BLKÖ:Gorové, Stephan

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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
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Gorové, Ladislaus
Band: 5 (1859), ab Seite: 273. (Quelle)
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Gorové, Stephan (ung. Landtags-Deputirter, geb. zu Pesth 1819). Sohn des Vorigen. Die niederen Schulen besuchte er zu Szolnok u. Gyöngyös, die Philosophie und die Rechte hörte er [274] in Pesth. Früh betrat er das Gebiet der Poesie, und als Studiosus rief er auf der Pesther Universität einen Verein zu patriotischen u. literarischen Zwecken in’s Leben. Nach Beendigung seiner Studien unternahm er eine Reise nach Oesterreich und Steiermark und beschrieb sie im „Társalkodó“, d. i. Der Gesellschafter. Die darin ausgesprochenen Ansichten trugen das Gepräge solcher Reise an sich, daß sie allgemein für die seines Vaters gehalten wurden. Daß er bereits auf eigenen Füßen stehe, bewies er auf das Glänzendste durch sein zweites Werk: „Nyugot“, d. i. Der Occident, 2 Bde. (Pesth 1844), in welchem nicht nur in literärischer, sondern auch in politischer Beziehung interessanten Werke er seine zweite Reise in den Westen, welche er in den J. 1842 u. 43 unternommen hatte, meisterhaft erzählt. Dieses Werk, ferner seine politische Schrift: „Nemzetiség“, d. i. Die Nationalität (1842) und seine trefflichen Zeitungsartikel veranlaßten 1843 seine Wahl zum corresp. Mitgliede der ungar. Akademie. Seine politische Laufbahn betrat er im Heveser Comitat, setzte sie später im Temeser Comitate fort, wo er auf seinem Gute in Gattája wohnte, und einer der Führer und der ausgezeichnetste Redner der Opposition wurde. Auf dem Preßburger Landtage von 1843/4 und 1847 candidirte er um eine Deputirtenstelle, wurde aber, da damals die conservative Partei im Temeser Comitat die stärkere war, erst im J. 1848 Deputirter. Als solcher spielte er eine hervorragende Rolle und zählte anfänglich zur conservativen, der sogen. ministeriellen Partei, schloß sich aber später an Kossuth an. In der Sitzung vom 3. Aug. sprach er sich warm für eine heilige Allianz mit Deutschland aus, und wies besorglich auf den gefährlichen Nachbar im Osten; am 24. September drang er darauf, daß die Minister, nicht das Repräsentantenhaus die bekannte österreichische Staatsschrift beantworten und diese Antwort erst dem Parlamente mittheilen sollten. In die Reihe der revolutionären Notabeln trat er mit dem 14. April 1849, als ihn das Parlament mit Kossuth und Szacsvay zugleich mit der Abfassung des ungarischen Unabhängigkeits-Manifestes betraute. Nach dem Sturze der Republik begleitete er Kossuth auf seiner Flucht nach Orsova, über Widdin nach Schumla. Nun lebte er im Auslande, kehrte aber begnadigt nach 8jähr. Abwesenheit von der Heimat in dieselbe zurück.

Magyar irók. Életrajz-gyüjtemény. Gyüjték Ferenczy Jakab és Danielik József. Második, az elsőt kiegészítő kötet, d. i. Ungr. Schriftsteller. Sammlung von Lebensbeschreib. Zweiter, den ersten ergänzender Band (Pesth 1858, 8°.) S. 94. – Levitschnigg (Heinrich Ritter von), Kossuth und seine Bannerschaft (Pesth 1850, Heckenast, 8°.) II. Bd. S. 188 [S. 189 befindet sich das Facsimile seiner Unterschrift].