BLKÖ:Hartelmüller, Simon Freiherr

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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
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Band: 7 (1861), ab Seite: 388. (Quelle)
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Hartelmüller, Simon Freiherr (Oberst und Ritter des Maria Theresien-Ordens, geb. zu Landshut in Bayern 1747, gest. zu Preßburg 27. September 1823). Trat, 17 Jahre alt, in’s Infanterie-Regiment O’Kelly; erst im bayerischen Erbfolgekriege wurde er Adjutant (1. März 1778), dann Oberlieutenant im 9. Huszaren-Regimente und (1. Mai 1788) Rittmeister. Im Türkenkriege Adjutant des Prinzen Coburg, erwarb er sich dessen besondere Zuneigung und leistete bei der Belagerung von Chotym, ferner bei Fokschan und Martinestje wesentliche Dienste. Mit der Nachricht des Sieges bei letztgenanntem Orte schickte ihn der Prinz nach Wien, wo ihn Kaiser Joseph zum Major ernannte. Später trat H. in ein Kürassier-Regiment [389] über, mit welchem er den Feldzügen in den Niederlanden beiwohnte. In der Schlacht bei Neerwinden (18. März 1793) wurde er mit der Oberstlieutenant-Division auf den rechten Flügel der Avantgarde gegenüber dem Dorfe Orsmael aufgestellt. Bereits hatte der Feind unsere Geschütze zum Schweigen gebracht und machte Anstalten, unsere rechte Flanke zu umgehen. Ein Hohlweg, in welchem eine Cavallerie-Attaque unsererseits unmöglich war, deckte seine Front. Major Hartelmüller manövrirte nun mit jener Division so lange, bis der Feind von dem erwähnten Hohlwege abgezogen und dadurch einem Cavallerieangriffe preisgegeben wurde. Nun warf sich Hartelmüller an der Spitze seiner Division auf den Feind, zwang ihn die vor dem Dorfe Orsmael aufgestellten vier Geschütze, welche den Unsrigen so viel Schaden zugefügt, zu verlassen, und sich in’s Dorf zu flüchten. H. mit seinen Kürassieren verfolgte ihn, warf ihn aus dem Dorfe, nahm ihm 8 Kanonen ab, und setzte seine Verfolgung noch auf der Heerstraße fort, daselbst einige andere Geschütze erbeutend. Dieser glücklich ausgeführte Angriff trug wesentlich zum Siege bei. H. wurde für seine schöne Waffenthat in der 34. Promotion (7. Juli 1794) mit dem Ritterkreuze des Maria Theresien-Ordens ausgezeichnet. Er wohnte noch dem ersten Entsatze von Charleroy, den Treffen bei Tournay und Fleurus und mehreren anderen Gefechten bei, wurde Oberstlieutenant, mußte aber schon 1795 seiner schweren Wunden wegen in den Ruhestand treten; 1797 erhielt er den Oberstenscharakter, 1803 den Freiherrnstand.

Hirtenfeld (J.), Der Militär-Maria Theresien-Orden und seine Mitglieder (Wien 1857, Staatsdruckerei, 4°.) S. 416 und 1737. – Oesterr. Militär-Konversations-Lexikon (Wien 1850, gr. 8°.) Bd. III, S. 71. – Freiherrnstands-Diplom vom 30. Juni 1803. – Wappen. Ein aufrecht stehender Schild; im blauen Felde ein silbernes Mühlrad; dessen Umfang bis an die Seiten des Schildes reicht. Den Schild deckt die Freiherrnkrone, auf welcher ein in’s Visir gestellter gekrönter Helm ruht, aus dessen Krone ein aufwärts gebogener geharnischter Arm, ein entblößtes Schwert mit goldenem Gefäße zum Hiebe ausholend, hervorwächst.