte allen bedeutenderen Affairen, Gefechten und Schlachten bei. Nach der Schlacht von Lobositz überstand er eine Todeskrankheit, welche er sich durch Ueberanstrengung zugezogen hatte; bei Leuthen erhielt er einen Schuß in den Hals und wäre bald von der feindlichen Cavallerie überritten worden. In Breslau, das ungeachtet der Gegenvorstellungen der Generale Beck [Bd. 1, S. 214] und Jacquemin [Bd. X, S. 23] vom General Sprecher [Bd. XXXVI, S. 254] an die Preußen übergeben wurde, gerieth er infolgedessen in Gefangenschaft. Wieder frei geworden, zeichnete er sich bei Hochkirch (13. und 14. October 1758), dann bei Maxen, besonders aber 1760 bei der Belagerung von Glatz aus. Daselbst hatte er mit seinem Bataillon die Aufstellung in den Laufgräben. Als jedoch Feldzeugmeister Freiherr Loudon bei seinen Dispositionen gewahr wurde, daß der Platz schneller durch einen Sturm als durch eine förmliche Belagerung zu nehmen sei, traf auch Major Terzi sofort die entsprechenden Anstalten. Er hatte den Auftrag erhalten, mit seinem Bataillon eine Flesche zu erstürmen. Schon waren zwei Angriffe von den Preußen, welche ihre Position heldenmüthig vertheidigten, zurückgeschlagen worden. Da schritt er zu einem dritten Angriffe, bei welchem die Preußen vollständig geworfen und sechs Officiere mit 150 Grenadieren gefangen genommen wurden. Als dann unmittelbar nach diesem Sturme in der Nähe des Pulverthurmes Feuer ausbrach, welches, wenn es denselben ergriffen hätte, unübersehbares Verderben über unsere Truppen gebracht haben würde, traf er mit aller Raschheit und Umsicht die Anstalten zur Löschung des Brandes, die ihm auch vollständig gelang. In Würdigung alles dessen ward er zum Oberstlieutenant befördert und in der siebenten Promotion (vom 30. April 1762) mit dem Ritterkreuze des Maria Theresien-Ordens ausgezeichnet. Im Jahre 1778 avancirte er zum Obersten im 43. Infanterie-Regimente (damals Feldzeugmeister Anton Graf Thurn, 1809 reducirt), später zum Generalmajor vorgerückt, wurde er Inhaber des 16. Infanterie-Regiments. Ueber die Verhaftung des Obersten Terzi auf der Koblenzer Brücke, über ihre unbeschreibliche Ursache, den darüber gepflogenen Depeschenwechsel zwischen Kaiser Joseph II., dem Kurfürsten von Trier Clemens Wenzel von Sachsen, des Letzteren Bruder Herzog Albrecht von Sachsen-Teschen und dessen Gemalin, der Erzherzogin Christine, über die Weigerung Terzi’s, seine Haft zu verlassen, über die Abordnung eines Geheimrathes, [18] um den Obersten zu überreden, seine Weigerung fallen zu lassen, endlich über die Nöthen des Wiener Hofkriegsrathes in dieser „übelriechenden“ Angelegenheit vergleiche man die köstlich gehaltene Darstellung: „Kleine Ursachen – große Wirkungen oder was einem k. k. Obersten alles passiren kann (historisch)“ im „Kamerad“, 1867, S. 1025. Bei dem Ausbruche des bayrischen Erbfolgekrieges im Jahre 1778 erhielt Terzi, nachdem Feldmarschall-Lieutenant Graf Wurmser den Einfall in die Grafschaft Glatz unternommen hatte, den Auftrag, die sehr wichtige Position bei Rückers – nicht Rückerts, wie es in Hirtenfeld’s „Militär-Maria Theresien-Orden“ heißt – zu vertheidigen. Einen dreimaligen vom Feinde stets mit Uebermacht ausgeführten Angriff schlug er jedesmal siegreich zurück und hielt seine Stellung den ganzen Winter 1778/79 hindurch auf das standhafteste, so die beabsichtigte Vorrückung des Feindes auf unser Gebiet vereitelnd. Da er bei dieser Gelegenheit gegen die Bewohner im feindlichen Lande mit aller Schonung vorgegangen war, würdigte nach abgeschlossenem Frieden König Friedrich II. diese Humanität des österreichischen Generals durch seinen Dank, den er mit dem Geschenke einer goldenen Dose begleitete. In der dreizehnten Promotion, welche auf Befehl Kaiser Josephs II. am 19. Mai 1779 stattfand, erhielt Terzi als der Einzige das Commandeurkreuz; er wurde dann als Brigadier nach Wien berufen und vom Monarchen zum Begleiter auf dessen Reise nach Frankreich erwählt. Im Jahre 1786 stieg er zum Feldmarschall-Lieutenant auf und war schon ausersehen, die kaiserlichen Truppen nach den Niederlanden zu führen, als der Befehl zurückgenommen und Terzi zum Vice-Commandanten von Wien ernannt wurde. Erst 1793 mußte er mit den in Oberösterreich versammelten Truppen auf den Kriegsschauplatz in den Niederlanden abrücken, wo er bei Valenciennes, Wattignies und beim Rückzuge über die Sambre wieder mit gewohnter Tapferkeit kämpfte, Nun aber war er von den Strapazen des Kriegsdienstes körperlich so geschwächt, daß er um seine Versetzung in den Ruhestand bitten mußte; diese aber wurde ihm nicht willfahrt, sondern er rückte mit Beibehalt seiner Stellung zum Feldzeugmeister vor. Im Jahre 1797 mußte er den Oberbefehl des in Wien versammelten Heeres sammt Aufgebot übernehmen, welches er dann bis Laibach führte. Bereits hielt er Istrien besetzt, als der Friede von Campo Formio (17. October 1797) allen weiteren Feindseligkeiten ein Ende machte. Nun kehrte er nach Wien zurück, wo er als Vice-Commandant der Reichshauptstadt im Alter von 79 Jahren starb.

Megerle von Mühlfeld (J. G.). Memorabilien des österreichischen Kaiserstaates u. s. w. (Wien 1825, Sollinger, kl. 8°) S. 315 [nach dieseln geboren zu Mantua]. – Oesterreichische National-Encyklopädie von Gräffer und Czikann (Wien 1837, 8°.) Bd. V, S. 320 [nach dieser geb. zu Mantua]. – Dictionnaire biographique et historique des hommes marquans de la fin du dixhuitème siècle etc. (Londres 1800, 8°.) Tom. III, p. 417. – Hirtenfeld (J. Dr.), Der Militär-Maria Theresien-Orden und seine Mitglieder (Wien 1857, Staatsdruckerei, kl. 4°.) Bd. l, S. 147 und 224; Bd. II, S. 1730 und 1732 [nach diesem erblickte Ludwig Terzy zu Görz das Licht der Welt].
Porträt. In Schwarzkunst (gr. 4°.). [[BLKÖ:Füger, Friedrich Heinrich|H. Füger] fec.

Anmerkungen (Wikisource)

  1. Vorlage: Rodofreddo.