BLKÖ:Faeßler, Johann Georg

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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
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Band: 4 (1858), ab Seite: 133. (Quelle)
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Faeßler, Johann Georg (Militär, geb. in der Nähe von Bregenz zu Ende des vorigen Jahrhunderts). Ein durch seine Schicksale und die schlichte ansprechende Weise, womit er dieselben in dem in den Quellen bezeichneten Werke zu erzählen versteht, bemerkenswerther Mann. Armer Leute Kind, wurde er früh verwaist und von einer bösen Stiefmutter verwahrlost, kam dann zu einem Schuster in die Lehre und wurde, da er das gesetzmäßige Alter hatte, assentirt. Als gemeiner Soldat in der k. k. Armee desertirte er 1813, als er das erste Mal Spießruthen laufen sah, und trat bei einem Schweizer-Regimente in Napoleons Dienste. Nun beginnen seine Fahrten und Wanderungen reich an Erlebnissen, welche er mit treffenden Bemerkungen erzählt. Mit dem Ausbruch der Julirevolution wurden die Schweizer-Regimenter entlassen, F. mußte wieder Schuster werden und trat dann bei den städtischen Truppen in Basel ein; als diese aber nach dem berüchtigten Zuge nach Pratteln entlassen wurden, ließ er sich 1834 für den griech. Dienst anwerben. In Griechenland befiel ihn eine Todeskrankheit, und er that, sollte er genesen, das Gelübde, zum heil. Grab zu wallfahrten. Als Invalide entlassen, löste er sein Gelübde. Dann kehrte er nach Europa in die Schweiz zurück, wo er als Heimatloser vom Canton St. Gallen adoptirt worden ist und sein Brod mit Arbeit verdient. Die Erzählung seiner Schicksale enthält auch historisches Detail u. bildet durch die naive Darstellung des Soldatenlebens einen interessanten Beitrag zur Sittengeschichte.

Des Sergeanten Johann Georg Fäßler von Obernzwyl Militär-Schicksale und Reise nach Griechenland, Egypten und dem gelobten Lande. Von ihm selbst erzählt (St. Gallen und Bern 1840). – Literaturblatt, redigirt von Dr. Wolfgang Menzel. 1840, Nr. 130.