BLKÖ:Frankl, David Bernhard

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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
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Frankl, Wilhelm
Band: 4 (1858), ab Seite: 334. (Quelle)
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Frankl, David Bernhard[BN 1][BN 2] (Kaufmann, geb. zu Chrast in Böhmen 8. Mai 1820). Bruder des Ludwig August F. (s. d.). Erhielt die erste Erziehung im Elternhause und ging, als sein Bruder Ludwig August in Wien war, ebenfalls dahin, besuchte das polytechnische Institut, wurde Chorknabe im israelitischen Tempel und ertheilte Unterricht. Nach einigen Jahren 1834 dem Handelsgeschäfte sich widmend, trat er in das Haus seines Onkels J. J. Pollak in Prag als Praktikant ein, wurde nach vier Jahren Vollmachtsträger dieses Hauses und blieb 9 Jahre in dieser Stellung. 1845 etablirte er sich als Kaufmann in Prag, wo seine Firma derzeit eine der geachtetsten des Platzes ist; 1847 wurde er Vorsteher des Prager Handelsstandes und diese Wahl nach der Hand viermal erneuert; 1848 wurde er M. Landau, dem Vorstande der damals noch selbständigen Israeliten-Gemeinde, an die Seite gegeben; 1849 zum Stadtverordneten und 1851 zum Stadtrathe gewählt. Seit dem Bestehen der Prager Handelskammer ist er deren Mitglied, auch Mitglied der meisten Kunst- und Humanitäts-Vereine in Prag und hat um die Errichtung der Prager Sonntags-Gremialschule, wie um die Gründung der ersten höheren Handelslehranstalt in Oesterreich wesentliche Verdienste, war an ersterer durch 5 Jahre als Verwaltungsrath, und ist an letzterer seit ihrer Errichtung in gleicher Eigenschaft noch thätig. Für diese Verdienste um seine Gemeinde und die bürgerliche Gesellschaft erhielt er 1854 das goldene Verdienstkreuz, 1855 das Bürgerrecht der Stadt Prag und 1856 das Diplom eines Ehrenhauptmanns des k. k. privil. bürgerl. Infanterie-Corps, nachdem ihm schon 1851 eine Deputation der hervorragendsten Mitglieder der Prager Israeliten-Gemeinde öffentlich eine Dankadresse für sein aufopferndes u. beharrliches Wirken im Interesse der Gemeinde überbracht hatte. Durch seinen Bruder Ludwig August kam er frühzeitig mit Dichtern und Künstlern in nähere Berührung, was seinen Sinn für Kunst und Wissenschaft belebte. In Verbindung mit seinem Freunde W. A. Gerle schrieb er das Lustspiel „Mademoiselle Colomb“, das in Stuttgart, Prag, Wien und sonst beifällig aufgenommen u. in den Wiener Blättern günstig besprochen wurde. –

Berichtigungen und Nachträge

  1. Frankl, David Bernhard [s. d. Bd. IV, S. 334], gestorben zu Prag 20. November 1859.
    David Bernhard Frankl. Biographische Skizze. Manuscript für Freunde (Wien 1860, Zamarski u. Ditmarsch, gr. 8°.). – Porträt. Ohne Angabe des Zeichners und Lithographen, mit dem Facsimile der Unterschrift: D. B. Frankl nach einem Oelgemälde von L. Pollak in Rom, lithogr. Abth. Zöller, 8°.). [Bd. 11, S. 409.]
  2. Frankl, David Bernhard [Bd. IV, S. 334], gestorben 20. November 1859.
    David Bernhard Frankl. Biographische Skizze (Manuscript für Freunde) (Wien 1860, Zamarski u. Dittmarsch, mit Bildniß, einer lithographirten Tafel, 35 S. 8°.). [Bd. 26, S. 380.]