BLKÖ:Hell, Joseph Karl

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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
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Band: 8 (1862), ab Seite: 261. (Quelle)
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Hell, Joseph Karl (Oberkunstmeister in den kön. ungar. Bergstädten, geb. zu Schemnitz in Ungarn 1713, Todesjahr unbekannt). Ein Bruder des berühmten Astronomen Maximilian Hell [s. d. Folgenden]. Nach beendeten Humanitätsclassen betrieb er ausschließlich das Studium der mechanischen, hydraulischen, geometrischen und physikalischen Wissenschaften; trat dann, sich dem Bergbaue widmend, in die Fußtapfen seines Vaters und wurde k. k. Oberkunstmeister in den königlichen Bergstädten. In dieser Stellung entfaltete H. eine Thätigkeit und einen Erfindungsgeist, die seinem Namen in der Geschichte des Bergwesens eine bleibende Stelle sichern. Unter seinen Erfindungen sind namentlich anzuführen: 1734 eine Wasserhebmaschine, mit der das Wasser auf 52 Klafter Perpendicularhöhe getrieben werden konnte und deren Kraft sich bei hohem oder niedrigem Wasserstande gleichblieb; – 1736 eine zweite Wasserhebmaschine ohne Wasserrad, womit das Wasser 80 Klafter hoch getrieben werden konnte; – 1744 drei hydraulische Maschinen, die 1751 zu Schemnitz im Pieberstoll und im Leopoldschacht aufgestellt wurden, und nach ihm den Namen der Hell’schen Maschinen erhalten haben. Drei ähnliche Maschinen hat er auch im Sigismundschacht erbaut; – zwei Wassermaschinen im Schichtrißberge, durch welche das Grubengebäude, welches fünf Jahre im Wasser stand, davon befreit wurde und die großen Grubengewässer mit einer einzigen solchen Maschine gehoben werden; – 1744 eine Schußmaschine aus 240 Musketenröhren bestehend, mittelst welcher von zwei Personen in einer Stunde 1600 Schüsse abgefeuert werden können; – 1744 eine Luftmaschine, welche erst 1753 in Anwendung kam; mit derselben konnten innerhalb 24 Stunden 8–10.000 Eimer [262] Wasser gehoben werden; eine andere Luftmaschine, mittelst welcher durch Comprimirung der Luft mit 200 Eimer Wasser 200 Stück pfundige Kugeln eben so scharf als genau geschossen werden können; eine Beschreibung der Luftmaschine enthalten die Londoner Philosophical transactions; – 1756 eine Wetterführungsmaschine zur Führung des Grubenwetters in den Stollen und Grubengebäuden unter der Erde, die das frische Wetter voraus auf Tausend und mehrere Klafter treibt und das matte und schlechte Wetter zurückzieht. Die erste Probe wurde damit in Schemnitz im Amalienschachte gemacht. Im Jahre 1760 hat Hell beim Baue des Erbstollens Kaiser Franz statt der bis dahin üblichen kostspieligen Wetterstollen, eine ähnliche solche Grubenwetterführungsmaschine angebracht, wodurch frisches Wetter auf 500 Klafter geschafft worden ist.

Ersch und Gruber, Allgemeine Encyklopädie der Wissenschaften und Künste, II. Section, 5. Theil, S. 152. – (De Luca) Das gelehrte Oesterreich. Ein Versuch (Wien 1776, Ghelen, 8°.) I. Bandes 2. Stück, S. 311. – Mémoires de l’Académie de Sciences de 1760. –