BLKÖ:Herzogenberg, August Freiherr

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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
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Herzog, Moriz
Band: 8 (1862), ab Seite: 413. (Quelle)
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Herzogenberg, August Freiherr (Feldmarschall-Lieutenant, geb. zu Rennes in Frankreich 1767, gest. zu Wien 15. Februar 1834). Sein eigentlicher Name war August Baron von Peccaduc[WS 1], und mit Napoleon zugleich in der Militärschule zu Brienne erzogen, stand er bis 1797 in französischen Diensten. Im letztgenannten Jahre trat er aus dem Emigrantencorps Rohan, in welchem er bereits Hauptmann war, in [414] österreichische Dienste über, kam mit 1. September 1801 in’s Infanterie-Regiment Erzherzog Rainer Nr. 11, und mit 1. September 1805 als Major in’s Infanterieregiment Reuß-Greitz Nr. 55. Den Feldzug des genannten Jahres machte er bei der Armee in Deutschland mit und wurde bei Ulm kriegsgefangen. Am 18. Mai 1809 als Oberstlieutenant zum Infanterie-Regimente Schröder Nr. 7 übersetzt, wurde er noch im Mai d. J. überzähliger Oberst und gerieth als solcher neuerdings in Kriegsgefangenschaft. Im Jahre 1811, in welchem er auch seinen französischen Namen mit dem deutschen, Herzogenberg vertauschte, wurde er zum wirklichen Oberst und Regimentscommandanten und 1813 zum General-Major ernannt. Bei Dresden und Culm erfocht er sich das Commandeurkreuz des Leopold- und das Großkreuz des russischen St. Annen-Ordens; wurde aber schwer verwundet. Nach seiner Herstellung erhielt er das Commando einer mobilen Colonne; 1815 beobachtete er Schlettstadt, bis ihn im Juni der württemberg’sche General Stockalper ablöste. Als im Jahre 1820 in der Ingenieurakademie zu Wien tumultuarische Auftritte vorgekommen waren und es galt, einen Mann zu finden, der mit männlichem Ernste weise Mäßigung verbindend, der Jugend mit Erfolg entgegenzutreten verstand, war es H., auf den die Wahl fiel, und er wurde zum Localdirector der Ingenieurakademie ernannt. Französische Ritterlichkeit, deutscher Ernst – man wollte H. nie lächeln gesehen haben – parteilose Strenge, welche jedoch heißblütige Jünglinge nicht reifen kaltblütigen Männern gleichstellte, waren die Eigenschaften, welche H. besaß und ihn in seiner schweren Sendung erfolgreich unterstützten. In einem halben Jahre war in der Ingenieurakademie wieder Alles im alten Geleise und H. hatte sich die Achtung, Liebe und das Vertrauen der Zöglinge erworben. Im folgenden Jahre wurde er nebstbei zum Curator der Theresianischen Ritterakademie ernannt. Im Jahre 1822 verlieh ihm der Kaiser das Infanterie-Regiment Nr. 25, mit 18. Juni 1827 rückte er zum Feldmarschall-Lieutenant vor. Die Localdirection der Ingenieur-, sowie das Curatorium der Theresianischen Ritterakademie versah H. bis an seinen Tod, der im Alter von 67 Jahren erfolgte. Das österreichische Militär-Conversations-Lexikon sagt von ihm: „Seine imposante kriegerische Gestalt, seine militärische Haltung, der stete Ernst, der ihm eigen war, endlich seine gewaltige Stimme, die wie ferne rollender Donner klang“, verfehlten nicht ihren Eindruck auf die Jugend.

Neuer Nekrolog der Deutschen (Weimar, B. F. Voigt), XII. Jahrgang (1834), S. 1202, Nr. 560. – Oesterreichisches Militär-Konversations-Lexikon, herausg. von J. Hirtenfeld (Wien 1850, 8°.) Bd. III, S. 171. – Porträt. Unterschrift: August Freyherr von Herzogenberg, mit dem ganzen Titel. Kriehuber 1834 (lith.), gedruckt bei Leykum u. Comp. (Wien, 4°.).

Anmerkungen (Wikisource)

  1. Vorlage: Beccaduc.