BLKÖ:Feuerstein von Feuersteinsberg, Andreas Leopold Freiherr

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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
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Fiala, Joseph
Band: 4 (1858), ab Seite: 214. (Quelle)
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Feuerstein von Feuersteinsberg, Andreas Leopold Freiherr (kaiserl. Feldmarschall-Lieutenant, geb. 1700, gest. zu Natikau in Böhmen 1773). Er und der folgende Freiherr Anton Ferdinand sind Söhne des Andreas Feuerstein, der ehrenvoll aus der Belagerung von Landau bekannt ist und 1702 fiel, eben als er dem römischen Könige Joseph I. Rapport erstattete. Freiherr Andreas Leopold trat 1717 in die Artillerie, ward 1737 Artilleriecommandant in Mantua und 1742 Oberstlieutenant. Im Jahre 1744 focht er am Rhein und wurde 1746 Oberst. In der Schlacht von Kolin (18. Juni 1757) befehligte F. die Artillerie und bewies nach Dauns Zeugniß dabei große Geschicklichkeit. Unmittelbar nach der Schlacht ernannte ihn die Kaiserin zum General-Major. Bei der Belagerung von Sonnenstein führte er durch die geschickte Verwendung des Geschützes den Fall der Festung herbei. 1759 trat F. als Feldmarschall-Lieutenant in den Ruhestand und starb im Alter von 73 Jahren. – Anton Ferdinand (Feldzeugmeister, geb. 1690, gest. zu Natikau in Böhmen 1780). Trat 1707 in die Artillerie, ward 1728 Oberstuckhauptmann und im Laufe des Türkenkrieges Oberst. Im österr. Erbfolgekriege commandirte F. als Generalmajor die Artillerie und zeichnete sich bei Trautenau (1745) aus. Schon im J. 1745 trat er mit entsprechenden Vorschlägen einer Veränderung der Geschützwaffe auf, welches nach manchem Widerstande erst im J. 1753 angenommen wurde. Im J. 1746 rückte F. zum Feldmarschall-Lieutenant, 1753 zum Feldzeugmeister vor und erhielt den Freiherrnstand. Im siebenjährigen Kriege commandirte F. die Artillerie bei Prag, wo er verwundet wurde, bezwang dann Gabel und Zwickau, mußte aber schon 1759 aus der Activität treten. F. besitzt mannigfache Verdienste um die Hebung der österr. Artillerie. Er starb als Greis von 90 Jahren.

Oestr. Militär-Konversat.-Lexikon. Herausgeg. v. Hirtenfeld u. Dr. Meynert (Wien 1851) II. Bd. S. 401. – Staffler (Johann Jakob), Das deutsche Tirol und Vorarlberg, topographisch mit geschichtlichen Bemerkungen (Innsbruck 1847, Rauch, 8°.) I. Bd. S. 49. – (Kneschke, Ernst Heinrich Prof.) Deutsche Grafenhäuser (Leipzig 1852, Weigel, 8°.) I. Bd. S. 231. – Die Familie Feuerstein stammt aus Tyrol, u. z. aus Bregenz und erhielt am 20. April 1559 einen Wappenbrief. Die Brüder Anton Ferdinand und Andreas Leopold (s. die Obigen) wurden 1757 in Freiherrnstand und Anton Freiherr von F. 1793 in den Grafenstand erhoben. Aus dessen Ehe mit Johanna Gräfin Sternberg (geb. 14. Juli 1770) stammt Graf Anton (geb. 28. Juni 1789), vermält (seit 26. October 1840) mit Elisabeth Freiin v. Stürmer (geb. 1. Sept. 1801, gest. 13. Februar 1843). Graf Anton ist Oberst in der Armee. – Wappen. Quadrirter Schild mit Mittelschild. Dieser von Gold und Schwarz senkrecht getheilt mit der in der Ordenskette des goldenen Vließes befindlichen Malteserkreuz-förmigen Rosette (Feuerstahl) mit gewechselten Tincturen. 1 u. 2 des Hauptschildes in Gold auf grünem Rasen eine aufgerichtete, einwärts gekehrte Gemse natürlicher Farbe, welche mit den beiden Vorderläufen den Feuerstahl des Mittelschildes trägt. 2 u. 3 in Silber ein rother einwärts gekehrter Löwe.