BLKÖ:Freisauff Ritter von Neudegg, Felix

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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
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Band: 4 (1858), ab Seite: 349. (Quelle)
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Freisauff Ritter von Neudegg, Felix (Hauptmann, geb. zu Bellovár 10. Febr. 1799, gest. zu Döbling 5. Juli 1854). Entstammt einer bereits 1631 geadelten Familie. Sein Vater war Oberstlieutenant im Oguliner Gränz-Regimente. Der Sohn kam 1810 in die Neustädter Akademie, verließ dieselbe 1818 als Unterlieutenant im Pionnier-Corps mit der Bestimmung, die Professur der Geschichte in der Corpsschule zu Korneuburg zu übernehmen, wo er bis 1825 blieb. Hierauf wählte ihn der damalige Oberst Fallon (s.. d. S. 141) zur Ausführung des astronom. Theiles bei seinen milit. Katastral-Vermessungs-Arbeiten. Nach Fallons Tode (1828) berief ihn Erzherzog Karl, um am Unterrichte seiner vier Söhne mitzuwirken; [350] F. wurde nun Oberlieutenant im Inf. Reg. Erzh. Karl und 1831 wirkl. Hauptmann. 1838 nöthigte ihn ein hartnäckiges organisches Leiden diese Stelle aufzugeben, um Pensionirung zu bitten, und in Bädern Linderung für seine Leiden aufzusuchen. Ungeachtet dessen war F. fortwährend wissenschaftlich thätig und starb nach jahrelangen Leiden im Alter von 55 Jahren. F. besaß eine gründliche wissenschaftliche Bildung und war in mathematisch-technologischen Gegenständen eine anerkannte Autorität. Seine Werke sind: „Elementar-Unterricht in der mathematischen Geographie“ (Wien 1827); – „Beschreibung des neuen Planetariums zur Erleichterung und Beförderung des Elementarstudiums der Welt und Erdbeschreibung“ (Stuttgart 1829, Cotta), in 4 Ausgaben: die erste 2 Thlr. 20 Gr.; die vierte 66 Thlr. 16 Gr.; – „Beschreibung der Ektypographie für Blinde nebst ihrer Anwendung für Sehende“ (Wien 1837, Mechitharisten, gr. 4°.); – „Ektypograph.-encyclopädisches Bilderwörterbuch für Blinde“, 6 Hefte (Wien 1858, Mechitharisten, Lex. 8°.), enthält die vorzüglicheren bildlich darstellbaren Wörter aus allen Gebieten des Wissens mit der Erklärung in vier Sprachen; – „Beschreibung einer selbstwirkenden Abhänge-Vorrichtung für Dampf- und Eisenbahnwagen“ (Wien 1841, Wallishausser, gr. Fol.); – „Das fortschreitende Bewegungsprincip für Dampf- und Eisenbahnwagen auf ebenen und geneigten Bahnen mittelst dessen Anwendung die Semmeringer Preis-Locomotive „Bavaria“ ... den ersten Preis von 20,000 Ducaten erhielt ...“ (Wien 1852, qu. Fol. mit 2 Taf.). Aus diesem interessanten Werke erhellet, daß das bei der „Bavaria“ angewendete Princip eine Erfindung F.’s ist. Dem Werke sind die ganze Correspondenz mit dem Erbauer der „Bavaria“ und in einem Anhange Aufsätze über Torfgewinnung, Torfheizung im Allgemeinen und für Locomotive u. d. m. beigefügt. Auch gab er nach Fallons Tode dessen „Hypsometrie von Oesterreich“ heraus. Die wissenschaftlichen Verdienste dieses ausgezeichneten Officiers zeichnete der Monarch durch Verleihung des Leopold-Ordens aus.

Hirtenfeld (J.), Oestr. Militär-Kalender für 1854 (Wien, Gerold, 8°.) V. Jahrg. S. 111 – Frankl (L. A.), Sonntagsblätter (Wien, gr. 8°.) 1842 (l. Jhrg.) S. 176: „Erfindung.“