BLKÖ:Gürtler, Anton Bernhard von

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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
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Guerrini, Jacob
Band: 6 (1860), ab Seite: 20. (Quelle)
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Gürtler, Anton Bernhard von (Bischof, geb. zu Falkenau im Leitmeritzer Kreise Böhmens, nach Einigen 1726, nach Andern 1729, gest. in Rom 1791). Sein Vater handelte mit Glas und Leinwand; der Sohn besuchte in seiner Jugend das Jesuiten-Collegium zu Gitschin, wo er zuerst als Sänger, später als Waldhornist verwendet wurde. Nach beendeten Humanitätsclassen ging er nach Prag, wo er im St. Wenzel-Seminar als Musikus Aufnahme fand. Hier hörte er Philosophie, Theologie, erhielt die h. Weihen und die theologische Doctorswürde. Nach kurzer Dienstleistung in der Seelsorge kam er als Domherr zu St. Stephan in Wien, erwarb sich das Vertrauen des Erzbischofs, der ihn der Kaiserin Maria Theresia empfahl, und die ihn nun ihrer Tochter Maria Carolina, nachmaligen Königin von Neapel, als Gewissensrath bei ihrer Abreise zum königlichen Gemahl Ferdinand IV. beider Sicilien nach Neapel mitgab. Auf diesem Posten wurden G. mannigfache Ehren zu Theil; G. wurde Bischof von Siena, Abt in Galdo, schließlich erhielt er noch die Abtei Madoksa in Ungarn und ein Canonicat zu Leitmeritz in Böhmen. Ein großer Freund und Verehrer der Tonkunst, die er seit seiner frühesten Jugend selbst ausübte, war er ein Mäcen Aller, die dieser Kunst huldigten, und unterstützte auf das Freigebigste böhmische Künstler, welche nach Italien kamen. Seines Geburtsortes und seiner Freunde aus den Tagen der Armuth dachte er auch noch in den Tagen des Glanzes. Die Kirche seines Geburtsortes Falkenau, die auf seine Veranlassung gebaut wurde, schmückte er 1790 mit Statuen und kostbaren Gemälden und widmete ihr ein reiches Kirchenornat. Sein reiches Einkommen verwendete er bei Lebzeiten zum großen Theile zu wohlthätigen Zwecken, indem er insbesondere die armen Bewohner seines Geburtsortes unterstützte, denen er auch nach seinem Tode das ganze Vermögen vermachte. G. war auch ein gewandter Zeichner und nahm während seines Aufenthaltes in Italien die schönsten Gegenden dieses Landes auf. Auf seiner Heimreise wurde er plötzlich in Venedig von einem Uebel befallen, dem er bald erlag.

Dlabacz (Gottfried Johann), Allgemeines historisches Künstler-Lexikon für Böhmen und zum Theil auch für Mahren und Schlesien (Prag 1815, Haase, kl. 4°.) Bd. I, Sp. 513. – Kunitsch (Michael), Biographie merkwürdiger Männer der österr. Monarchie (Gratz 1805, Gebr. Tanzer, kl. 8°.) Bdchn. II, S. 28. [Die Angaben dieses Werkes weichen von denen in Dlabacz’s Künstler-Lexikon mehrfach ab. Kunitsch nennt ihn Joseph, Dlabacz [21] Anton Bernhard; bei Kunitsch ist er Bischof von Siena (was wohl das richtigere sein dürfte), bei Dlabacz[WS 1] ist er Bischof von Tyen (?); Kunitsch läßt ihn auf seiner Rückreise aus Neapel zu Venedig, Dlabacz[WS 1] bereits zu Rom, ersterer im Alter von 65, letzterer in dem von 62 Jahren, gestorben sein.]

Anmerkungen (Wikisource)

  1. a b Vorlage: Dablacz.