BLKÖ:Habsburg, Maria Antonia (Churfürstin von Bayern)

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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
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Band: 7 (1861), ab Seite: 29. (Quelle)
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220. Maria Antonia, Erzherzogin von Oesterreich, Churfürstin von Bayern (geb. 18. Jänner 1669, gest. 24. December 1692). Tochter des Kaisers Leopold I. aus dessen erster Ehe mit Margaretha Maria Theresia von Spanien [s. d. Nr. 195]. Vermält seit 15. Juli 1685 mit dem ritterlichen Maximilian Emanuel, dritten Churfürsten von Bayern, dem Eroberer Belgrads. Aus dieser Ehe entstammen: Leopold Ferdinand (geb. 22., gest. 24. Mai 1689), Joseph Ferdinand (geb. 28. October 1692 zu Wien, gest. 6. Februar 1699 zu Brüssel), designirter Erbe der spanischen Monarchie; ein drittes Kind (geb. 28. November 1690) starb unmittelbar nach der Geburt. Maria Antonia war vor ihrer Heirath mit Maximilian Emanuel dem Könige Karl II. von Spanien [Bd. VI, Nr. 133] versprochen, und auch bereits der Ehevertrag unterzeichnet; aber den Ränken Don Juan’s [Bd. VI, Nr. 129], welcher Oesterreichs Gegner war, gelang es, diesen Ehevertrag rückgängig zu machen, worauf die Vermälung mit dem Churfürsten Max Emanuel erfolgte. Maria Antonia’s Sohn, Joseph Ferdinand, hatte nach Karl’s II. [30] von Spanien Tode durch seine Mutter Ansprüche auf den spanischen Thron und somit auf die größte Erbschaft der Welt, denn zu Spanien gehörten damals Neapel, Sicilien, die Niederlande und große Gebiete in Amerika und Asien. Aber die Gegner dieses Erbvertrages stützten sich auf eine österreichischer Seits bestehende Verzichtleistung. Uebrigens vereitelte der Tod Joseph Ferdinand’s, welcher vor jenem des Königs von Spanien erfolgte, dieses Project. Maria Antonia starb selbst in jungen Jahren – erst 23 Jahre alt.

Hübner (Joh.), Genealogische Tabellen (Leipzig 1719, kl. Qu. Fol.) Tafel 127 und 134. – Allgemeines historisches Lexikon (Leipzig 1731, Fol.) 3. Aufl. Bd. III, S. 424. – Mémoires de la Torre, tome 1 et 2.