BLKÖ:Haselbauer, Franz

aus Wikisource, der freien Quellensammlung
Zur Navigation springen Zur Suche springen
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
korrigiert
Nächster>>>
Hasenhut, Anton
Band: 8 (1862), ab Seite: 23. (Quelle)
[[| bei Wikisource]]
in der Wikipedia
GND-Eintrag: 100352138, SeeAlso
Dieser Text wurde anhand der angegebenen Quelle einmal Korrektur gelesen. Die Schreibweise sollte dem Originaltext folgen. Es ist noch ein weiterer Korrekturdurchgang nötig.
Linkvorlage für Wikipedia 
* {{BLKÖ|Haselbauer, Franz|8|23|}}

Haselbauer, Franz (Orientalist und Priester der Gesellschaft Jesu, geb. zu Frauenberg in Böhmen 7. September 1677, gest. 23. September 1756). Trat am 20. October 1696 in den Orden, wo er dem Lehramte oblag, und zwar sechs Jahre in den Humanitätsclassen (so hießen damals die fünfte und sechste lateinische Schule) lehrte, vier Jahre Präfect der lateinischen Classen und zuletzt Professor der hebräischen Sprache an der Prager Hochschule war, welche Stelle er 20 Jahre bekleidete. Zugleich war er Censor und Revisor der hebräischen Bücher. H. brachte die größte Zeit seines Lebens im Clementinum zu Prag zu, wo er auch im hohen Alter von 79 Jahren starb. H. war ein gründlicher Kenner der hebräischen Sprache und veröffentlichte über dieselbe ein paar geschätzte [24] Werke; er gab folgende Schriften heraus: „Gründlicher Bericht von dem Christenthume“. 2 Thle. (Prag 1719 und 1722, 8°.), für Kinder israel. Eltern in jüdisch-deutscher Sprache bearbeitet; – „Der hohe Adel im geistl. Ordensstand“ (Prag 1727, 4°.), anläßlich der Einkleidung der Gräfinen Hartmann und Przichowsky als Ursulinerinen; – „Kurzer Inhalt des christlichen Gesetzes in 100 Unterweisungen ...“ (Prag 1730), gleichfalls für israel. Kinder in jüdisch-deutscher Sprache; – „Christliche Kirchengebeter“ (sic) (Prag 1731); – „Fundamenta grammatica duarum praecipuarum linguarum orientalium, sc. hebraicae et chaldaice cum appendice de idiotismo germanico Judaeorum“ (Prag 1742, 8°., neue Aufl. 1753); – „Lexicon Hebraico-Chaldaicum una cum capitibus dictionum seu abbreviaturis in libris et scriptis Judaeorum passim occurentibus“ (Prag 1743, Fol.), dieses und das vorbenannte sind H.’s bedeutendste Werke; – „Die vier Evangelien des neuen Testaments, vor Zeiten hebraeisch und lateinisch von Joh. Bapt. Jona zu Rom anno 1668 ausgegeben, auf’s neue in beyden und zugegebener deutschen Sprache“ (Prag 1746, Fol.).

Pelzel (Franz Martin), Böhmische, mährische und schlesische Gelehrte und Schriftsteller aus dem Orden der Jesuiten (Prag 1786, 8°.) S. 159. – Meusel (Johann Georg), Lexikon der vom Jahre 1750 bis 1800 verstorbenen teutschen Schriftsteller (Leipzig 1805, Gerh. Fleischer, 8°.) Bd. V, S. 204. – Ersch und Gruber, Allgemeine Encyklopädie der Wissenschaften und Künste (Leipzig, 4°.) II. Section, I. Theil, S. 67. – Nouvelle Biographie générale ... publiée sous la direction de M. le Dr. Hoefer (Paris, 1852, Firm. Didot, gr. 8°.) Bd. XXIII, Sp. 510 [nach dieser gest. am 23. September 1757].