BLKÖ:Klebeck, Wilhelm Freiherr

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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
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Klauzál, Gabriel
Band: 12 (1864), ab Seite: 26. (Quelle)
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Klebeck, Wilhelm Freiherr (k. k. General-Feldzeugmeister und Commandeur des Maria Theresien-Ordens, geb. zu Losdon in Liefland im Jahre 1729, gest. zu Güns in Ungarn 4. Juni 1811). Trat jung in ein k. k. Kürassier-Regiment als Cadet ein, von welchem er als Fähnrich in ein Infanterie-Regiment kam und in demselben stufenweise zum Major vorrückte. Im Jahre 1771, 43 Jahre alt, wurde K. Oberst des Warasdiner-Kreuzer Grenz- Regiments; am 21. April 1779 General-Major, im November 1788 Inhaber des Infanterie-Regiments Nr. 14, am 9. October 1789 Feldmarschall-Lieutenant und am 1. Juni 1796 bei der auf sein Ansuchen erfolgten Uebersetzung in den Ruhestand Feldzeugmeister. Klebeck, einer der herzhaftesten und tapfersten Krieger der kaiserlichen Armee, hat sich bei mehreren Anlässen in hervorragender Weise ausgezeichnet. So am 14. September 1778 bei der Verfolgung des von Johannebad in Schlesien zurückgedrängten Feindes, welcher bei dieser Gelegenheit großen Verlust erlitt. Am 9. November d. J. erhielt er vom Feldmarschall-Lieutenant Wurmser den Befehl, das Thadden’sche Regiment bei Dittersbach zu überfallen. K., damals Oberst, ging mit zwei Bataillonen seines Regiments und drei Divisionen Huszaren an die Ausführung dieses Befehls. Obwohl nun sein Anmarsch durch einen Zufall entdeckt und überdieß zwei Colonnen durch Boten irregeführt wurden, der Feind also vor Ankunft der Unseren bereits alarmirt war, so hatte doch K. den Ueberfall glücklich ausgeführt, den Obersten des Thadden’schen Regiments und 100 Mann gefangen und 8 Fahnen erobert, überdieß waren 150 Feinde todt und verwundet auf dem Platze geblieben. K. erhielt aus diesem Anlasse in der 12. Promotion (vom 15. Februar 1779) das Ritterkreuz des Maria Theresien-Ordens. Im zweiten Türkenkriege, als Brigadier in der Hauptarmee eingetheilt, erwarben ihm seine Umsicht und Bravour das besondere Vertrauen Loudon’s. Bei Berbir befehligte K. die Avantgarde, mit welcher er den Brückenschlag oberhalb Berbir deckte, der Erste auf der feindlichen Seite gegen die Festung vorrückte, hier festen Fuß faßte, so daß unter seiner Deckung die angeordneten Schanzarbeiten ausgeführt wurden. Als er darauf mit seiner Brigade zu der unteren Brücke bei Nieder-Varos commandirt wurde, und bei Ausführung der Tranchée durch einen Sturz vom Pferde eine Quetschung des Armes erhielt, harrte er, sein Leiden nicht beachtend, aus, bis die Einnahme von Berbir erfolgte, und nun erst war er auf die Heilung seines übel zugerichteten Armes bedacht. Als im November 1788 das Armeecorps nach Syrmien marschirte, zeichnete sich K. bei mehreren Anlässen aus, und zwar bei der ersten Ueberschiffung der Avantgarde von Bolievicze nach Ostrusnicza, bei der Fortsetzung des Marsches gegen Belgrad und bei der Bedeckung der von Loudon unternommenen Hauptrecognoscirung. Bei dem am 30. September 1789 auf Belgrad ausgeführten Sturme aber führte K. die erste Colonne gegen den gefährlichsten Theil der Stadt, an welchem nämlich zwei noch nicht demontirte feindliche Batterien waren, drang mit seiner Truppe durch mehrere von dem Feinde hartnäckig vertheidigte Gassen bis zur Esplanade der Festung vor, und wirkte durch seine Tapferkeit wesentlich zum glücklichen Erfolge mit. Indem er in Anerkennung dieser Waffenthat zum Feldmarschall-Lieutenant befördert wurde, [27] erhielt er auch noch in der 19. Promotion (vom 21. December d. J.) das Commandeurkreuz des Maria Theresien-Ordens. Die wenigen Friedensjahre, welche dem letzten Türkenkriege folgten, benützte K. zur Pflege seiner durch Wunden und Kriegsstrapazen stark geschwächten Gesundheit. Als 1794 der Krieg mit Frankreich ausbrach, kam K. zur Armee in den Niederlanden und erhielt das Commando der Festung Mastricht, welche zu halten jedoch nicht in seiner Macht lag. Sein körperliches Leiden nöthigte ihn nun, sich 1796 in den Ruhestand zurückzuziehen, den er noch 15 Jahre zu Güns genoß, wo er im Greisenalter von 82 Jahren starb. K. selbst war unvermält; den ihm als Maria Theresien-Ritter statutenmäßig gebührenden Freiherrnstand gelang es ihm mit kaiserlicher Gnade auch für seinen Bruder Karl Otto zu erwerben, welcher als Erbgrundherr und Ordnungsrichter des Wenden’schen Kreises in Liefland lebte.

Freiherrnstands-Diplom vom 22. Juni 1779. – Oesterreichisches Militär-Konversations-Lexikon (Wien 1850 u. f., gr. 8°.) Bd. III, S. 547. – Hirtenfeld (J.), Der Militär-Maria Theresien-Orden und seine Mitglieder (Wien 1857, Staatsdruckerei, gr. 8°.) S. 219, 256, 1731, 1733. – Wappen. Gevierteter Schild mit Herzschild. 1 und 4: in Roth acht kreuzweis gelegte gespitzte blaue, mit Silber eingefaßte Fähnlein an goldenen Stangen mit silbernen Lanzenspitzen; 2 und 3: in Blau ein auf grünem Grunde einwärts gestellter, graubärtiger wilder Mann mit einem grünen Kranze um das Haupt und die Lenden, mit in die Seite gestemmter Linken, während die Rechte einen Kolben zum Streite schwingt. Herzschild: In Silber auf einem schrägrechts liegenden stumpfen Ast von natürlicher Farbe eine rechtsschauende Krähe von natürlicher Farbe. Den Schild bedeckt die Freiherrnkrone, auf welcher drei gekrönte Turnierhelme ruhen. Aus der Krone des rechten Helms wächst mit der oberen Hälfte der in 2 und 3 beschriebene wilde Mann hervor; auf der Krone des mittleren schwebt auf dem Aste zwischen zwei mit den Sachsen einwärts gekehrten, vorn oben weiß, unten roth, hinten oben roth, unten weiß abgetheilten Adlerflügeln die Krähe des Herzschildes; auf der Krone des linken Helms stehen aufrecht die in 1 und 4 beschriebenen acht Fähnlein. Helmdecken. Die des rechten Helms roth mit Gold, die des mittleren schwarz mit Silber, jene des linken Blau mit Silber belegt. Schildhalter. Zur Rechten ein goldener Löwe, zur Linken ein goldener Greif, beide einwärts sehend.