BLKÖ:Habsburg, Rudolph II., Herzog von Schwaben

aus Wikisource, der freien Quellensammlung
Zur Navigation springen Zur Suche springen
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
fertig
<<<Vorheriger
Habsburg, Rudolph I.
Band: 7 (1861), ab Seite: 135. (Quelle)
[[| bei Wikisource]]
Rudolf II. (Österreich) in der Wikipedia
GND-Eintrag: 137797877, SeeAlso
Fertig! Dieser Text wurde zweimal anhand der Quelle Korrektur gelesen. Die Schreibweise folgt dem Originaltext.
Linkvorlage für Wikipedia 
* {{BLKÖ|Habsburg, Rudolf II. (Herzog von Schwaben)|7|135|}}

276. Rudolph II., Herzog von Schwaben (geb. um 1258, gest. 27. April 1289). Vierter Sohn Rudolph’s I. von Habsburg aus dessen Ehe mit Anna von Hohenberg. Gemalin: Agnes von Böhmen (gest. 1296), Tochter Ottocar’s, Königs von Böhmen, und ihm vermält im Jahre 1278. Kinder: Aus dieser Ehe stammt nur ein Sohn, Johann von Schwaben Posthumus (geb. 1289, gest. 13. September 1313 im Kloster zu Pisa), oder des an seinem Oheim Albrecht I. begangenen Mordes wegen auch Parricida genannt [Bd. VI, Nr. 115]. Wahlspruch. Ueber einem zum Kampfe sich stellenden Elephanten die Devise: „Vi parva non invertitur“. Hervorragende Lebensmomente. Bezüglich des Beilagers, welches Rudolph mit der böhmischen Prinzessin Agnes gehalten, sind die Historiker uneins, einige verlegen dasselbe auf den Reichstag zu Iglau, welchen Rudolph’s Vater im Jahre 1278 gehalten; andere wieder nehmen den viel spätern 1282 zu Augsburg abgehaltenen [136] Reichstag als denjenigen an, an welchem diese Feier stattgefunden hätte. In letzterem Jahre fand auch eben zu Augsburg die Belehnung Rudolph’s II. mit Schwaben, Elsaß und dem Aargau Statt, bei welcher Gelegenheit Rudolph’s älterer Bruder Albrecht mit Oesterreich, Steiermark, Krain, der windischen Mark und der Grafschaft Portenau, und Meinhard von Görz mit Kärnthen und Tarvis, und zwar alle drei durch Rudolph I. belehnt wurden. Im Jahre 1289 unternahm Rudolph einen Zug gegen die Berner, denen er durch eine Kriegslist nicht geringen Schaden zugefügt. Er ließ nämlich einen kleineren Haufen gegen die Stadt anreiten, wodurch die Bürger Berns hervorgelockt wurden. Als diese nun auf die Angreifer anrückten und sie zurückdrängten, kam der eigentliche Haufen der Herzoglichen aus dem Hinterhalte und schlug die Berner, welche auch bereits ihr Banner verloren, es aber durch den Muth des Berner Bürgers Walo von Greyers, wenngleich blutig und zerrissen, wieder zurück gewannen. Die Folge dieses Kampfes war, daß die Berner Frieden suchten, der ihnen auch von Rudolph II. gewährt wurde. Nach dieser Fehde begab sich Rudolph II. mit seiner Gemalin und seinem Bruder Albrecht nach Böhmen auf Besuch zu König Wenzel in Prag, wo er alsbald nach seiner Ankunft erkrankte und im Alter von 31 Jahren starb. Er hinterließ seine Gemalin Agnes gesegneten Leibes; wenige Wochen nach seinem Tode genaß sie eines Sohnes, des obengenannten Johann von Schwaben. Agnes selbst, als Witwe, begab sich in das Kloster St. Clara zu Prag, wo sie schon vor ihrer Vermälung mit Rudolph zugebracht und nun nach 7jähriger klösterlicher Abgeschiedenheit in jungen Jahren starb.

Fugger (Joh. Jac.), Spiegel der Ehren des Erzhauses Oesterreich (Nürnberg 1668, kl. Qu. Fol.) S. 95, 107, 115, 130, 132, 133 und 233. – Porträt. Ebenda S. 132 (vermuthlich gestoch. von Philipp Kilian).