BLKÖ:Haas von Martény, Stephan

aus Wikisource, der freien Quellensammlung
Zur Navigation springen Zur Suche springen
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
korrigiert
Band: 6 (1860), ab Seite: 108. (Quelle)
[[| bei Wikisource]]
in der Wikipedia
GND-Eintrag: [1], SeeAlso
Dieser Text wurde anhand der angegebenen Quelle einmal Korrektur gelesen. Die Schreibweise sollte dem Originaltext folgen. Es ist noch ein weiterer Korrekturdurchgang nötig.
Linkvorlage für Wikipedia 
* {{BLKÖ|Haas von Martény, Stephan|6|108|}}

Haas von Martény, Stephan (Oberst und Ritter des Mar. Theresien-Ordens, geb. zu Preßburg 1771, gest. zu Topusko in Croatien 26. September 1835). Sohn des Huszaren-Rittmeisters Georg Stephan Haas v. M., trat 30. Jänner 1789 als Cadet in’s Infanterie-Regiment Nr. 53, wurde bald Fähnrich, im September 1793 Unter-, 1797 Oberlieutenant, am 1. Februar 1809 Hauptmann, 8. November 1813 Major im Peterwardeiner Grenz-Regimente; im Mai 1821 Oberstlieutenant im Brooder Grenz-Regimente, aber noch im November desselben Jahres zum Infanterie-Regimente Nr. 37 eingetheilt, und trat am 1. Mai 1834 mit Oberstenscharakter in den Ruhestand. Schon in Italien 1799 und 1805 machte er sich durch kluges und herzhaftes Benehmen vor dem Feinde bemerkbar. Im Jahre 1809 erwarb er sich durch eine Reihe tapferer Thaten das Ritterkreuz des Maria Theresien-Ordens. Am 15. April, in der Schlacht bei Sacile, vereitelte er durch Klugheit und Tapferkeit eine feindliche Diversion; am 30. hielt er mit seiner Division den stürmenden Feind bei Foscarinetta so lange auf, bis Oberst Volckmann Zeit gewann, seine Truppen zu railliren und dem Feinde entgegen zu führen. Im Mai vollführte er in Tirol die Organisirung des Landsturmes, und übernahm die Vertheidigung von Ampezzo; das Gefecht am Calvarienberge bei Klagenfurt am 6. Juni hatte seine Entschlossenheit entschieden; als plötzlich eine starke Abtheilung [109] feindlicher Cavallerie gegen unsere Abtheilungen, bei welchen sich 3 Geschütze befanden, heransprengten, verlor H. keinen Augenblick die Fassung, ließ Sturm schlagen, und rückte mit seiner kleinen Abtheilung von 60 Mann den überlegenen Reitern entgegen, welche durch einige gut angebrachte Gewehrsalven zum Rückzuge genöthiget wurden. 1813 focht H. bei Dresden und Leipzig, und wurde in Folge seiner Bravour Stabsofficier; 1815 im südlichen Frankreich gegen Murat. Im Jahre 1835 suchte er Heilung seiner Leiden in den Bädern von Topusko, aber daselbst starb er im Alter von 64 Jahren.

Hirtenfeld (J.), Der Militär-Maria Theresien-Orden (Wien 1857, Staatsdruckerei, 4°.) S. 1006, 1747. – Oesterr. Militär-Konversations-Lexikon, herausg. von Hirtenfeld und Dr. Meynert (Wien 1850 u. f.) Bd. III, S. 2. – Adelstands-Diplom vom 21. Mai 1774. [Schon Stephan’s Vater: Georg Stephan, wurde 1774 in den Adelstand erhoben.] – Wappen. Ein blauer Schild; darin auf grünem Grunde ein aufrechtstehender, rechts gewendeter goldener Löwe mit offenem Rachen, ausgeschlagener Zunge, über sich gewundenem Schweife und in der rechten Vorderpranke drei mit den Spitzen über sich gekehrte silberne Pfeile haltend.