BLKÖ:Habsburg, Eleonore von Oesterreich (Tochter Philipp’s von Oesterreich)

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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
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Band: 6 (1860), ab Seite: 160. (Quelle)
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Eleonore von Kastilien (1498–1558) in der Wikipedia
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52. Eleonore von Oesterreich, (geb. 14. November 1498, gest. 14. April, nach Anderen 1. Februar 1558). Tochter Philipp’s von Oesterreich aus dessen Ehe mit Johanna, Tochter Ferdinand’s des Katholischen von Arragonien und Isabella’s von Castilien, Enkelin Maximilian’s I.; vermält zum ersten Male im Jahre 1519 an Emanuel, König von Portugal (gest. 1521, dessen zweite Gemalin), zum anderen Male (1530) an Franz I., König von Frankreich (gest. 1545). Vor ihrer Vermälung [161] mit Emanuel liebte sie den Pfalzgrafen Friedrich, aber die Intriguen des Grafen Croi, der dem Pfalzgrafen feindlich gesinnt war, vereitelten die von der Prinzessin unterstützte Bewerbung des Pfalzgrafen um ihre Hand, die sie dann dem portugiesischen Könige reichen mußte. Ehe ihre zweite Vermälung stattfand, wurde Eleonore mit dem Connetable von Bourbon verlobt; jedoch ging diese Angelegenheit später wieder zurück. Der Sieg von Pavia hatte die Sachlage geändert; als erste Clausel des Friedens von Cambrai – in der Geschichte als paix des Dames bekannt (14. Jänner 1526) – wurde die Heirath Franz I. mit Eleonore festgesetzt und auch am 4. Juli 1530 bei Mont-de-Marsan in aller Stille vollzogen. Eleonore wendete nun allen ihren Einfluß an, zwischen ihrem Bruder und ihrem Gatten das gute Einvernehmen, und somit das Bündniß zwischen Frankreich, Deutschland und Spanien aufrecht zu erhalten. Uebrigens nöthigten sie des Gemals galante Abenteuer, sich vom Hofleben möglichst zurückzuziehen, und diese Einsamkeit widmete sie der Verrichtung gottseliger Werke. Franz I. starb viele Jahre vor ihr. Da sie keine Kinder aus dieser Ehe hatte, begab sie sich 1547 nach Spanien, wo sie zu Talavera bei Badajoz lebte und im Alter von 60 Jahren starb. Ihr Sinnbild war ein am Meeresstrande blühender, von der Sonne beschienener Baum mit der Devise: His suffulta. (Von dieser Kraft kommt Wärm’ und Saft.)

Girault (Claude Xavier), Entrée solenelle de la reine Eléonore à Dijon en janvier 1530 (Dijon 1819, 24°.) [diese Schrift ist von dem Verfasser mit den Initialen seines Namens C. X. G. veröffentlicht worden]. – Bellay (Martin), Mémoires I, II, III, VIII. – Gaillard, Histoire de Francois Ier. – Sismondi, Histoire des Francais tom. XV, XVI et XVII.[BN 1]

Berichtigungen und Nachträge

  1. Bd. VI, S. 161, Sp. 2, in der Biographie der Königin Eleonore von Oesterreich (Nr. 52) ist den Quellen beizufügen:
    Austria. Oesterreichischer Universal-Kalender (Wien, Klang, gr. 8°.) VI. Jahrg. (1845), S. 32: „Wie Karl V. hinter Eleonora’s Liebe kam“; – S. 35: „K. Eleonore von Frankreich bei ihrem Bruder Karl V.“ [Bd. 7, S. 412].