BLKÖ:Hartmann, Franz Xaver Ritter von

aus Wikisource, der freien Quellensammlung
Zur Navigation springen Zur Suche springen
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
korrigiert
Band: 8 (1862), ab Seite: 1. (Quelle)
[[| bei Wikisource]]
in der Wikipedia
GND-Eintrag: 142483303, SeeAlso
Dieser Text wurde anhand der angegebenen Quelle einmal Korrektur gelesen. Die Schreibweise sollte dem Originaltext folgen. Es ist noch ein weiterer Korrekturdurchgang nötig.
Linkvorlage für Wikipedia 
* {{BLKÖ|Hartmann, Franz Xaver Ritter von|8|1|}}

Hartmann, Franz Xaver Ritter von (Arzt, geb. zu Praunsdorf in Schlesien 22. Juli 1737, gest. 1791). Besuchte die Humanitätsclassen zu Troppau, das Lyceum in Olmütz; begab sich dann nach Wien, um die Medicin zu studiren; Cranz [Bd. III, S. 25], Gasser, de Haen [Bd. VII, S. 176] waren seine Lehrer; nach Beendigung der Studien trat er in die Praxis; und erhielt 1766 die medicinische Doctorwürde. Im Jahre 1768 ging er auf Reisen, besuchte Italien, wo er in Padua den berühmten Morgagni kennen lernte. Nach seiner Rückkehr blieb er nur noch bis 1771 in Wien; erhielt dann die Stelle eines landschaftlichen Syndicus in Linz, wurde 1776 kais. Rath und 1779 wirklicher Sanitätsrath und Protomedicus in Oesterreich ob der Enns. Er versah diesen Posten bis an seinen Tod, wurde aber mehrere Jahre früher (1785) in den Ritterstand erhoben. H. war als botanischer und medicinischer Schriftsteller thätig; er gab heraus: „Primae lineae institutionum botanicarum“ (Wien 1766, 8°.); – dasselbe Werk: „Nova editio cum multis adnotationibus“ (Lipsiae 1767); – „Formulae remediorum in materiam medicam et chirurgicam cl. viri Cranzii“ (Viennae 1771, 8°.) [vergl. darüber Halleri, Biblioth. Chirurg. Tom. II, p. 569], welches Werk J. B. Hübner unter d. Tit.: „Medicinisch-chirurgische Formeln“, 2 Thle. (Linz 1787), in deutscher Uebersetzung herausgab.

(De Luca) Das gelehrte Oesterreich. Ein Versuch (Wien 1776, Ghelen’sche Schriften, 8°.) Bd. I, Stück 1, S. 169. – Meusel (Joh. Georg), Lexikon der vom Jahre 1750 bis 1800 verstorbenen teutschen Schriftsteller (Leipzig 1805, G. Fleischer, 8°.) Bd. V, S. 187. – Ersch und Gruber, Allgemeine Encyklopädie der Wissenschaften und Künste, II. Section, 3. Theil, S. 24. – Ritterstands-Diplom vom 14. November 1785. In diesem von Kaiser Joseph gefertigten Diplome heißt es an einer die Verdienste Hartmann’s betreffenden Stelle: „wasmassen H. im Jahre 1770 als Mitglied der Akademie der naturforschenden Künste und Wissenschaften in Nürnberg aufgenommen, von Unserer höchst seligen Frauen Mutter Weyland der Kaiserin Königin Maria Theresia Majestät und Liebden glorwürdigen Andenkens in allermildester Erwegung, daß derselbe durch an den Tag gelegte unzählige Proben seiner in dem Fache der Arznei-Kunst besitzenden stattlichen Wissenschaft und nicht gemeinen Kentnis sich bey dem Publikum ein allgemeines Vertrauen erworben und durch unentgeltliche Hülfeleistung den armen Kranken, so wie durch seine sonst dem Publikum geleistete Dienste sich sehr verdienstlich gemacht hat und vorzüglich in Epidemie- und Viehseuchen, dann bei Superarbitrirung und in vorkommenden Fällen bey unserm Militär Spital in Oesterreich ob der Enns die gedeihlichste und wirksamste Dienste mit unermüdeten Fleiß und Eifer geleistet habe“. – Der gegenwärtige Präses des Kreisgerichtes in Wels, Franz Ritter von Hartmann, vormals Landrath und dann Oberlandesgerichts-Rath in Linz (1852), welcher im Jahre 1848 in Linz den Katholikenverein gestiftet, einen Verein, der gegenwärtig viel über 5000 Mitglieder zählt, dürfte wohl ein Sohn des Obigen sein. – Wappen. Gevierteter Schild. 1 und 4: in Gold ein rechts sehender schwarzer Adler mit ausgebreiteten Schwingen; 2 und 3: in Silber ein natürlicher Felsen, besetzt mit drei goldenen Kleeblättern. Auf dem Schilde ruhen zwei gegen einander gekehrte gekrönte Turnierhelme; auf dem rechten erhebt [2] sich der Adler von 1 und 4, auf dem linken stehen drei vorwärts geneigte Straußfedern, deren erstere golden, mittlere blau und die dritte silbern ist.