BLKÖ:Ferrari, Luigi

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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
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Ferrari, Joseph Graf
Band: 4 (1858), ab Seite: 196. (Quelle)
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Ferrari, Luigi (Bildhauer, geb. in Venedig 1810). Sohn des Bartolomeo II. (s. d. S. 192). Zeigte früh ein großes Talent für die Kunst, in welcher er sich unter seines Vaters Leitung zu einem der ersten Bildhauer der Gegenwart heranbildete. Groß bereits ist die Menge seiner Werke, Statuen, Büsten und Basreliefs, darunter: „Endimion mit dem Hündchen“, später für das Museo Tosi in Brescia wiederholt; – „Marco Polo“, Marmorstandbild, im Auftrage der Stadt Venedig; der Seefahrer hat das Ruder in der Hand und den chinesischen Spitzhut auf dem Haupte; – „Die Melancholie“, eine sitzende weibliche Figur; – „Madonna della Concezione“, Statue für die Hauscapelle des Grafen Vigodarzere (nicht Villadarzere, wie es bei Brockhaus und Müller heißt); – „Die Nymphe, eine Lotosblume pflückend“, Marmorstatue (im Bes. des Grafen Serbelloni in Mailand); – „David und Goliath“, Marmorgruppe; – „David für den Sieg über Goliath sein Dankgebet verrichtend“, Marmorstatue; – „Dante“ und „Raphael“, zwei Marmorbüsten. – Viele seiner Arbeiten befinden sich in den Staats-Gebäuden und Kirchen Venedigs, als im Palazzo ducale die „Marmorbüsten von Paolo Poruta“; – „Gallileo Gallilei“; – im Athenäum das „Denkmal für F. Aglietti“, aus carrarischem Marmor; – in der Kirche des heil. Martin: „Die Statue des heil. Philipp Neri“, aus carrarischem Marmor, eine Jugendarbeit des Künstlers; – in der Kirche der h. Apostel: „Denkmal und Büste von Benedetto Valmarana“; – in der Kirche des h. Silvester die zwei Engel zu den Seiten des Hochaltars; – in der Akademie der schönen Künste: „Die kolossale Büste Sr. Majestät des Kaisers Franz Joseph l.“; – auf dem Friedhofe das „Grabdenkmal der Gräfin Medin“. In neuerer Zeit beschäftigt er sich mit der Ausführung eines Marmordenkmals für den Erzherzog Friedrich von Oesterreich, welches in der Johanniter-Kirche in Venedig aufgestellt werden soll. – Auch arbeitete er für Venedig eine „Laokoon-Gruppe“, doch nach einem von der antiken Gruppe ganz verschiedenen Motive; ob diese Arbeit bereits vollendet, ist nicht bekannt geworden.

Müller (Fr.), Die Künstler aller Zeiten und Völker (Stuttgart 1857, Ebner und Seubert, gr. 8°.) II. Bd. S. 36. – Zanotto (Franc.), Nuovissima guida di Venezia (Venedig 1856, Brizeghel, 16°.) S. 128, 171, 256, 366, 379, 537, 675. – Frankl (Ludw. Aug.) Dr.), Sonntagsblätter (Wien, gr. 8°.) 1844 (III. Jahrg. S. 42: „Neue Laokoongruppe“ [Nachricht über dieselbe, welche Marsano schon [197] im J. 1837 im Modell gesehen]. – S. 999, 1071. – Dieselben 1845 (IV. Jahrg.) S. 524. – Gemme d’ arti italiane (Mailand, Verona, Venedig, 4°.) in mehreren Jahrgängen dieses Werkes, in deren einem seine Statue: „La Vergine“ auch in Kupfer gestochen ist. – (Brockhaus) Conversations-Lexikon (10. Aufl.) VI. Bd. S. 21. – Wigands Conversations-Lexikon (Leipzig 1847, gr. 8°.) V. Bd. S. 23.