BLKÖ:Hagenauer, Johann

aus Wikisource, der freien Quellensammlung
Wechseln zu: Navigation, Suche
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
fertig
Band: 7 (1861), ab Seite: 193. (Quelle)
[[| bei Wikisource]]
Johann Baptist Hagenauer in der Wikipedia
GND-Eintrag: 121063089, SeeAlso
Fertig! Dieser Text wurde zweimal anhand der Quelle Korrektur gelesen. Die Schreibweise folgt dem Originaltext.
Linkvorlage für Wikipedia 
* {{BLKÖ|Hagenauer, Johann|7|193|}}

Hagenauer, Johann (Bildhauer, geb. zu Straß in Bayern 1732, gest. in Wien 9. September 1810). Da er früh Talent zur Bildhauerkunst zeigte, kam er zum Bildhauer Itzlfeldner in Tittmoning in die Lehre, und übertraf bald seinen Meister. Seine Arbeiten machten ihn schnell bekannt; Erzbischof Sigismund Graf von Schrattenbach schickte ihn zur weiteren Ausbildung nach Wien, wo er die Akademie der bildenden Künste besuchte, und später nach Italien, wo er an den Akademien zu Rom und Florenz arbeitete und mehrere Preise erhielt. Nach seiner Rückkehr wurde er Hofstatuarius in Salzburg, und schuf daselbst und an anderen Orten viele, mitunter colossale Werke in Stein und Erz. So z. B. in Innsbruck die Figuren, Büsten und Basreliefs an der zur Feier der Vermälung Maria Theresia’s mit Franz von Lothringen nach dem Entwurfe des Majors von Walter errichteten Triumphpforte, welche aber später ganz umgestaltet wurde. So sind die Sculpturen am neuen Thore, innen und außen, sein Werk, darunter die 16 Fuß hohe Statue des h. Sigismund; dann die Erzstatue der Maria immaculata auf dem Domplatze in Salzburg, und die übrigen Figuren; in Böckstein bei Gastein die „Madonna“ am Hochaltare. Später folgte er einem Rufe als Hofstatuar nach Wien, wo er ein Kunstmagazin eröffnete, in welchem verschiedene Gypsstatuen gegossen, dann in Marmorart geglättet und bronzirt wurden. In Schönbrunn befinden sich mehrere seiner Arbeiten; unter anderen ist die eine der zwei Marmorgruppen, welche die Springbrunnen im Vorhofe des kais. Lustschlosses bilden, von ihm; ferner mehrere Statuen, 16 kolossale Marmorvasen und die Armaturen auf der Gloriette. In der Folge wurde er Rath an der k. k. Akademie der bildenden Künste, Director und Professor der Gravirschule. Nagler meldet noch, daß er ein Werk mit Ornamenten und ein Pamphlet: „Unterricht von der Proportion des Menschen“ (1791, mit 6 K. K.), herausgegeben habe. H. starb im hohen Alter von 78 Jahren.

Tschischka (Franz), Kunst und Alterthum in dem österreichischen Kaiserstaate. Geographisch dargestellt (Wien 1836, Friedr. Beck, gr. 8°.) S. 53, 73, 74, 131, 133, 134, 147, 361. – Nagler (G. K. Dr.), Neues allgemeines Künstler-Lexikon (München, F. A. Fleischmann, 8°.) V. Bd. S. 505 [nach diesem geb. zu Straßburg]. – Pillwein (Benedikt), Biographische Schilderungen oder Lexikon Salzburgischer, theils verstorbener, theils lebender Künstler (Salzburg 1821, Mayer, kl. 8°.) S. 79. – Die Künstler aller Zeiten und Völker ..., begonnen von Professor Fr. Müller, fortgesetzt von Dr. Karl Klunzinger (Stuttgart, Ebner und Seubert, gr. 8°.) Bd. II. S. 333 [nach diesen wäre er schon 1803 gestorben]. – Baur (Samuel)[WS 1], Allgem. histor. biograph. literarisches Handwörterbuch (Ulm 1816, Stettini, gr. 8°.). – Nikolai’s Reisen, Bd. IV, S. 514. [Hagenauer erscheint hie und da mit dem Adelsworte „von“, doch weder in den Archiven, noch sonst irgendwo, gelang es mir, eine Spur seiner Adelsverleihung aufzufinden.) – Meyer ( J.), Das große Conversations-Lexikon für die gebildeten Stände (Hildburghausen 1849, Bibliogr. Institut), Bd. XIV, S. 719. –

Anmerkungen (Wikisource)

  1. Vorlage: Bauer (Samuel).