BLKÖ:Wurmser, Dagobert Siegmund Graf

aus Wikisource, der freien Quellensammlung
Zur Navigation springen Zur Suche springen
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
korrigiert
Band: 59 (1890), ab Seite: 1. (Quelle)
[[| bei Wikisource]]
Dagobert Sigmund von Wurmser in der Wikipedia
GND-Eintrag: 117358495, SeeAlso
Dieser Text wurde anhand der angegebenen Quelle einmal Korrektur gelesen. Die Schreibweise sollte dem Originaltext folgen. Es ist noch ein weiterer Korrekturdurchgang nötig.
Linkvorlage für Wikipedia 
* {{BLKÖ|Wurmser, Dagobert Siegmund Graf|59|1|}}

Wurmser, Dagobert Siegmund Graf (k. k. Feldmarschall, Großkreuz des Maria Theresien-Ordens, geb. nach Oettinger’s „Moniteur des Dates“ 22. September 1724, gest. zu Wien 22. August 1797). Als sein Geburtsort wird Schlettstadt, von Anderen Straßburg im Elsaß angegeben. Der Sproß einer ausgezeichneten Elsässer Familie, über welche auf S. 6 die Quellen nähere Nachrichten geben, trat Wurmser als französischer Unterthan in die Dienste seines Königs, wurde Reiterofficier und machte als solcher unter Marschall Soubise die früheren Feldzüge des siebenjährigen Krieges mit. Als aber 1762 Frankreich mit England Frieden schloß, ging er mit der Legion, welche er befehligte, zur k. k. Armee über, welcher er aus den Feldzügen des siebenjährigen Krieges, wo er namentlich im sogenannten kleinen Kriege sich hervorgethan hatte, schon bekannt war, und kämpfte nun noch im letzten Feldzuge des siebenjährigen Krieges im kaiserlichen Dienste. Nach Abschluß des Hubertsburger Friedens, 15. Februar 1763, wurde er Generalmajor, bekam 1773 ein Regiment und als dasselbe reducirt wurde, 1775 das 8. Huszaren-Regiment, das er dann bis zu seinem Tode behielt. Die nächste Gelegenheit, sich im kaiserlichen Kriegsdienste zu erproben, bot ihm der bayrische Erbfolgekrieg (1778–1779). Im Juli 1778 sollte er das verschanzte Lager der bei Jaroměř stehenden Hauptarmee decken. Zu diesem Zwecke ließ er seine Huszaren den Gegner angreifen und Dragoner zur Unterstützung nachrücken; zu gleicher Zeit spielte das Artilleriefeuer so wirksam, daß der Feind alsbald mit Verlust zu weichen begann. Nun zum Commandeur des Wintercordons ernannt, ließ er das Dorf Dittersbach, welches vom Regimente Thadden besetzt war, vom Obersten Klebeck durch die Croaten überfallen, wobei 400 Feinde getödtet, ebenso viele gefangen genommen und acht Fahnen erobert wurden. Darauf rückte er im Jänner 1779 in fünf Colonnen in die Grafschaft Glatz, und zwei derselben, geführt von dem Generalmajor Grafen Kinsky, nahmen am 17. und 18. Jänner Habelschwert weg, indem, während eine Colonne das Unternehmen von Außen sicherte, die andere unter Führung des Obersten Pallavicini im Sturm in den Ort drang, den Prinzen von Hessen-Philippsthal und 700 Mann zu Gefangenen machte und drei Kanonen nebst zehn Fahnen eroberte. Wurmser selbst [2] führte die dritte Colonne und ließ das Blockhaus bei Oberschwedeldorf durch Haubitzen in Brand stecken, worauf noch der Generalmajor Terzi, welcher mit den übrigen beiden Colonnen die Unternehmung deckte, den aus Glatz herbeieilenden feindlichen Succurs zurückschlug und bei dieser Gelegenheit 300 Preußen gefangen nahm. Indessen behauptete Wurmser standhaft die vortheilhafte Stellung bei Rückerts und Reinerz, aus welcher seine Patrouillen ganz nahe an Glatz herankamen und er sich längs der schlesischen Grenze ausbreiten konnte, wodurch er den Feind für Schweidnitz besorgt machte. Als dann mit dem am 22. Februar 1779 zu Teschen abgeschlossenen Frieden der bayrische Erbfolge- oder der sogenannte einjährige „Kartoffelkrieg“ endete, übertrug Kaiser Joseph II. dem tapferen General, den er überdies bereits am 21. November 1778 außer Capitel durch Verleihung des Commandeurkreuzes des Maria Theresien-Ordens geehrt hatte, das Generalcommando in Galizien, einen, da sich die Wolken des Türkenkrieges (1788 bis 1790) drohend zu thürmen begannen, wegen der Nähe des künftigen Kriegsschauplatzes höchst wichtigen Posten. Doch sollte der tapfere General diesmal zu keiner Action kommen. Erst im Frühjahr 1793, als die Ereignisse im Westen Europas eine bedenkliche Wendung nahmen, erhielt er das Commando über die Armee am Oberrhein. Am 31. März überschritt er bei Kertsch zwischen Mannheim und Speier den Rhein, griff am folgenden Tage den Nachtrab des Generals Custine an und bedrohte Landau. Als dann am 29. Juni und 3. Juli die Franzosen zum Entsatze von Mainz bei Rohrbach und Germersheim durchzudringen versuchten, vereitelte er ihre Absicht und griff sie am 27. Juli im Walde bei Offenbach und in ihren Linien bei Essingen mit Erfolg an, trieb sie am 23. August aus dem Bienenwalde, nahm am 27. eine Hauptrecognoscirung vor, befahl am 11. September den Angriff auf Bandenthal, welchen General Pejacsevich mit großer Bravour ausführte, und durchbrach endlich am 13. October die für unüberwindlich gehaltenen Linien von Lauterburg und Weißenburg, wobei diese beiden festen Städte mit Lager, Zelten, Gepäck, Pferden, vielen Feuergewehren, 31 Kanonen, 12 Fahnen, 90 Trommeln und anderem Kriegsgeräth erobert und 750 Franzosen gefangen genommen wurden. Der Kaiser verlieh außer Capitel am 25. October 1793 dem Helden das Großkreuz des Maria Theresien-Ordens. Aber alle diese siegreichen Kämpfe waren nutzlos gewesen, das Blut der todesmuthigen Krieger war umsonst vergossen worden. Ein Geschichtsschreiber schreibt aus diesem Anlaß: „Da Wurmser vom Herzog von Braunschweig aus Eifersucht und Neid nicht kräftig unterstützt wurde und die kleinen süddeutschen Fürsten schon damals ein nichtswürdiges Spiel mit dem deutschen Heere trieben, insgeheim Einverständnisse mit den Franzosen unterhielten und diese mit Lebensmitteln, Fuhrwerk und allen Kriegsbedürfnissen freigebiger und reichlicher unterstützten, als die Reichsarmee, so sah er sich schon Ende December zum Rückzuge gezwungen, denn durch den Rückzug der preußischen Armee war der rechte österreichische Flügel der feindlichen Uebermacht zu sehr ausgesetzt. Die Franzosen griffen mit großer Ueberlegenheit und mit immer frischen Truppen die durch die vorangegangenen blutigen Kämpfe in Zahl verminderten und durch die Strapazen abgematteten Oesterreicher [3] an, und Wurmser mußte sich unter fortwährenden Kämpfen, worunter der am 26. December entscheidend war, bei Philippsburg über den Rhein zurückziehen. Seine energischen Beschwerden über die schlechte Verpflegung und Unterstützung von Seite des Wiener Hofkriegsrathes hatten zur Folge, daß der mißliebig gewordene Dränger im Jänner 1791 abberufen und durch den Prinzen von Waldeck [Bd. LII, S. 169] ersetzt wurde. Aber nicht lange sollte der erprobte Krieger unthätig bleiben, schon im August 1795 erhielt er von Neuem den Oberbefehl der österreichischen Armee am Oberrhein. Nun lieferte er den Franzosen die für unsere Waffen siegreichen Gefechte von Handschuhsheim und Mannheim am 18. October und eroberte diese Festung am 22. November, während er mit den niedrigsten Cabalen des pfälzischen Ministers Grafen Oberndorf zu kämpfen hatte. Indessen zwang der für die österreichischen Waffen so unglückliche Krieg in Oberitalien die Armee am Rhein zu gänzlicher Unthätigkeit, und Wurmser verharrte in Mannheim in einer zuwartenden Stellung, bis er, zum Feldmarschall ernannt, an Beaulieu’s Stelle den Oberbefehl des Heeres in Italien erhielt. Am 1. Juli 1796 traf er im Hauptquartier in Trient ein mit dem Auftrage, das belagerte Mantua um jeden Preis zu entsetzen. Zu diesem Zwecke theilte er seine Armee, welche 60.000 Mann betrug, in drei Corps: das erste sollte von Roveredo aus den Gardasee umgehen und die Franzosen im Rücken bedrohen; mit dem zweiten, das Wurmser in Person befehligte, wollte er das Belagerungscorps von Mantua verdrängen; das dritte aber sollte den Po überschreiten und Piacenza zu gewinnen suchen, um den Feind aus dem Mailändischen wegzudrücken. Die ersten Märsche und Gefechte vom 23. Juli bis 3. August waren für die österreichischen Waffen günstig. Der von Wurmser am 2. August 1796 unternommene Angriff gelang vollkommen; der Feind wurde in großer Unordnung zurückgetrieben, das ganze Belagerungsgeschütz erobert. Nicht gleiches Glück begünstigte die von General Quosdanovich befehligte 25.000 Mann starke Colonne, welche zu weit aus den Bergen in die Ebene von Brescia vorgedrungen war. Diesen Umstand benützte Bonaparte, umging zum Theil die Colonne, griff sie dann mit großer Ueberlegenheit an, zerstreute sie ganz und bemächtigte sich ihrer Geschütze. Hierauf konnten die Franzosen sich vereinigen und wider den gegen den Mincio vorrückenden Feldmarschall, der von der Niederlage seiner ersten Colonne noch keine Kenntniß hatte, unvermuthet mit ganzer Macht anrücken. Die Oesterreicher wurden am 5. August bei Castiglione geschlagen und bis Roveredo zurückgeworfen. Mantua war von Neuem von den Franzosen bloquirt. Die Versuche Wurmser’s zwischen dem 1. bis 13. September, diesen Platz zu befreien, scheiterten. Da drang der greise General mit der Hauptcolonne durch die Valsugana, als das einzige von dem Feinde nicht bewachte Debouché, in die Ebene von Italien und über Legnago nach Mantua vor. Obwohl nun auch General Davidovich bei Trient von den Franzosen geworfen worden und diese die Defiléen im Rücken der österreichischen Armee gewannen, gelang es Wurmser doch, mit seiner Cavallerie durchzubrechen und sich nach Mantua zu werfen. Und nun beginnt ein in der Kriegsgeschichte ewig denkwürdiges Schauspiel: Wurmser’s Vertheidigung Mantuas gegen das [4] an Zahl weit überlegene Belagerungsheer der Franzosen. Vier Monate lang hatte der Held aus dem Elsaß mit bewunderungswürdiger Umsicht, Tapferkeit und Ausdauer den Platz gegen das starke Belagerungsheer vertheidigt, erst die geringe Möglichkeit und Wahrscheinlichkeit eines Ersatzes und der völlige Mangel an Lebensmitteln und Arzeneien zwangen den General gebieterisch, am 2. Februar 1797 unter den ehrenvollsten Bedingungen zu capituliren und die Festung zu übergeben. [In den Quellen wird S. 6 der Uebergabsact nach französischen Berichten mitgetheilt.] Bonaparte selbst sprach sich in seinem Berichte an das Directorium über den Fall der Festung in ehrenvollster Weise über den tapferen Commandanten derselben aus. Wurmser aber begab sich nun nach Wien und sollte das Generalcommando in Ungarn übernehmen. Jedoch die durch die Strapazen des letzten Krieges und der Belagerung von Mantua stark geschwächte Gesundheit des 73jährigen Feldmarschalls gestattete es ihm nicht, dieses in jenen Tagen so wichtige neue Commando zu übernehmen, und nach längerem Leiden erlag er der überhand nehmenden Schwäche. Wenn auch die letzten Ereignisse seines kriegerischen Lebens seinen Waffenruhm zu verdunkeln scheinen, so mindert dies nicht im Geringsten seinen Ruhm als Kriegsmann und Feldherr. Wohl will die Kriegsgeschichte ihn mehr als tapferen Krieger, denn als weit und tief berechnenden Feldherrn gelten lassen und nimmt in Würdigung seiner ritterlichen Tugenden für ihn den Titel „eines Ritters ohne Furcht und Tadel“ in Anspruch; doch wenn man die Beschreibungen seiner Feldzüge mit Aufmerksamkeit liest, so bleibt noch immer genug übrig, um in ihm den gewandten Taktiker zu erkennen, der, wenn seine Dispositionen nicht immer gelingen, am wenigsten daran die Schuld trägt, da Neid, Intriguen und Verrath der mit ihm operirenden Generale auch seine wohlberechnetsten Maßnahmen vereitelten. Für die Ansicht, daß er mehr Muth als eigentliches Feldherrntalent besaß, nahm man die zu seiner Zeit noch sehr junge Wissenschaft der Kranioskopie zu Hilfe und berief sich auf einen Ausspruch des Dr. Gall, der das Organ des Muthes an ihm vorherrschend entwickelt gefunden haben will und Wurmser’s Schädel in dieser Rücksicht als eines der seltensten Schaustücke seiner Sammlung aufbewahrt hatte. Ueberwiegender Muth schmälert aber nicht das Vorhandensein von taktischem Talent und Feldherrngeist. Doch Wurmser war nicht nur Soldat, er war auch Mensch und verband mit allen Eigenschaften des Feldherrn Bildung und Humanität, wofür schon der Umstand spricht, daß er Mitglied der Prager Freimaurerloge „Wahrheit und Eintracht“ war, und daß er für die religiösen Bedürfnisse seiner Krieger volles Verständniß besaß und für deren Befriedigung Sorge trug, beweist die Thatsache, daß er in Prag zuerst, und ehe noch die daselbst lebenden Protestanten ihren eigenen Gottesdienst hatten, für die protestantischen Soldaten einen solchen einrichten ließ. Auch regte er im Staatsrath die Angelegenheit wegen durchgängiger Anwendung der Seiler’schen „Liturgie“, eines in protestantischen Kreisen als vortrefflich anerkannten Werkes für die protestantischen Soldaten der österreichischen Armee an, worin er von den Staatsräthen Martini und Simon Thaddäus Freiherrn v. Reischach ernstlich unterstützt wurde. Das Grabmal des [5] Generals hatte das Schicksal des Mozart’schen Grabes, indem vergebens die Stätte gesucht wurde, welche die sterblichen Ueberreste Wurmser’s birgt. Dr. Gall aber besaß den Schädel desselben; wie er in dessen Besitz gekommen, weiß niemand; aus allen Nachforschungen ging hervor, daß bei Auflassung eines Friedhofes Wurmser’s Grab eröffnet worden, sein Skelet in die Hände von Curiositätensammlern und sein Schädel in den Besitz des Dr. Gall gelangt sei.

I. Literatur zur Geschichte seiner Feldzüge. „Uebergang des Generals der Cavallerie Grafen Wurmser über den Rhein im Jahre 1793“ in der Schels’schen „Oesterreichischen militärischen Zeitschrift“ (Wien, 8°.) 1818, Bd. IV, Heft 11, S. 264 u. f. – „Der Angriff des k. k. Generals der Cavallerie Grafen Wurmser auf General Pichegru’s Centrum bei Mannhein am 18. October 1795 und die Einschließung dieser Stadt“ (ebd. 1832) Bd. III. – „Eroberung Mannheims durch den k. k. General der Cavallerie Grafen Wurmser im November 1795“ (ebd. 1833) Bd. I, Heft 1. – „Operationen des Feldmarschalls Grafen Wurmser am Ende Juli und Anfang August 1796 zum Entsatz von Mantua, mit der Schlacht von Castiglione“ (ebd. 1830) Heft 3, 4, 5. – „Die zweite Einschließung Mantuas im August 1796 und gleichzeitige Ereignisse bei dem Heere unter Feldmarschall Grafen Wurmser in Tirol und Vorarlberg“ (ebd. 1831) Bd. IV. Heft 12. – „Die zweite Vorrückung des Feldmarschalls Grafen Wurmser zum Entsatz von Mantua im September mit den Treffen an der Etsch und Brenta in Roveredo, Trient, Lavis, Primolano, Bassano, dann bei Cereo, Castellaro und von Mantua“ (ebd. 1832) Band I, Heft 1 und 2. – „Wurmser und Benedek. Eine historische Parallele“, in der „Militär-Zeitung“ (Wien, gr. 4°.) 1868, S. 781. – Vivenot (Alfred Ritter von). Thugut, Clerfayt und Wurmser. Originaldocumente aus dem k. k. Haus-, Hof- und Staatsarchiv, herausgegeben von – (Wien 1869) [vergleiche darüber: Zarncke’s „Literarisches Centralblatt“ 1869, Nr. 28. Sp. 817].
II. Quellen zur Biographie. Donauer (Georg Friedrich). Kurze Lebensbeschreibung des k. k. Generals Grafen von Wurmser (o. A. d. O. 1778, 8°.). – Baur (Samuel). Galerie historischer Gemälde aus dem achtzehnten Jahrhundert. Ein Handbuch für jeden Tag des Jahres (Hof 1805, G. A. Grau, 8°.) III. Th., S. 327 u. f. [nach diesem gest. 23. August 1797]. – Blätter für den häuslichen Kreis (4°.) 1870, S. 317. – Bornschein (Adolf). Oesterreichischer Cornelius Nepos oder Leben, Thaten und Charakterzüge österreichischer Feldherren (Wien 1812, kl. 8°.) S. 272. – Hirtenfeld (J.). Der Militär-Maria Theresien-Orden und seine Mitglieder (Wien 1856, Staatsdruckerei, 4°.) Bd. I, S. 215, 392; Bd. II, S. 1731 und 1736. – Kunitsch (Michael). Biographie merkwürdiger Männer der österreichischen Monarchie (Gratz 1807, kl. 8°.) Bändchen V, S. 141–151 [nach diesem gest. 21. August 1797]. – Oesterreichische National-Encyklopädie von Gräffer und Czikann (Wien 1832, 8°.) Bd. VI, S. 206 [nach dieser gest. 22. August 1797]. – Reilly (Franz Joh. Jos. v.). Skizzirte Biographien der berühmtesten Feldherren Oesterreichs von Maximilian I. bis auf Kaiser Franz II. (Wien 1813, 4°.) S. 415 [nach diesem gest. 21. August 1797]. – Rittersberg (Johann Ritter von). Historischer Militär-Almanach des 16., 17., 18. und 19. Jahrhunderts (Prag 1825, Enders, 8°.) S. 318 [nach diesem gest. 21. August 1797]. – (Schlosser’s) Geschichte des achtzehnten und des neunzehnten Jahrhunderts bis zum Sturze des französischen Kaiserreichs. (Heidelberg 1849, Mohr, 8°.) 3. Aufl., Bd. III, S. 376; Bd. V, S. 621, 628, 629, 631, 725, 727 u. f., 729 u. f., 735, 749 und 754 [über seine Feldzüge am Rhein, die Eroberung von Mannheim, seine Thätigkeit in Italien und seine Uebergabe Mantuas]. – Szöllösy (Joh. Nep.). Tagebuch gefeierter Helden und wichtiger kriegerischer Ereignisse der neuesten Zeit u. s. w. (Fünfkirchen in Ungarn 1837, gr. 8°.) S. 436 [nach diesem geb. 31. October 1724, gest. 22. August 1797]. – Thaten und Charakterzüge berühmter österreichischer Feldherren (Wien 1808, Degen, 8°.) Bd. II. S. 53–59. – (Wigand’s) Conversations-Lexikon für alle Stände (Leipzig 1852, gr. 8°.) Bd. XV, S. 356 [nach diesem gest. 23. August 1797]. – Dictionnaire biographique [6] et historique des hommes marquans de la fin du dix-hultième siècle etc. (Londres 1800, 8°.) Tome IIIme, p. 513–516. [Hinsichtlich der Vertheidigung Mantuas bis zur Uebergabe der Festung am 2. Februar 1797 heißt es in diesem Artikel, der übrigens voll des Lobes ist über Wurmser: „...jusqu’au 2 Fév. 1797, jour où les maladies et la faim le forcèrent de rendre cette piace il prouva de nouveau son zèle et sa bravoure par des sorties fréquentes, qui lui attirèrent l’admiration des ennemis et les éloges de Buonaparte lui-même. La défense de cette ville coûta près de 24 mille hommes aux Autrichiens et sa prise environ 22 mille aux François. Par la capitulation Wurmser obtint des distinctions particulaires; sa personne et 300 hommes à son choix ne furent point compris au nombre des prisonniers et il conserva en outre 4 canons et 4 chariots, qui le suivèrent...“, eine in der That höchst ehrenvolle Capitulation.] – Dictionnaire des Contemporains (Paris, 8°.) Tome XX, p. 298. – Die österreichische Biedermannschronik schreibt über den General: „Von dem Muth, der Tapferkeit und den übrigen Heldeneigenschaften dieses versuchten Heerführers ist die Welt bereits unterrichtet: wir schildern hier nur den Vater und sozusagen den Kameraden und Bruder des gemeinen Kriegsmannes, dessen Herz und Seele er so ganz zu gewinnen weiß; den stillen und liebenswürdigen Bürger und Landmann in Friedenszeiten, der gleich den Helden des Alterthums die Pflugschar mit dem Schwerte vertauscht; den Verehrer und Schätzer der Wissenschaften, der nach der Taktik, sich unmittelbar mit den Musen beschäftigt – den Menschenfreund. Das Vaterland freut sich seines Besitzes und sieht, wenn es in die Zukunft denkt, Loudon den Zweiten in ihm.“
III. Porträts. 1) Lithographie mit der einfachen Unterschrift: Wurmser. – 2) Schöner Holzschnitt im Medaillon, das von militärischen Enblemen in ornamentaler Weise umrahmt ist – 3) C. Vinazer fec., J. G. Schleich sc. (8°.). – 4) Vinazer fec., J. E. Mansfeld sc. – 5) J. Müller fec. 1793, J. Adam sc. 1795 (8°.). – 6) K. M. Ernst pinx. et sc. (8°.). – 7) G. Lichtensteger sc. (Fol.). – 8) Brand p., J. Young sc. 1796 (Fol. Schwarzkunst). – 9) Dieses letztere auch im Farbendruck.