BLKÖ:Gaisberger, Joseph

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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
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Gainschnigg, Joseph
Band: 5 (1859), ab Seite: 56. (Quelle)
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Gaisberger, Joseph (Geschichtforscher und Benedictiner zu St. Florian, geb. zu St. Maria Brunnenthal im Innkreise 6. Jän. 1792). Widmete sich dem geistlichen Stande und trat in den Orden der regulirten Chorherrn von St. Florian. Er bekleidet gegenwärtig die Stelle eines Schulrathes und Professors am Obergymnasium zu Linz. Seine historischen Arbeiten hatten die Ernennung zum Mitglied mehrerer gelehrten Gesellschaften: als des historischen Vereines für Kärnten, für Unterfranken und Aschaffenburg, für Oberpfalz und Regensburg, des Alterthumsvereines zu Dresden und des Henneberg’schen Vereines zu Meiningen und am 22. Juli 1851 seine Ernennung zum correspondirenden Mitgliede der kaiserl. Akademie der Wissenschaften zur Folge. Seine Arbeiten sind meistens archäologischen und antiquarischen Inhaltes. Mehrere derselben hat G. selbständig herausgegeben: eine größere Anzahl ist aber in anderen Werken zerstreut. Selbständig erschien: „Lauriacum und seine römischen Alterthümer“ (Linz 1846, mit 8 Tafeln): – „Die Gräber bei Hallstadt im östr. Salzkammergut“ (Linz 1848, gr. 8°., mit 9 lith. Taf.): – „Römische Inschriften im Lande ob der Enns“ (Ebenda 1853); – „Geschichte des Klosters der Elisabethinerinnen“ (Ebenda 1846). In andern Sammelwerken zerstreut sind u. z. in den „Denkschriften der kais. Akademie philosophisch-historischer Classe“: „Ovilaba and die damit in nächster Verbindung stehenden römischen Alterthümer“, mit 4 Tafeln (III. Bd. 1852); – in den „Beiträgen zur Landeskunde für Oesterreich ob der Enns“: „Ueber die Ausgrabung römischer Alterthümer zu Schlögen und die Lage des alten Joviacum“ (I. Lfg. 1840); – „Geschichte des k. k. akademischen Gymnasiums zu Linz“ (IV. 1855); – in der „Zeitschrift des Museums „Francisco-Carolinum“ „Römische Sepulchralmonumente“ (1843, Nr. 1–3); – „Der Krieg um die spanische Erbfolge in so weit das Land ob der Enns dessen Schauplatz ward“ (1842, Nr. 1–3, 7–10, 25–28); – „Der Aufstand des bayerischen Landvolkes gegen die Kaiserlichen im J. 1705, in so weit das Land ob der Enns dessen [57] Schauplatz war“ (1843, Nr. 32–36); – im „Musealblatte“: „Germanische Alterthümer“ (1840, Nr. 2); – „Ausgrabung römischer Alterthümer zu Linz“ (1841, Nr. 20, 21); – „Medaille auf die Ankunft der Kaiserin Elisabeth Christine zu Linz 1713“ (1840, Nr. 9 und 10); – „ „Medaille auf Gottfried Bessel“ (1840, Nr. 22); – in der „Theologisch-praktischen Quartalschrift“: „Erinnerungen an Franz Ser. Freindaller“ (I. Bd. 2. Heft 1848); – ferner sind die Quartalberichte über das Museum Francisco-Carolinum im „Oesterr. Bürgerblatte“ (vom Juli 1835–Juni 1839) und die Aufsätze: Zur Chronik des Francisco-Carolinums im „Musealblatte“ (1839–1841) von ihm verfaßt. Auch hat G. um die Begründung und Gestaltung des Museums Francisco-Carolinum wesentliche Verdienste. Der Monarch hat ihn durch das Ritterkreuz des Franz Joseph-Ordens ausgezeichnet.

Almanach der kais. Akademie der Wissenschaften (Wien, Staatsdruckerei, 8°.) 1854 (IV. Jhrg.) S. 292 u. 93.