BLKÖ:Gaheis, Franz de Paula

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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
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Band: 5 (1859), ab Seite: 54. (Quelle)
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Gaheis, Franz de Paula (Pädagog, geb. zu Krems 1. April 1763, gest. zu Wien 4. Februar 1811). Besuchte das Gymnasium des Jesuiten-Collegiums seines Geburtsortes. Nach Aufhebung des Ordens der Gesellsch. Jesu, sollte G. den Studien entsagen und wurde Buchdruckerlehrling; bald jedoch bot sich ihm Gelegenheit seine Studien fortzusetzen. Nach beendeten Humanitätsclassen trat er in Wien in den Orden der frommen Schulen, wo er Philosophie und Theologie studirte. und seit 1780 als Cleriker an der Normalclasse auf der Wieden und an der Hauptschule in der Josephstadt lehrte. 1788 kam er als Director der neuen Hauptschule nach Korneuburg, 1798 auf besondern Befehl Sr. Majestät des Kaisers Franz zur Registratur des Wiener Magistrates; wurde jedoch bei den Ausarbeitungen für den neuen Studienplan verwendet. Zuletzt bekleidete er die Stelle eines Secretärs im Senate der politisch-ökonom. Angelegenheiten des Wiener Magistrates, als welcher er im Alter von 48 Jahren starb. G. hat Mehreres geschrieben und war namentlich als pädagogischer Schriftsteller thätig. Kaysers Bücherlexikon zählt seine zahlreichen Schriften auf, aber das Verzeichniss ist dort nicht vollständig und aus der österr. National-Encyklopädie zu ergänzen. Anzuführen sind aus demselben: „Beschreibung der innern und äussern Merkwürdigkeiten der Stephanskirche in Wien“ (Wien 1800. 8°.); – „Die Bürger Wiens im französischen Kriege“ (Wien 1806, 8°.); – „Gallerie menschenfreundlicher Handlungen und Gesinnungen“ (Wien 1800, m. K. K.); – „Biographien der österreichischen Dichter vom J. 1190–1800“ (Ebd. 1801); – „Neuer Wiener Musen-Almanach auf 1800 und 1801“ (Ebenda); – „Blumenlese am Helikon des südlichen Deutschlands“ (Ebd. [55] 1803); – „Wanderungen und Spazierfahrten in die Gegend um Wien“, 7 Bde. oder 72 Hfte. 3. Aufl. (Ebenda 1804 u. f.). Ferner schrieb G. mehrere Gelegenheitsdichtungen und gab 1802 den Entwurf zu einem Institut für blinde Kinder heraus, ohne jedoch in jener Zeit durchdringen zu können; aber er war der Erste, der diesen wichtigen Gegenstand angeregt hatte.

Annalen der Literatur und Kunst des In- und Auslandes (Wien, Doll, 8°.) 1810, I. Bd. S. 330. – Oestr. National-Encyklopädie (von Gräffer u. Czikann), (Wien 1835) II. Bd. S. 262. – Kayser (Christian Gottlob), Vollständiges Bücher-Lexikon (Leipzig 1834, Schumann, 4°.) I. Bd. S. 292 [gibt den 4. Aug. 1809 als seinen Todestag an; auch erscheinen daselbst zwei Gaheis, ein Franz Anton de Paula und ein Franz de Paula, aber beide sind eine und dieselbe Person.